Eine neue Fairplay-Initiative, die von Rob Yong in Zusammenarbeit mit Partypoker (siehe auch Party Casino) gestartet worden ist, soll Betrug beim Online-Poker wirksam bekämpfen. Rob Yong gehört das Casino Dusk Till Down und Partypoker ist einer der größten Anbieter von Online-Poker in Europa.

Betrug beim Online-Poker schon immer ein Thema

Celina Lin Poker Stars Betrug beim Online-Poker? Ist das wirklich ein Problem? Die Antwort ist eindeutig: Ja! Online-Poker bietet theoretisch einige Möglichkeiten, Betrug zu begehen. Als Beispiele seien nur die Stichworte Mehrfach-Konten, Collision, Ghosting und Bots genannt. Die Pokeranbieter sind rund um die Uhr damit beschäftigt, verdächtige Spieler unter die Lupe zu nehmen. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass ein Betrug immer dann anfängt, wenn ein Spieler gegen die Regeln des Pokeranbieters verstößt. Das kann zum Beispiel auch bedeuten, dass eine Software eingesetzt wird, die der Anbieter nicht zulässt. Eine ganz einfache Methode, beim Online-Poker zu betrügen, besteht darin, mit mehreren Personen an einem Tisch zu spielen und gemeinsame Sache zu machen. Für die Pokeranbieter sind solche Betrügereien besonders schwierig aufzudecken. Denn wer möchte Spielern verbieten, ständig miteinander an einem Tisch zu spielen? Das an sich ist noch kein Betrug. Aber wenn die Spieler dann zum Beispiel per Telefon absprechen, welche Strategien umgesetzt werden, ist das gegenüber den anderen Spielern am Tisch unfair. Casino-Betreiber haben im Vergleich zu Pokeranbietern den großen Vorteil, dass der Spieler fast immer ausschließlich gegen die Bank antritt. Deswegen ist das Betrugspotenzial erheblich niedriger als beim klassischen Poker. Ein Casino-Spieler muss nur darauf achten, seriöse Online Casinos zu besuchen. Beim Besuch eines Pokeranbieters gibt es immer auch die Gefahr, dass andere Spieler betrügerische Absichten haben. Das ist natürlich auch den Anbietern bewusst, die mittlerweile große Anstrengungen unternehmen, um Betrug aufzudecken oder gleich zu verhindern. Ob das aber immer reicht, ist eine ganz andere Frage. Letztlich ist es für einen Pokerspieler online schwierig herauszufinden, ob alles mit rechten Dingen abläuft. Genauer: Es ist für einen Spieler nahezu unmöglich festzustellen, ob in einem Pokerspiel alles korrekt abläuft. Gezinkte Karten gibt es beim Online-Poker nicht, aber wenn die anderen Spieler sich unfairer Mittel bedienen, ist das eine riesige Sauerei. Da es aber möglich ist, mit Betrügereien viel Geld zu verdienen, gibt es immer wieder Versuche, mit unfairen Methoden zum Erfolg zu kommen.

