Werden die Gesetze zur Glücksspielregulierung in Schweden bald geändert? Stefan Löfven, der amtierende Ministerpräsident, hat seinen Rücktritt angekündigt. Rechtzeitig vor den Parlamentswahlen im Jahr 2022 will der in die Kritik geratene Löfven Platz machen für einen Nachfolger. Stefan Löfven ist er seit 2019 im Amt und in dieser Zeit fast durchgängig in der Kritik. Das Management der Gesundheitskrise, die auch Schweden erfasst hat, wurde von vielen Experten, aber auch von vielen ganz normalen Schweden kritisiert. Die Regierung von Löfven ist auch in der Glücksspielbranche nicht besonders beliebt, da der zuständige Verbraucherschutzminister Ardalan Shekarabi die Krise genutzt hat, um heftige Verschärfungen der Glücksspielregulierung durchzusetzen. Doch nun gibt es Hoffnung, dass ein Regierungswechsel eine bessere Glücksspielregulierung begünstigen könnte.

Schwierige Zeiten für Glücksspielbranche in Schweden

Schweden Online Casinos

Für Glücksspiel-Fans, aber vor allem auch für Glücksspielanbieter, waren die letzten anderthalb Jahre in Schweden schwierig. Das legale Glücksspiel im Internet ist durch erhebliche Einschränkungen schrittweise unattraktiver geworden. Viele schwedische Glücksspiel-Fans haben das Problem für sich selbst gelöst, in dem sie Anbieter ohne schwedische Lizenz genutzt haben. Die Kanalisierung war in Schweden nach Einschätzung vieler Experten schlecht. Ein einfaches Beispiel: Die Online Casinos mit schwedischer Lizenz dürfen nur einen sehr kleinen Bonus zur Verfügung stellen. Dieser Bonus darf auch nur ein einziges Mal angeboten werden. Es liegt auf der Hand, dass es sehr einfach ist, in Online Casinos ohne schwedische Lizenz sehr hohe Bonusangebote zu bekommen. Zudem gibt es bei diesem Online Casinos in der Regel auch Bonusangebote für Bestandskunden. Auch das Einzahlungslimit, das in Schweden in erster Linie die High Roller behindert, ist ein Problem, zumal es keine legalen Alternativen gibt.

Es gibt einige Glücksspielexperten in Schweden, die der Regierung vorwerfen, dass die zwei größten Glücksspielanbieter, an denen der Staat beteiligt ist, durch die aktuellen Regeln bevorteilt würden. Für viele privatwirtschaftlich betriebene Glücksspielanbieter ist es zunehmend schwierig, in Schweden gute Geschäfte zu machen. Wenn gleichzeitig der Markt kleiner würde, wäre das vielleicht noch tolerabel. Aber wenn der legale Markt kleiner wird und gleichzeitig der Schwarzmarkt wächst, ist das ein riesiges Problem. Für manche Politiker scheint es jedoch vor allem darum zu gehen, eine gute Außenwirkung zu haben. Wenn die Glücksspielanbieter, die sich penibel an die Regeln halten, sinkende Umsätze verzeichnen, wird das mitunter als Erfolg gewertet. Aber bei der Gesamtbetrachtung muss auch der Schwarzmarkt berücksichtigt werden. Macht man das in Schweden, sehen die Zahlen nach Einschätzung vieler Experten nicht mehr besonders gut aus. Vor allem funktioniert der Spielerschutz nicht gut, wenn es einen großen Schwarzmarkt gibt.

Wird Glücksspielregulierung in Schweden vernünftiger?

Aktuell ist völlig unklar, ob die sozialdemokratische Partei von Stefan Löfven die nächsten Parlamentswahlen gewinnen wird. Schon 2019 war das Ergebnis sehr knapp. Es ist durchaus denkbar, dass es zu einem kompletten Regierungswechsel kommen. Aber bereits jetzt scheint klar, dass die zwei Hauptgegner der Glücksspielbranche, Stefan Löfven und Ardalan Shekarabi, in Zukunft keinen Einfluss mehr auf die Glücksspielregulierung haben werden. Schon allein dadurch könnte sich die Situation entspannen. Die Glücksspielbranche setzt sich in Schweden für einen wissenschaftlich basierten Ansatz ein, bei dem die wirtschaftlichen Interessen mit dem Spielerschutz in eine vernünftige Balance gesetzt werden.

Gerade im Internet ist es nicht möglich, die Regulierung beliebig streng zu gestalten. Es gibt keine realistische Möglichkeit, den Schwarzmarkt so stark einzudämmen, dass überhaupt keine Umsätze mehr gemacht werden. Mit rechtsstaatlichen Mitteln dürfte es auch in Schweden sehr schwierig sein, unerwünschte Glücksspielanbieter, die ihren Sitz nicht in Europa haben, vom Markt auszusperren. Deswegen ist es sinnvoll, einen attraktiven regulierten Markt zu schaffen, der die Basis dafür ist, dass die überwiegende Mehrheit der schwedischen Glücksspiel-Fans gar nicht erst auf die Idee kommt, nach Anbietern auf dem Schwarzmarkt zu suchen.

Kann Deutschland von schwedischer Situation lernen?

In Schweden ist die Glücksspielregulierung, die Anfang 2019 noch von vielen Experten positiv bewertet worden ist, in der Praxis immer schlechter geworden. Das liegt vor allem daran, dass die aktuelle Regierung nicht auf Experten gehört hat, sondern mitunter doch recht durchschaubaren Aktionismus praktiziert hat. Deutschland hat einen neuen Glücksspielstaatsvertrag, der zum ersten Mal das Online-Glücksspiel umfasst. Was kann Deutschland lernen von Schweden? Die wichtigste Erkenntnis der Situation in Schweden ist, dass es keine sinnvolle Möglichkeit gibt, einen Online-Glücksspielmarkt zu regulieren, in dem die Regeln immer strenger werden. Allerdings muss erwähnt werden, dass Deutschland von Anfang an in vielen Bereichen noch strengere Regeln als Schweden hat. Beispielsweise ist das monatliche Einzahlungslimit niedriger.

Zudem sind die Einschränkungen in den Spielen deutlich stärker. Anders als in Schweden gibt es beispielsweise ein Einsatzlimit von 1 Euro. Immerhin hat Schweden eine Glücksspielbehörde, die sich um die Glücksspielregulierung und auch um die Bekämpfung des Schwarzmarkts kümmert. Deutschland hat auch eine Glücksspielbehörde, die aber erst 2023 komplett einsatzfähig sein wird. Deswegen müssen die Online Casinos übergangsweise vom Landesverwaltungsamt in Sachsen-Anhalt reguliert werden. Das ist keine besonders gute Basis, um eine komplexe Glücksspielregulierung zu gestalten, die mit vielen kleinen und großen Fallstricken verbunden sein kann. In den nächsten Monaten wird klar werden, ob Deutschland die Regulierung des Online-Glücksspiels besser hinbekommt als Schweden. Die meisten Experten sind diesbezüglich sehr skeptisch.