Zum zweiten Mal seit ihrem Bestehen fand die Gamescom im Zeitraum vom 25. bis 27. August 2021 erneut rein digital statt. Für Spielefans und Gaming-Experten war dies jedoch kein Hinderungsgrund, denn auch diesmal waren es wieder mehr als 13 Millionen Menschen die das vielfältige Gamescom-Angebot an Streams und Shows ausgiebig feierten. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit die Zuschauerzahlen sogar um rund 30 Prozent angestiegen.

Games-Markt weiter im Wachstum

Gamescom | 2021

In Köln war auch Ende August alles wie immer. Kein Gedränge von Tausenden Spiele-Enthusiasten vor dem Messegelände, keine endlosen Warteschlangen in den überfüllten Hallen und auch keine Heerscharen von Gamern, die sich in der ganzen Stadt verteilten, denn auch in diesem Jahr fand eine der weltweit größten Messen für den Computer- und Videospiel-Markt ausschließlich digital statt. Game, der Verband der deutschen Games-Branche und die Kölnmesse sind mit der letzten Gamescom offensichtlich wieder sehr zufrieden, denn dieses internationale Messehighlight konnte an den Vorjahres-Erfolg anknüpfen. Drei Tage hintereinander gab es zahlreiche Livestreams. Das Programm war bunt gemischt und reichte von der Vorstellung neuer Spiele bis zu Kostüm-Wettbewerben. Worauf man leider immer noch verzichten muss, ist ein attraktives Angebot an Casino-Spielen, das die Gamescom nach wie vor nicht auf der Agenda hat.

Die ursprüngliche klassische Messe-Form fiel bereits im letzten Jahr, wie viele andere Veranstaltungen auch, der anhaltenden weltweiten Gesundheitskrise zum Opfer. Parallel becherte diese Situation der Games-Branche einen enormen Aufwind, da sich weltweit viele Menschen häufiger zu Hause bewegten, als üblich, und nach interessanten Hobbys Ausschau hielten, die auch in den eigenen vier Wänden realisierbar waren oder die ein wenig Zerstreuung brachten. Der Games-Markt wuchs allein im ersten Halbjahr 2021 und im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um 22 Prozent an, und das ausschließlich in der BRD. Damit stieg der Gesamtumsatz von rund 3,8 Milliarden Euro auf 4,6 Milliarden Euro. Diese Zahlen veröffentlichte soeben der Branchenverband game. Der Geschäftsführer Felix Falk sagt: „Es gab selten so einen starken Anstieg neuer Spieler wie 2020." Einer aktuellen Umfrage des Bitkom zufolge sollen mittlerweile rund 50 Prozent der Deutschen zumindest gelegentlich am Computer spielen. Diese Zahl bezieht sich auf Personen aller Altersgruppen und Geschlechter. Dabei spielt selbstverständlich auch das Spielen in Online Casinos eine große Rolle.

Spiele-Verkauf ist rückläufig

Das digitale Zocken ist längst kein „Nischen-Hobby für Nerds“ mehr und seit dem Ausbruch der Gesundheitskrise erst recht nicht. Aus diesem Grund lautete wohl auch in diesem Jahr das Motto der Gamescom: „Die neue Normalität“. Obwohl sowohl die Zahl der Spieler als auch die Umsätze angestiegen sind, wurden nicht mehr Spiele verkauft. Das belegen die Marktzahlen, die game veröffentlichte. Demnach ist der klassische Spiele-Verkauf um 14 Prozent zurückgegangen. In Zahlen ausgedrückt heißt das: 417 Millionen Euro statt 486 Millionen Euro, wie noch im Vorjahr. Heutzutage ist es fast nicht mehr notwendig, neue Spiele zu erwerben, da es gerade für Tablets und Smartphones zahlreiche Titel gibt, die – zumindest anfänglich - Free to Play zur Verfügung stehen. Zahlen muss man hingegen für sogenannte Ausrüstungsgegenstände, oder dann, wenn man seine virtuellen Spielfiguren entsprechend kostümieren will.

Monats-Abos für Spiele im Trend

Aktuell gibt auch noch ein weiteres Geschäftsmodell auf dem Markt. Abonnements für Spiele, die dem Angebot von Netflix und Co ähneln. Wer ein Monats-Abo erwirbt, erhält unbegrenzten Zulauf auf ein Spiele-Portfolio, das ständig aktualisiert und ergänzt wird. Dieser Service steht nicht nur für PC und Xbox zur Verfügung, sondern auch im mobilen Bereich wie beispielsweise der Google Play Pass oder Apple Arcade.

Einer Bitkom-Umfrage zufolge besitzen bereits rund 58 Prozent der Gamer ein solches Abo. Lewis Ward, ein Computerspiel-Experte beim Marktforschungsinstitut IDC, sieht diese Tendenz weiter ansteigend und sagt: „Ich glaube, Abo-Modelle werden weiter Marktanteile vom Bezahl-Modell übernehmen, und vor allem vom physischen Spiele-Verkauf." Im Gegensatz zu den Software-Umsätzen sind die im Bereich Hardware in letzter Zeit angestiegen, wenn auch nicht so, wie erwartet. Aufgrund der hohen Nachfrage kam es nicht nur bei Xbox Series X und Playstation 5 zu Lieferengpässen, sondern auch bei älteren Modellen. Davon unberührt bleibt jedoch die Spiele-Vielfalt, die von kleineren Indie-Titeln bis zu großen Blockbustern reicht. Kaum eine Spielerin oder ein Spieler wird wohl jemals die Möglichkeit haben, all diese Games auszuprobieren – auch nicht dann, wenn die Gesundheitskrise weiter anhält und auch nicht mit einem Abo. Felix Falk von game sagt dazu: „Es gibt jetzt einfach mehr Spiele, die sich an ganz bestimmte Zielgruppen richten," und er betont, dass es immer neue Nischen gäbe, da der Markt weiter anwächst. Dabei werden – ebenso wie bei den seriösen Online Casinos – auch die Fans unterschiedlicher Genres berücksichtigt, wie beispielsweise die Freunde von Filmen, Serien oder von Musik.

Über all diese Trends konnten sich Gamer im Rahmen der Gamescom 2021 informieren, die allein bei der Opening Night Live (ONL) mehr als 5,8 Millionen Zuschauer aufwies. Das gesamte Programm steht noch bis zum 30. September 2021 online zur Verfügung. Aufgrund des großen Interesses im vergangenen Jahr, gehen die Veranstalter auch diesmal davon aus, dass die Views in den kommenden Tagen und Wochen nochmal ansteigen werden. 2020 hatten sich zahlreiche Spiele-Enthusiasten die Gamescom-Inhalte auch noch nach der Live-Übertragung angeschaut.