Partypoker macht Ernst beim Kampf gegen Betrug

Partypoker unterstützt die neue Fairplay-Initiative von Rob Yong in vollem Umfang. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass Rob Yong zum Teil drastische Maßnahmen umsetzt, um Betrügereien zu verhindern. Bei Partypoker ist es zum Beispiel mittlerweile kaum noch möglich, legal Software von Drittanbietern zu verwenden. Das ist für viele ambitionierte Pokerspieler durchaus kritisch, denn der Einsatz von Software ist über die Jahre hinaus für viele Spieler zum Standard geworden. Um es ganz klar zu sagen: Eine Statistik-Software, die alle Pokerhände und die einzelnen Spieler statistisch erfasst, ist nach Auffassung der meisten Spieler kein Betrug. Trotzdem hat Partypoker sich dazu entschieden, Software dieser Art komplett auszuschließen. Der renommierte Pokeranbieter ist sogar so weit gegangen, dass alle Kunden ihren Screen-Namen ändern mussten. Dadurch wurden die vorhandenen Daten in den einschlägigen Programmen mit einem Mal wertlos. Besonders viele Freunde hat sich Partypoker mit dieser Aktion nicht gemacht. Auch das komplette Verbot von Heads-Up-Displays (HUDs) ist alles andere als ein Publikumserfolg. Derzeit gibt es viele Spieler bei Partypoker, die aufgrund der neuen Regeln das Weite suchen. Nach wie vor gibt es Konkurrenten, bei denen der Einsatz von Software zur Unterstützung des eigenen Spiels gestattet ist. Damit sind natürlich nicht Bots gemeint, die für den Kunden spielen. Aber Statistik-Software war eigentlich lange Zeit Standard beim Online-Poker. Gerade für sehr aktive Spieler wäre es ansonsten schwierig bis unmöglich, den Überblick zu behalten. Anders als beim klassischen Poker in einem landbasierten Casino spielen Pokerspieler oft gegen unzählige verschiedene Gegner. Statistik-Software kann dabei helfen, die Eigenarten der Gegner besser zu verstehen. Aber man muss auch verstehen, dass Partypoker irgendwann die Nase voll hatte. Durch die Regeländerung wird ein sehr sauberes Spiel geschaffen, bei dem jeder Spieler am Tisch neu anfängt. Nach wie vor ist es möglich, Notizen zu den Spielern zu machen, aber die umfangreichen Statistik-Exzesse der letzten Jahre sind bei Partypoker nicht mehr möglich. Man wird sehen, ob der Anbieter mit dieser Strategie Erfolg hat. In jedem Fall profitieren die Gelegenheitsspieler, die auch bisher keine Statistik-Software eingesetzt haben.

Begünstigt DSGVO Betrug beim Online-Poker?

Wir ersparen Ihnen an dieser Stelle eine Rant über die DSGVO, die in den letzten Monaten für viel Ärger bei Webseiten-Betreibern gesorgt hat. Die europäische Datenschutzverordnung mag ihre Vorteile haben. Aber beim Online-Poker wird sehr deutlich, dass es ein riesiges Problem sein kann, wenn Daten zu stark geschützt werden. Die neue Fairplay-Initiative von Rob Yong und Partypoker möchte dazu beitragen, dass Daten zwischen den einzelnen Anbietern getauscht werden können. Der Hintergrund ist einfach: Mit dem Datenaustausch sollen die Anbieter die Möglichkeit haben, besser gegen Betrug vorgehen zu können. Wenn beispielsweise ein Kunde einen Betrug bei dem einen Anbieter versucht und damit scheitert, geht er wahrscheinlich zum nächsten Anbieter. Das funktioniert aber nur, wenn der nächste Anbieter noch nicht informiert ist. Die DSGVO macht es derzeit wahrscheinlich unmöglich, die Daten weiterzugeben. Das ist ziemlich absurd, denn letztlich sollen doch die Bürger mit der Datenschutzverordnung geschützt werden. Bei der Vorstellung der neuen Fairplay-Initiative wurde deutlich, dass die DSGVO wahrscheinlich die größte Hürde sein wird beim Kampf gegen Poker-Betrug. Es wäre ziemlich dramatisch, wenn der Betrug beim Online-Poker nicht wirksam bekämpft werden könnte, nur weil es eine Datenschutzverordnung gibt, die es den Anbietern unmöglich macht, wirksame Maßnahmen durchzusetzen. Aber ganz geklärt ist die Geschichte noch nicht. Rob Yong hat schon angekündigt, in jedem Fall die Grenzen auszutesten. Aber schon vor der neuen DSGVO sind ähnliche Initiativen gescheitert. Das Microgaming Poker Network (MPN) wollte vor wenigen Jahren auch schon einmal eine ähnliche Initiative umsetzen wie Rob Yong und Partypoker. Doch die rechtlichen Rahmenbedingungen waren derart strikt, dass es praktisch unmöglich war, die wichtigsten Maßnahmen durchzuführen. Die Datenschutz-Regeln sind mittlerweile aber deutlich strenger als noch vor einigen Jahren, sodass ernsthaft bezweifelt werden muss, dass die neue Fairplay-Initiative zu einem nachhaltigen Erfolg wird. Immerhin ist es aber positiv, dass einer der großen Player auf dem Markt eine derartige Initiative unterstützt. Ohne politische Unterstützung wird es jedoch langfristig kaum möglich sein, den Betrug beim Online-Poker wirksam zu bekämpfen.