Die belgische Glücksspielbehörde (Kansspelcommissie) hat angekündigt, den Kampf gegen das illegale Online-Glücksspiel deutlich zu verstärken. Gemeinsam mit dem Belgischen Institut für Postdienste und Telekommunikation (Belgisch Instituut voor postdiensten en telecommunicatie, kurz: BIPT) will die Glücksspielbehörde dafür sorgen, dass die belgischen Glücksspiel-Fans in Zukunft keinen Zugriff mehr auf illegale Online-Glücksspielanbieter haben. In Belgien gibt es bereits erhebliche Anstrengungen, das Online-Glücksspiel ohne Lizenz einzudämmen. Unter anderem wird eine Blacklist geführt, auf der alle Glücksspielanbieter stehen, die in Belgien nicht erwünscht sind.

Hartes Vorgehen gegen illegale Online-Glücksspiel

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In den letzten Monaten gab es diverse Meldungen über Abmahnungen, Strafen und öffentliche Androhungen, mit denen illegale Glücksspielanbieter dazu gebracht werden sollten, den belgischen Glücksspielmarkt zu verlassen. Aber allem Anschein nach hat dieser Ansatz nicht so gut funktioniert, wie sich die belgische Glücksspielbehörde dies vorgestellt hat. Die Aufforderung, keine belgischen Kunden mehr anzunehmen, ist die eine Sache. Eine ganz andere Sache ist es, Abmahnungen und Sanktionen durchzusetzen. Wie möchte die belgische Glücksspielbehörde beispielsweise einen illegalen Glücksspielanbieter mit Sitz in Asien bekämpfen? In Belgien macht die Glücksspielbehörde ähnliche Erfahrungen wie die Glücksspielbehörden in vielen anderen Ländern der Europäischen Union.

In Kooperation mit dem BIPT soll es in Zukunft besser gelingen, die Glücksspielanbieter, die in Belgien keine Geschäfte machen dürfen, auszusperren. Der Plan ist allerdings nicht besonders kreativ. Mit dem BIPT will die belgische Glücksspielbehörde dafür sorgen, dass Internetsperren umgesetzt werden. Das klassische IP-Blocking sorgt allerdings nicht dafür, dass die Glücksspielanbieter aus dem Netz verschwinden. Es ist nur nicht mehr möglich, die Glücksspielanbieter über die normalen Webadressen zu erreichen. Einen hochmotivierten Glücksspiel-Fan bremst das am Ende nicht aus. Aber in Belgien stehen 122 Webseiten auf der Blacklist und in Zukunft soll das BIPT dafür sorgen, dass beim Besuch einer dieser Webseiten aus Belgien ein Stopp-Signal gezeigt wird.

Belgiens Kampf gegen illegale Glücksspiel-Windmühlen

Auch Belgien wird es kaum gelingen, das illegale Glücksspiel komplett einzudämmen. Die Nachfrage nach Glücksspiel ist riesig und in Belgien gibt es eine relativ strenge Regulierung des Online-Glücksspiels. Deswegen gibt es gerade bei den Problemspielern und den High Rollern eine hohe Motivation, abseits des legalen Marktes zu spielen. Diese Motivation ist das größte Problem beim Kampf gegen das illegale Glücksspiel. Warum sind die illegalen Glücksspielanbieter überhaupt erfolgreich in Belgien? Die Antwort ist einfach: Das legale Angebot ist nicht attraktiv genug für viele Spieler. Vielleicht wäre es eine gute Idee, an dieser Stelle anzusetzen, um das illegale Glücksspiel zu bekämpfen. Aber die echten Glücksspielgegner sehen dies selbstverständlich völlig anders.

Restriktive Maßnahmen funktionieren nur sehr eingeschränkt. Diese Erfahrung hat die belgische Glücksspielbehörde in den letzten Jahren machen dürfen. Gerade im Internet ist es enorm schwer, mit restriktiven Lösungen dafür zu sorgen, dass Angebote nicht mehr genutzt werden. Die Internetsperren haben zudem das fundamentale Problem, dass es sehr leicht ist, Angebote zu sperren, die völlig legal und bedenkenlos sind. Deswegen sind Internetsperren in Deutschland lange Zeit verpönt gewesen. Allerdings will Deutschland auch im Zuge der neuen Regulierung des Online-Glücksspiels Internetsperren einführen. Ob es dazu kommen wird, muss sich in den nächsten Monaten zeigen, wenn die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder den Kampf gegen das illegale Online-Glücksspiel aufnimmt.

Auch Deutschland will gegen Windmühlen kämpfen

Es ist nicht einfach, wirkungsvoll gegen das illegale Online-Glücksspiel vorzugehen. Diese Erfahrung haben alle EU-Länder gemacht, die in den letzten Jahren versucht haben, den illegalen Glücksspielmarkt im Internet zu bekämpfen. Zumindest gibt es mittlerweile in vielen EU-Ländern einen legalen Glücksspielmarkt im Netz. Sogar Deutschland hat das Online-Glücksspiel legalisiert. Allerdings ist die Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland so streng ausgefallen, dass viele Experten davon ausgehen, dass die Kanalisierung nicht gut funktionieren wird. Die einzige Möglichkeit, den neuen Online-Glücksspielmarkt in Deutschland zum Erfolg zu führen, bestünde darin, mit sehr restriktiven Maßnahmen dafür zu sorgen, dass die illegalen Glücksspielanbieter in Deutschland keine Kunden annehmen können. Vielleicht sollte sich die deutsche Glücksspielbehörde mit den belgischen Glücksspielbehörden zusammentun, um einen Erfahrungsaustausch durchzuführen.