Deutsche Blackjack-Tüftler haben Casino-Geschichte geschrieben. Und niemand hat es mitbekommen! Vor einem halben Jahrhundert haben einige Studenten der Universität Bonn einen kleinen Computer gebaut, den sie in der Jacke verstecken konnten. Mit diesem Computer gelang es den pfiffigen Studenten, regelmäßig die Bank beim Blackjack zu schlagen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Während ihrer Aktivitäten kamen die Studierenden insgesamt auf 30.000 Franc. Warum Franc? Der Blackjack-Computer basierte nicht auf dem Kartenzählen, sondern auf einer besonderen Mischtechnik, die damals nicht in deutschen, aber in französischen Casinos genutzt wurde.

Blackjack-Tüftler aus Deutschland begeistert mit Geschichte

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Rudolf Schönhardt ist längst in Rente. Der Astrophysiker hat eine schöne wissenschaftliche Karriere hinter sich. Doch die spannendste Geschichte, die der Wissenschaftler erzählen kann, handelt nicht von Sternen, sondern von Blackjack-Tischen. Im Jahr 1972 gelang es Schönhardt gemeinsam mit seiner späteren Frau Anne und seinen Mitstudenten Hermann Krause und Robert Lockermann diverse französische Casinos um hohe Summen zu erleichtern. Zur Verdeutlichung: Damals bezahlten die Studenten für ihre Wohnung eine monatliche Miete von umgerechnet 500 Franc. Somit war eine Summe von 30.000 Frau, welche sich die vier über einen langen Sommer erspielten, ein spektakulärer Gewinn. Doch wie gelang es Schönhardt und seinen Freunden, die französischen Spielbanken zuschlagen? Kartenzählen ist fast so alt wie Blackjack, denn wenn sich Mathematiker dieses Spiel näher anschauen, wird rasch deutlich, dass sich der Spieler gegenüber der Bank mit Kartenzählen ein Vorteil verschaffen kann. Aber die mathematisch begabten Studenten hatten einen anderen Ansatz. In den französischen Casinos wurde damals die Bogenmischtechnik eingesetzt, bei welcher der Kartenstapel aufgeteilt wird in zwei Stapel, die ineinandergeschoben werden. Dieses geordnete Verfahren führt dazu, dass es möglich ist, mit einem entsprechend großen Aufwand auf der Basis der abgelegten Karten die folgenden Karten mit einer brauchbaren Wahrscheinlichkeit vorherzusagen.

Mini-Computer bringt den entscheidenden Vorteil

Der Blackjack-Computer, mit dem der Coup gelang, war ein Werk der technikbegeisterten Physikstudenten. Damals gab es nur integrierte Schaltkreise, die zusammengelötet werden mussten. Dementsprechend war der Computer vergleichsweise groß. Das Gerät passte zwar in eine Jackentasche, aber die findigen Blackjack-Spieler mussten sich eine besonders große Jacke besorgen, damit das gesamte Gerät Platz fand. Am Tisch hatte Schönhardt einen Mini-Computer in der Tasche und gab über kleine Tasten verdeckt Binärcodes ein, wenn beim Spiel eine Karte aufgedeckt wurde. Die Information wurde zum Nebenmann übertragen, der einen kleinen Empfänger in einem Pfeifenetui versteckt hatte. Mit gut versteckten Lichtsignalen konnte die Information gesendet werden.

Entscheidend war diese Information, um genau die Zeitpunkte zu erwischen, wann hohe Einsätze sinnvoll waren. Die Idee war ganz simpel: Wenn sich eine attraktive Gewinnchance bot, wurde der Einsatz erhöht. Wenn hingegen die Bank eine bessere Chance hatte, wurde nur mit dem Mindesteinsatz gespielt. Auf diese Weise konnte der Gewinn optimiert werden. Nach Angaben von Rudolf Schönhardt lag der Vorteil gegenüber der Bank bei über zehn Prozent. Bedenkt man, dass beim Blackjack die Bank normalerweise einen Vorteil von wenigen Prozent hat, ist das geradezu spektakulär. Übrigens war das Wirken der Blackjack-Tüftler damals völlig legal, denn es gab kein Verbot technischer Hilfsmittel. Zudem kam den Blackjack-Studierenden am Ende wohl auch zugute, dass ihr finanzieller Ehrgeiz nicht ins Unermessliche wuchs. Für das Viererteam waren am Ende das Studium und der anschließende Beruf wichtiger als der Spaß am Blackjack-Tisch.

Beim Blackjack gegen die Bank gewinnen

Blackjack ist das einzige Spiel in Las Vegas, bei dem die Casino-Betreiber ohne Angabe von Gründen einen Spieler ausschließen können. Der Grund ist, dass das Kartenzählen tatsächlich einen Vorteil bringt. Die Bogenmischtechnik wird in Las Vegas nicht angewendet. Deswegen ließe sich mit dem Mini-Computer, den die Bonner Studierenden vor 50 Jahren zusammengebaut haben, in Las Vegas nicht viel ausrichten. Technische Hilfsmittel sind zudem schon lange verboten. Wer in der heutigen Zeit in Las Vegas mit einem Computer in der Tasche beim Blackjack erwischt wird, wird aber schlimmstenfalls des Casinos verwiesen. In den Zeiten, in denen Mafia Las Vegas regierte, konnte ein derartiger Versuch auch mit diversen Knochenbrüchen oder Schlimmerem enden. Ähnlichen Gefahren waren die Blackjack-Spieler in den gut situierten französischen Spielbanken wohl nie ausgesetzt.