Flutter Entertainment hat in Großbritannien und Irland ein neues Verlustlimit eingeführt. Spieler unter 25 Jahren dürfen in Zukunft nicht mehr als 500 Pfund (584 Euro) pro Monat verlieren. Das ist eine interessante Lösung für ein Problem, mit dem sich Glücksspielanbieter überall auf der Welt auseinandersetzen müssen. Wie gelingt es, gefährdete Glücksspiel-Fans davor zu bewahren, sich selbst zu schädigen? Das neue Verlustlimit von Flutter Entertainment ist eine kreative Lösung, die das verantwortungsbewusste Spielen in den Mittelpunkt stellt. Allerdings sehen nicht alle Experten das neue Verlustlimit als ausreichend an. Bemerkenswert ist allerdings, dass Flutter Entertainment dieses Limit in Eigeninitiative eingeführt hat für alle Marken des Glücksspielkonzerns.

Neues Verlustlimit von Flutter Entertainment eingeführt

Flutter Entertainment

In Europa wird es mittlerweile zur Mode, Einzahlungslimits einzuführen. In Großbritannien und Irland gibt es bislang keine gesetzlichen Einzahlungslimits für Online-Glücksspielanbieter. Aber einer der größten Glücksspielkonzerne der Welt, Flutter Entertainment, hat nun in Großbritannien und Irland ein Verlustlimit in Höhe von 500 Pfund für alle Spieler unter 25 Jahren eingeführt. Die Begründung, das Verlustlimit auf die jüngere Altersgruppe im Kundenkreis zu beschränken, ist, dass gerade die jungen Glücksspiel- und Sportwetten-Fans noch nicht immer dazu in der Lage sein, die besten finanziellen Entscheidungen zu treffen. Deswegen will Flutter Entertainment durch das Verlustlimit dafür sorgen, dass sich die Spieler in dieser Altersgruppe nicht erheblich schädigen können. Ein Verlustlimit von 500 Pfund pro Monat genügt immer noch, um ein unangenehmes Loch in den Geldbeutel eines jungen Menschen zu reißen. Aber mit dieser Summe kann sich niemand vollständig ruinieren.

Insbesondere verhindert Flutter Entertainment durch das neue Verlustlimit, dass junge Kunden innerhalb kurzer Zeit sehr viel Geld verlieren. Wer 500 Pfund im Monat verliert, muss bis zum nächsten Monat warten, bevor überhaupt wieder Glücksspiele und Wetten bei Flutter Entertainment möglich sind. Der Haken bei diesem Verlustlimit ist allerdings offensichtlich. Das Verlustlimit gilt nur für die Angebote von Flutter Entertainment. Die Kunden haben jederzeit die Möglichkeit, zu anderen Anbietern zu wechseln. Das ist ein grundsätzliches Problem, das man jedoch nicht Flutter Entertainment anlasten kann. Es wäre wichtig und sinnvoll, wenn sich die gesamte Branche in Großbritannien und Irland auf eine vernünftige Regelung zum Schutz junger Spieler einigen könnte. Vielleicht trägt das neue Verlustlimit von Flutter Entertainment dazu bei, dass es demnächst eine entsprechende Initiative gibt. Aber selbst dann wäre das Problem nicht vollständig gelöst, denn es gibt nicht nur den regulierten Markt.

Wie wirkungsvoll ist das Verlustlimit von Flutter Entertainment?

Ein Verlustlimit kann immer nur dann wirksam sein, wenn sich die Spieler nicht über das Verlustlimit hinwegsetzen können. Doch das ist im Fall von Flutter Entertainment sehr einfach. Auch wenn alle Marken von Flutter Entertainment in Zukunft das Verlustlimit umsetzen, bleiben doch genügend Optionen für umtriebige Glücksspiel-Fans, höhere Summen umzusetzen. Aber in der Praxis wird es vielleicht den einen oder anderen Glücksspiel-Fan dann doch aufhalten, dass es ein Verlustlimit bei Flutter Entertainment gibt. Zumindest sollten die betroffenen Kunden von Flutter Entertainment gegebenenfalls merken, dass eine Grenze erreicht ist, die vielleicht nicht überschritten werden sollte. Doch nicht jeder junge Kunde wird sich vernünftig verhalten. Deswegen ist davon auszugehen, dass Flutter Entertainment einige Kunden verlieren wird, weil es das neue Verlustlimit gibt.

Aber es könnte auch sein, dass das neue Verlustlimit dazu führt, dass Kunden, die an dieses Limit stoßen, vorübergehend bei anderen Glücksspielanbietern, die eine Lizenz in Großbritannien bzw. Irland haben, aktiv werden. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass das häufig passieren wird. Auch wenn es lobenswert ist, dass Flutter Entertainment in Eigeninitiative ein neues Limit für junge Erwachsene einführt, dürfte die Wirkung in der Praxis doch sehr begrenzt ein. Wer sich ohnehin vernünftig verhält, braucht dieses Limit nicht. Wer sich nicht vernünftig verhalten will, wird andere Wege finden, mehr Geld umzusetzen. Am Ende funktionieren Limits nur, wenn sie branchenweit umgesetzt werden und keine Alternativen auf dem Schwarzmarkt verfügbar sind.

Einsatzlimit in Deutschland strenger als Verluste mit von Flutter

Es wäre nicht sinnvoll, das Verlustlimit von Flutter Entertainment auf den deutschen Markt zu übertragen. In Deutschland gilt bereits ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro, und zwar für alle Anbieter übergreifend. In Deutschland kann kein Glücksspiel-Fan mehr als 1.000 Euro pro Monat verlieren, jedenfalls nach den aktuellen Plänen. Auch in Deutschland gibt es das Problem, dass es einen Schwarzmarkt gibt, der dieses Einzahlungslimits nicht beachtet. Aber bei den legalen Anbietern ist das Einzahlungslimits deutlich strenger als das Verlustlimit von Flutter Entertainment in Großbritannien und Irland, und zwar für alle Kunden.

Ein Verlustlimit ist etwas anders gestaltet als ein Einzahlungslimit. Aber im Kern geht es immer darum, die Ausgaben der Spieler zu begrenzen. Nach Einschätzung vieler Experten ist das grundsätzlich eine sinnvolle Methode, um die Gefahren des Glücksspiels zu reduzieren. Allerdings gehört zu jedem sinnvoll umgesetzten Limit bei Einzahlungen oder Verlusten auch, dass der Schwarzmarkt vernünftig bekämpft wird. Wenn es möglich ist, mit ein paar Klicks zum nächsten Glücksspielanbieter zu gelangen, der keine Limits hat, hilft auch eine strenge Glücksspielregulierung nur sehr begrenzt. Aber zumindest ist es ein gutes Zeichen, dass ein großer Glücksspielanbieter wie Flutter Entertainment etwas unternimmt beim Thema Spielerschutz.