Die Anzahl der Spielehersteller in Deutschland wächst. Das ist ein gutes Signal für die Computer- und Videospielbranche. Bei der letzten Zählung gab es 749 Unternehmen in der Spieleindustrie in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl um 20 Prozent gestiegen. Die Zahlen von „GAME – Bundesverband der deutschen Games-Branche e.V.“ zeigen, dass sich doch einiges tut im Spielebereich. Das ist auch gut so, denn mit Computer- und Videospielen lassen sich gute Geschäfte machen. Die Branche floriert weltweit, nicht erst seit der Gesundheitskrise. Viele Menschen spielen gerne in ihrer Freizeit am PC oder mit einer Konsole. Ein modernes Industrieland wie Deutschland sollte in einer Zukunftsbranche wie der Spieleindustrie gut aufgestellt sein. Das war in der Vergangenheit aber nicht immer der Fall.

Computer- und Videospielbranche wächst in Deutschland

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Die 749 Unternehmen, die mittlerweile in Deutschland damit beschäftigt sind, Computer- und Videospiele zu entwickeln und zu vermarkten, sind in einer spannenden Branche unterwegs. Mittlerweile gibt es Videospiele, die mehr Umsätze generieren als Kinofilme. Schon aus wirtschaftlicher Sicht ist es deswegen sinnvoll und wichtig, dass Deutschland in dieser Branche erfolgreich ist. Computer- und Videospiele waren lange Zeit eine Nische für junge Menschen. Doch mittlerweile gibt es Spiele für alle Altersgruppen. Auch die lange Zeit vorherrschende Bevorzugung des männlichen Geschlechts bei der Entwicklung von Computer- und Videospielen verschwindet schrittweise. Mittlerweile gibt es viele Frauen, die gerne und regelmäßig Computer- und Videospiele zocken. In der Spielebranche sind in Deutschland nach den aktuellen Zahlen 10.906 Menschen beschäftigt. Auch daran wird deutlich, wie wichtig der Ausbau dieser Branche ist. Die traditionellen Industrien werden in Deutschland in Zukunft weniger wichtig sein. Deswegen ist es sinnvoll, in Branchen zu investieren, die in 10, 20 und 30 Jahren immer noch relevant sein werden. Aber die Spielebranche hat einige strukturelle Probleme, die immer noch nicht gelöst sind.

Hersteller von digitalen Computer- und Videospielen brauchen qualifizierte Mitarbeiter. Das gilt übrigens auch für die Hersteller digitaler Spielautomaten. Besonders schwierig ist es, Programmierer zu finden, die auf einem hohen Niveau unterwegs sind und für deutsche Firmen Spiele entwickeln möchten. Ein Top-Programmierer hat in der heutigen Zeit viele Optionen zur Verfügung. Deswegen müssen die Arbeitsplätze attraktiv sein, nicht nur hinsichtlich der Bezahlung. Für viele junge Menschen ist es wichtig, dass eine gute Life-Work-Balance möglich ist. In der heutigen Zeit will kaum noch jemand zwölf Stunden am Tag arbeiten in einem ganz normalen Job. Dementsprechend müssen die Spielehersteller dafür sorgen, dass nicht nur die Gehälter lukrativ sind. Genauso wichtig ist, dass eine Arbeitsumgebung vorhanden ist, die leistungsfördernd ist. Nicht zuletzt gibt es gerade in der Computer- und Videospielbranche viele Arbeitsplätze, die sehr gut geeignet sind für das mittlerweile berühmt-berüchtigte Homeoffice. Für viele Programmierer ist es wichtig, zumindest einen Teil der Arbeitszeit zu Hause verbringen zu können. Wenn es um die Arbeitsumgebung, die Gehälter und den generellen Umgang mit Mitarbeitern geht, können die Unternehmen einiges bewirken. Aber oft entstehen schon vor der Gründung des Unternehmens die entscheidenden Probleme in Deutschland.

Spielebranche ist auf staatliche Förderung angewiesen

Ohne staatliche Förderung funktioniert die Computerspiel- und Videospielbranche kaum, jedenfalls in Deutschland. Die schlichte Wahrheit ist: Wenn ein Unternehmen erfolgreich sein soll, müssen gute Produkte vorhanden sein. Bei Computerspielen und Videospielen müssen die Produkte aber erst einmal entwickelt werden. Das kann Monate und in Ausnahmefällen auch Jahre dauern. Deswegen ist es wichtig, über staatliche oder private Förderungen die nötigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Firmengründung hinzubekommen. In Deutschland war es lange Zeit schwierig, überhaupt ein Start-up auf die Beine zu stellen in einer digitalen Branche. Staatliche Förderprogramme waren lange Zeit nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Private Investoren sind in Deutschland gerade im Bereich der Computerspiele und Videospiele nach wie vor die Ausnahme. Vor allem lokal hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Beispielsweise hat sich Hamburg mit einigen Förderprogrammen hervorgetan. Aber auch an anderen Standorten wächst die Spielebranche mittlerweile, weil neben wichtigen Investitionen in die Unternehmen auch Investitionen in die Infrastruktur stattfinden.

Es gibt nach wie vor Regionen in Deutschland, in den es aus ganz praktischen Gründen schwierig wäre, einen Spielehersteller zu etablieren. Was soll ein modernes Unternehmen in einer digitalen Branche an einem Standort bewegen, der nicht einmal über schnelles Internet verfügt? Nach wie vor ist der Breitbandausbau in Deutschland ein Trauerspiel. Auch wenn einiges in Bewegung gekommen ist, fehlt es auch nach wie vor an Tempo bei der Digitalisierung in Deutschland. Die Computerspiel- und Videospielbranche ist ein gutes Beispiel dafür, dass es durchaus möglich ist, die Entwicklung zu beschleunigen mit gezielten Investitionen und staatlichen Förderprogrammen. Das bedeutet aber nicht, dass im Bereich der Computerspiele und Videospiele bereits genug unternommen wird. Die Branche könnte deutlich schneller wachsen, denn der Bedarf nach attraktiven Computerspielen und Videospielen ist weltweit riesig. Immerhin ist das aber ein gutes Zeichen, dass die Anzahl der Unternehmen, die in dieser Branche unterwegs sind, wächst. In den nächsten Jahren wird es darauf ankommen, nachhaltiges Wachstum zu produzieren, damit in Zukunft deutlich mehr Computerspiele und Videospiele aus Deutschland kommen als bisher.