In Belgien wird das Einzahlungslimit in Online-Casinos verschärft. Das ist eine politische Entscheidung, die sich aber direkt auf die Glücksspielanbieter und die Glücksspiel-Fans auswirken wird. Wie hoch war das Limit bisher? Zuletzt durften die Glücksspiel-Fans wöchentlich 500 Euro in Online-Casinos einzahlen. Durch die neue Regelung wird das Einzahlungslimit auf 200 Euro reduziert. Dieses Limit gilt pro Glücksspielanbieter. Klingt dramatisch? Im Vergleich mit Deutschland ist diese Regelung geradezu paradiesisch, denn in Deutschland liegt das Einzahlungslimit bei 1.000 Euro pro Monat, aber nicht pro Anbieter, sondern für alle Anbieter übergreifend. Doch warum hat Belgien nun das vorher doch recht großzügige Limit reduziert?

Belgien bekommt neues Einzahlungslimit für Online-Glücksspiel

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Noch ist das neue Einzahlungslimit nicht umgesetzt worden. Unter anderem muss noch die belgische Datenschutzbehörde zustimmen. Das neue Einzahlungslimit soll den Spielerschutz verbessern und die Kontrolle vereinfachen. Bei der neuen Regelung geht es aber nicht nur darum, die Summe nach unten zu schrauben. Darüber hinaus soll die belgische Glücksspielkommission auch mehr Möglichkeiten bekommen, das Einzahlungslimit zu kontrollieren. Schon jetzt gilt, dass Glücksspielanbieter, die Einzahlungen über das aktuell geltende Limit von 500 Euro pro Woche hinaus zulassen, den gesamten Betrag über dem Limit zurückerstatten müssen. Doch in Zukunft soll die belgische Glücksspielbehörde die Möglichkeit bekommen, bei der Nationalbank von Belgien Auskunft zu bekommen zu jeder Person, die das Einzahlungslimit überschreitet.

Ein Einzahlungslimit von 200 Euro pro Woche dürfte für die meisten belgischen Glücksspiel-Fans völlig ausreichend sein. Wer hat schon mehr als 200 Euro pro Woche zur Verfügung, um Glücksspiele zu nutzen? Doch genau das ist eine wichtige Frage, denn auch in Belgien gibt es High Roller, die sehr viel Geld zur Verfügung haben und dieses Geld auch gerne für Glücksspiele einsetzen möchten. Was machen diese Spieler? Auch das bisherige Limit war für diese kleine Gruppe schon zu niedrig. Die meisten Experten befürchten, dass die High Roller bei Glücksspielanbietern aktiv sind, die keine belgische Lizenz haben und dementsprechend höhere Einzahlung zulassen. Auch wenn die neuen Regeln umfassend sind und der belgischen Glücksspielkommission viele neue Möglichkeiten geben, bleibt doch das zentrale Problem ungelöst: Wie verhindert Belgien, dass belgische Glücksspiel-Fans bei nicht zugelassenen Anbietern spielen?

Komplexe Lösung für einfaches Problem?

Ein Einzahlungslimit sieht aus wie eine einfache Lösung, wenn es darum geht, den Glücksspielmissbrauch einzuschränken. Aber was in Spielhallen und Spielbanken gut funktioniert, ist in Online Casinos nicht zwangsläufig sinnvoll. Jede Beschränkung in regulierten Online Casinos führt dazu, dass die nicht regulierten Online Casinos attraktiver werden für die Glücksspiel-Fans. Deswegen muss eine sinnvolle Balance aus vernünftigem Spielerschutz und guter Kanalisierung gefunden werden. Ob das neue Einzahlungslimit dazu führt, dass diese Balance verbessert wird, darf zumindest in Frage gestellt werden. Warum sollte ein belgischer Glücksspiel-Fan freiwillig ein niedrigeres Einzahlungslimit akzeptieren, wenn es ein paar Klicks weiter Anbieter gibt, die deutlich höhere Limits haben?

Auch in Belgien scheint man dazu zu tendieren, die legalen Glücksspielanbieter mehr unter Druck zu setzen und den regulierten Markt stärker zu kontrollieren. Am Ende führt dies vielleicht dazu, dass die offiziellen Zahlen besser aussehen als früher. Aber entscheidend ist immer, wie viel Geld wirklich auf dem Glücksspielmarkt umgesetzt wird. Um realistische Zahlen präsentieren zu können, ist es immer wichtig, auch den Schwarzmarkt vernünftig zu untersuchen. Das müsste jedenfalls dann gelten, wenn das oberste Ziel wirklich Spielerschutz wäre. Nicht nur in Belgien könnte man mitunter aber den Eindruck gewinnen, dass dieses Thema zwar als Argument gerne genutzt wird, in der Praxis aber dann doch bestenfalls mit einigen Lücken umgesetzt wird.

Deutsches Einzahlungslimit besser als belgisches?

Deutschland hat mit dem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit von 1.000 Euro eine besondere Regelung geschaffen, die auf dem Papier gut aussieht. Aber es ist nicht ganz einfach, dieses Einzahlungslimit vernünftig in die Praxis umzusetzen. Immerhin müssen alle Glücksspielanbieter eine zentrale Datei abfragen, bevor eine Einzahlung erfolgt. Ob das reibungslos funktioniert, muss sich in den nächsten Monaten zeigen. Bislang ist Deutschland nicht unbedingt als Digital-Wunderland aufgefallen. Aber vielleicht wird bei der Glücksspielregulierung und speziell beim Einzahlungslimit alles besser. Zumindest ist es keine schlechte Idee, Regeln aufzustellen, die für alle Glücksspielanbieter übergreifend gelten. Ein Einzahlungslimit pro Anbieter ist im Internet längst nicht so effektiv wie ein Einzahlungslimit, das für alle Anbieter übergreifend gilt.

In Deutschland gibt es noch weitere sinnvolle Maßnahmen, jedenfalls in der Theorie. Eine Spielersperrdatei sorgt in Zukunft dafür, dass Spieler sich komplett ausschließen können vom legalen Glücksspiel, sowohl online als auch offline. Die deutsche Spielersperrdatei müssen Spielbanken, Spielhallen und Online-Glücksspielanbieter beachten. Diese Maßnahme ist wahrscheinlich für sich genommen wesentlich effektiver als jedes strenge Einzahlungslimit, denn mit einer Spielersperrdatei können sich Problemspieler relativ wirkungsvoll schützen. Aber auch bei der Spielersperrdatei gibt es das fundamentale Problem, dass der Schwarzmarkt nicht erfasst wird. Sowohl in Deutschland als ein Belgien wird man sich seitens der Politik und seitens der Glücksspielbehörden darüber Gedanken machen müssen, wie der Schwarzmarkt besser bekämpft wird. Ohne eine wirkungsvolle Bekämpfung des Schwarzmarkts kann auch die beste Regulierung der illegalen Glücksspielanbieter nicht optimal funktionieren. Deswegen ist keineswegs klar, ob die Einzahlungslimits in Belgien und Deutschland am Ende den Spielerschutz tatsächlich verbessern.