Der Hessische Rundfunk hat eine spannende Fernsehsendung über Spielhallen-Besucher im Programm. Für die Sendung „7 Tage in einer Spielhalle“ ist die Journalistin Anne-Katrin Eutin eine Woche lang in Oberursel in Blacky’s Playhouse als Mitarbeiterin eingestiegen. Die Gespräche mit dem Spielhallen-Personal und den Spielern geben interessante Einblicke in eine Parallelwelt, die viele Menschen nicht kennen. Es spricht für den Hessischen Rundfunk, dass eine Sendung produziert wird, die das Thema ohne Ideologie und Vorverurteilung aufgreift. Besonders spannend ist, dass sehr deutlich wird, dass die meisten Spielhallen-Besucher sehr genau wissen, was sie tun und warum sie es tun.

Spielhallen-Sendung erlaubt spannende Einblicke

Spielbank Deutschland

Warum ist eigentlich noch kein anderer Journalist auf die Idee gekommen, eine Woche lang in einer Spielhalle zu arbeiten, um sich eine eigene Meinung zum Thema zu bilden? Spielhallen werden in der öffentlichen Debatte meist sehr negativ dargestellt. Oft geht es um Spielhallen-Verbote. Mitunter wird auch von Überfällen auf Spielhallen berichtet. Wer sich nicht weiter mit diesem Thema auseinandersetzt, bekommt einen völlig falschen Eindruck von der Realität. Der Verdienst der Sendung „7 Tage in einer Spielhalle“ besteht vor allem darin, die Spieler und das Spielhallen-Personal zu Wort kommen zu lassen. Allerdings wird im ersten Teil der Sendung auch deutlich, dass die meisten Spieler doch große Hemmungen haben, sich vor einer Kamera zu äußern. Deswegen finden die meisten Interviews anonymisiert statt.

Die Spieler erklären, warum sie in eine Spielhalle gehen. Die typische Begründung ist dabei, dass es sich um ein Freizeitvergnügen handelt. Viele Spieler kommen regelmäßig, aber manche Spieler kommen auch nur gelegentlich. Es gibt Spieler, die mit sehr kleinen Einsätzen spielen und nur ein festes Budget bei einem Spielhallen-Besuch haben. Andere Spieler sehen die Sache etwas lockerer. Gemeinsam haben alle Spieler, dass der Besuch in der Spielhalle ein wichtiger Teil des Lebens ist. Die Faszination, die von den Spielautomaten ausgeht, können vielleicht nicht alle Menschen verstehen. Aber die echten Glücksspiel-Fans sind davon fasziniert, dass sie dem Glück eine Chance geben. Alle Spieler spekulieren darauf, zumindest gelegentlich einen hohen Gewinn zu erzielen.

Spieler schätzen Glücksspiele realistisch ein

Jeder Spieler weiß, dass die Spielhalle einen Vorteil hat. Die Auszahlungsquote liegt immer unter 100 Prozent. Das ist in Spielhallen genauso wie in Spielbanken und Online-Casinos. Die Slots in Spielhallen haben aber ebenso wie die Online Spielautomaten sehr hohe Auszahlungsquoten, die nicht weit unter 100 Prozent liegen. Entscheidend ist für den Spielhallen-Betreiber, dass auf lange Sicht immer die Bank gewinnt. Ansonsten würde sich das Geschäftsmodell Spielhalle nicht rechnen. Die Spieler wissen dies selbstverständlich. In der Dokumentation „7 Tage in einer Spielhalle“ wird dies an verschiedenen Stellen deutlich. Die Spieler wissen, dass sie nur zeitweise Glück haben können. Aber das genügt schon als Anreiz.

Die große Scheu der Spieler vor der Öffentlichkeit zeigt allerdings auch, wie negativ der Ruf des Glücksspiels ist. Dabei gibt es Millionen Menschen, die regelmäßig Glücksspiele betreiben. In Spielhallen, Spielbanken und Lottoannahmestellen geht es immer darum, Geld auf eine sehr unwahrscheinliche Sache zu setzen, um am Ende mit viel Glück einen hohen Gewinn zu erzielen. Spielhallen haben erstaunlicherweise eine deutlich schlechtere Reputation als Spielbanken. Und Lottospieler würden sich wahrscheinlich massenweise vor eine Fernsehkamera drängen, wenn sie die Gelegenheit hätten. Deswegen ist es eine gute Sache, dass es eine Fernsehsendung gibt, die mit einigen Klischees aufräumt.

Dokumentation belegt starken Spielerschutz

Spielhallen-Betreiber müssen in Deutschland viel Aufwand betreiben, um einen erstklassigen Spielerschutz zu gewährleisten. Unter anderem wird in der HR-Doku auch gezeigt, dass jede Spielhalle an das Spielersperrsystem OASIS angeschlossen sein muss. Über dieses System wird bei jedem Besuch überprüft, ob der Spieler gesperrt ist für Glücksspiele in Deutschland. Wenn das der Fall ist, darf der Spielhallen-Betreiber der Person keinen Zugang gewähren. Es gibt noch viele weitere kleine und große Maßnahmen zum Spielerschutz. Zudem wird in „7 Tage in einer Spielhalle“ sehr deutlich, dass es eine große Nachfrage nach Glücksspiel gibt, die vernünftig kanalisiert werden muss.

Sie können die Sendung „7 Tage in einer Spielhalle“ aktuell in der ARD-Mediathek sehen.