In der letzten Zeit entwickelt sich ein erfreulicher Trend. Immer mehr Frauen sind in der Spiele-Industrie aktiv. Warum auch nicht? Frauen können ebenso wie Männer Videospiele und Glücksspiele entwickeln. Allerdings dominieren traditionell die Männer die Spiele-Industrie. Das gilt nicht nur für die Spiele-Entwicklung. Dass Informatik tendenziell ein Fach ist, das männliche Studenten begeistert, ist keine Neuigkeit. Deswegen ist der Nachwuchs in vielen Unternehmen in der Entwicklungsabteilung auch überwiegend männlich. Aber in den letzten Jahren gibt es doch immer mehr Frauen, die nicht nur gerne Videospiele und Glücksspiele erleben, sondern auch selbst die Entwicklung solcher Spiele vorantreiben möchten. Das ist eine positive Nachricht für die gesamte Glücksspielindustrie.

Mehr Frauen für mehr Diversität in Spiele-Industrie

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Es gibt nicht viele Industrien, die so männlich geprägt sind wie die Spiele-Industrie. Für die Videospiele gilt das nach wie vor, auch wenn es zunehmend weibliche Spieler gibt. Aber gerade beim Glücksspiel lässt sich immer wieder feststellen, dass vor allem Männer sind, die Spielbanken, Spielhallen und Online Casinos besuchen. Vielleicht erklärt sich auch dadurch, dass bei den Spieleherstellern überwiegend Männer beschäftigt sind. Aber warum sollten nicht auch Frauen Glücksspiele programmieren? Spielautomaten sind unterhaltsame Projekte für Programmierer, die sich gerne mit Wahrscheinlichkeitsrechnung und grafischen Spielereien beschäftigen. Zudem gibt es immer mehr Spielehersteller, die hohe Ansprüche an die Spieleentwicklung stellen. Die Zeiten, in denen es genügte, für einen Online-Slot ein paar Walzen zu animieren, sind weitgehend vorbei. Schaut man sich die Spielautomaten an, die in den letzten Monaten auf den Markt gekommen sind, zeigt sich doch sehr deutlich, dass die Qualität nach oben geht. Aber wird auch klar, dass vor allem männliche Zielgruppen angesprochen werden. Vielleicht könnte die Glücksspielindustrie davon profitieren, auf der Entwicklerseite mehr Frauen einzusetzen. Eventuell würden dann auch mehr Frauen die Glücksspiele nutzen. In den letzten Jahren hat es immer wieder einmal zarte Versuche gegeben von Unternehmen, dieses Thema zu bespielen. Aber der Anteil der weiblichen Spieler ist beim Glücksspiel durchweg niedrig geblieben.

Bei den Videospiel-Entwicklern hat man längst erkannt, dass es sinnvoll ist, auch Frauen in die Spiele-Entwicklung einzubeziehen. Nicht jedes Thema, das ein männliches Publikum begeistert, ist auch für ein weibliches Publikum interessant. Selbstverständlich gibt es an vielen Stellen Überschneidungen. Wer einmal an ein Wochenende in einem Bundesliga-Stadion war, kann aus eigener Erfahrung berichten, dass es längst nicht nur Männer sind, die gerne Fußball schauen. Genauso gilt auch bei Videospielen, dass Themen, die traditionell in erster Linie Männer ansprechen, auch von Frauen rezipiert werden können. Aber die Situation wäre vielleicht noch einmal ganz anders, wenn Spiele von Frauen für Frauen entwickelt würden. Vielleicht würden diese Spiele dann zu einem kleinen Prozentsatz auch von Männern gespielt werden. Aber es lässt sich wohl in der heutigen Zeit kaum bestreiten, dass die Perspektive der Spiele-Designer und Spiele-Entwickler eine Rolle spielt. Neben der Entwicklung von Spielen, die nicht nur auf ein männliches Publikum zugeschnitten sind, hat die Spiele-Industrie aber noch andere Möglichkeiten, Frauen einzubinden. Vor allem durch die zahlreichen Influencer auf YouTube, Instagram, Twitch und in anderen sozialen Medien ergeben sich ganz neue Chancen.

Mehr weiblicher Content für die Spiele-Industrie

Schaut man sich die typischen Videos von Influencern auf Youtube oder Twitch an, in denen es stundenlang um nichts anderes geht, als dem Protagonisten, der ein bestimmtes Videospiel oder auch ein Glücksspiel nutzt, zuzuschauen, wird sehr schnell deutlich, dass es sich fast immer um Männer handelt. Warum gibt es nicht mehr Frauen, die Videospiele oder auch Glücksspiele im Streaming teilen? Beim Glücksspiel gibt es das Problem, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht immer ganz klar sind. Nicht in jeder Jurisdiktion ist es möglich, Livestreams oder Videos zu vermarkten, in denen demonstriert wird, wie Glücksspiele funktionieren. Aber das ändert nichts daran, dass die Spiele-Industrie, sowohl was Videospiele als auch Glücksspiele angeht, gut beraten wäre, mehr weiblichen Content zu produzieren. Dann würden sich vielleicht auch mehr Frauen von den beworbenen Produkten angesprochen fühlen.

Sowohl für Videospiele als auch für Glücksspiele gilt, dass die vorhandenen Strukturen in den letzten Jahrzehnten gewachsen sind. Deswegen ist es nicht ganz einfach, grundlegende Änderungen durchzuführen. Zudem wird man sich bei so manchem Videospiel-Hersteller und Glücksspiel-Hersteller fragen, ob warum man etwas ändern sollte, wenn das Geschäft doch gut läuft. Die Antwort ist ganz einfach: Es kann keine gute Geschäftsstrategie sein, die Hälfte der Bevölkerung weitgehend zu ignorieren. Der Glücksspielmarkt könnte zum Beispiel fast doppelt so groß sein, wenn genauso viele Frauen wie Männer Spielautomaten und andere Glücksspiele nutzen würden. Vielleicht schafft es irgendwann auch ein Glücksspielanbieter in Deutschland, den Frauenanteil bei der Kundschaft deutlich zu erhöhen. Vor allem wäre dann auch wieder erhebliches Wachstum möglich. Die Glücksspielindustrie in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern kommen langsam an die Grenzen des männlichen Wachstums. Warum also nicht einmal die weibliche Seite der Bevölkerung bei der Kundschaft bevorzugen? Ein Problem könnte allerdings sein, dass Glücksspielanbieter genauso wie Glücksspiel-Fans tendenziell eher konservativ sind, wenn es um neue Entwicklungen geht.