Bei der Glücksspielregulierung in Belgien steht eine wichtige Änderung an. Die belgische Glücksspielbehörde hat angekündigt, dass in Zukunft im gesamten terrestrischen Glücksspiel das neu eingeführte Selbstausschluss-System EPIS beachten muss. Bislang waren nur die Online-Glücksspielanbieter und die klassischen Glücksspielanbieter dazu verpflichtet, gesperrte Spieler auszuschließen. Aber in Zukunft müssen neben den legalen Online-Casinos sowie den Spielhallen und Spielbanken auch die landbasierten Buchmacher EPIS installieren und beachten. Das ist ein wichtiger Fortschritt auf dem Weg zu einem besseren Spielerschutz. In Deutschland gibt es mit OASIS ein vergleichbares System.

Selbstausschluss wird in Belgien für alle Glücksspielanbieter Plicht

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Ein Selbstausschluss-System ist eine wichtige Sache für den Spielerschutz. Worum geht es genau? Jeder potenzielle Spieler hat die Möglichkeit, sich selbst auszuschließen über ein Selbstausschluss-System. Dabei spielt es eine wichtige Rolle, dass möglichst viele Glücksspielanbieter erfasst werden. In Belgien war bislang so, dass sich ein Spieler selbst schützen konnte. Mit einem Eintrag in der Datenbank EPIS wurde der Zutritt zu sämtlichen Online-Casinos mit Lizenz sowie allen Spielbanken und Spielhallen gesperrt. Allerdings wird das System nun verschärft, denn zusätzlich müssen auch alle Buchmacher EPIS einrichten. Das führt dazu, dass die Glücksspiel-Fans, die auf der Sperrliste stehen, in Zukunft nicht mehr zu den Buchmachern ausweichen können.

Bei einem System zum Selbstausschluss geht es vorwiegend darum, die gefährdeten Spieler dabei zu unterstützen, einen wirkungsvollen Selbstschutz umzusetzen. Wer nicht dazu in der Lage ist, sich selbst zu disziplinieren, soll durch dieses zusätzliche Instrument dazu in die Lage versetzt werden, der Selbstdisziplin ein wenig auf die Sprünge zu helfen. In Belgien sind temporäre und dauerhafte Sperren möglich. Allerdings ist es nicht möglich, eine einmal eingerichtete Sperre umgehend aufzuheben. Dies geht grundsätzlich nur mit einem großen Zeitverzug. Auch das soll dazu beitragen, dass die Spieler sich selbst schützen und nicht aus einer Laune heraus plötzlich die Sperre aufheben. Der entscheidende Faktor für die Wirksamkeit eines Selbstausschluss-Systems ist die Marktabdeckung. Nur wenn möglichst viele Glücksspielanbieter erfasst werden, kann ein Selbstausschluss die gewünschte Wirkung entfalten.

Nur legaler Glücksspielmarkt wird in Belgien mit Selbstausschluss erfasst

Bei jedem Versuch, Spieler vor sich selbst zu schützen, gibt es ein grundlegendes Problem: Erfasst werden kann immer nur der legale Glücksspielmarkt. Das ist in Belgien genauso wie in Deutschland. Die belgische Glücksspielbehörde kann nur Regeln vorgeben für die Glücksspielanbieter, die eine belgische Lizenz haben. Die zahlreichen Online-Casinos auf dem Schwarzmarkt werden hingegen nicht erfasst. Auch die Wettanbieter, die keine Lizenz in Belgien haben, werden sich nicht an das Selbstausschluss-System anschließen. Dadurch entstehen Lücken, die gerade für die gefährdeten Spieler problematisch sind. Es ist sehr schwierig, diese Lücken zu schließen. Gerade beim Online-Glücksspiel ist es wahrscheinlich sogar unmöglich, mit einem Selbstausschluss-System einen vollständigen Spielerschutz zu erreichen.

Aber es ist definitiv ein Fortschritt, wenn zumindest alle legalen Glücksspielanbieter das Selbstausschluss-System beachten müssen. Dadurch wird die Anzahl der verfügbaren Optionen für Spieler erheblich reduziert. Bedauerlicherweise fehlen bislang in Belgien, aber auch in anderen Ländern, umfassende Studien zur Wirksamkeit von Selbstausschluss-Systemen. Zudem spielt es auch eine große Rolle, wie gut die Kanalisierung auf dem Markt ist. Wenn der Schwarzmarkt klein ist, dürfte das dazu beitragen, dass ein Selbstausschluss-System besser funktioniert. Hat der Schwarzmarkt hingegen eine beträchtliche Größe, dürfte die Wirksamkeit eines Selbstausschluss-Systems eher gering sein. Aber zumindest bekommen die Spieler mit dem Selbstausschluss-System EPIS die Möglichkeit geboten, sich deutlich besser zu schützen als ohne ein derartiges System.

Selbstausschluss-System allein genügt nicht für Spielerschutz

Die meisten Fachleute sind sich einig darüber, dass ein Selbstausschluss-System ein wichtiger Baustein in jedem Spielerschutz-System ist. Aber ein Selbstausschluss-System allein bringt noch keinen vollständigen Schutz. Ein wichtiger Faktor ist, dass es einen kleinen Schwarzmarkt gibt. Der Schwarzmarkt wird nie vollständig verschwinden. Aber es ist wichtig, dass der Schwarzmarkt möglichst klein gehalten wird. Zum einen gelingt dies dadurch, dass der legale Markt möglichst attraktiv gehalten wird. In Kombination mit einem wirkungsvollen Selbstausschluss-System ist das durchaus ein sinnvolles Ziel. Zudem muss der Schwarzmarkt wirkungsvoll bekämpft werden. In Deutschland geschieht dies in Zukunft mit Netzsperren und Payment Blocking. Allerdings ist aktuell unklar, wie erfolgreich die Bekämpfung des Schwarzmarkts beim Online-Glücksspiel in Deutschland sein wird.