Dieser Polizeieinsatz hat sich gelohnt! In Dillenburg hat die Polizei in einem Wettbüro 120.000 Euro Bargeld und illegale Spielautomaten gefunden. Darüber hinaus konnte die Polizei zwei Schreckschusspistolen sicherstellen, zusammen mit der dazugehörigen Munition. Doch das war noch nicht alles: Die Polizei fand Hinweise darauf, dass der Betreiber des Wettbüros Alkohol ausschenkte. Das ist nicht gestattet. In Zukunft wird sich der Wettbüro-Betreiber darüber allerdings denn keine großen Gedanken mehr machen müssen, denn nach den aktuellen Funden ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Mann seine Konzession behalten kann. Vielmehr damit zu rechnen, dass diverse Anzeigen folgen werden.

100.000 Euro Bargeld im Wettbüro – woher kommt das Geld?

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Es gibt keinen vernünftigen Grund, 120.000 Euro Bargeld in einem Wettbüro zu bunkern, jedenfalls keinen legalen Grund. Wenn bei einem Polizeieinsatz plötzlich derartige Mengen Geld auftauchen, ist das immer ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmen könnte. Vielleicht mag der Wettbüro-Betreiber auch einfach keine Banken. Aber vielleicht stammt das Geld auch nicht aus einer legalen Quelle. Dass der Wettbüro-Betreiber die geltenden Gesetze nicht besonders ernst nimmt, ist nach Lage der Dinge wohl offensichtlich. Ärger bekommt auch die Bedienung, die zum Zeitpunkt des Polizeieinsatzes in dem Wettbüro arbeitete. Für die zwei Schreckschusspistolen hätte die Dame eine waffenrechtliche Erlaubnis haben müssen. Diese lag aber nicht vor. Somit muss auch die Angestellte des Wettbüros damit rechnen, dass eine Anzeige eingetrudelt.

Besonders clever war der Wettbüro-Betreiber jedenfalls nicht. Es ist nicht bekannt, ob die Polizei einen Hinweis bekommen hat. Aber angesichts der Funde im Wettbüro lässt sich wohl feststellen, dass der Wettbüro-Betreiber sich seiner Sache zu sicher war. Beim Einsatz stellten die Beamten fest, dass insgesamt neun Spielautomaten in dem Wettbüro standen. Selbstverständlich gab es nicht die passende Lizenz, denn ein Wettbüro ist keine Spielhalle. Nun ermittelt die Polizei zusammen mit erfahrenen Technikern, ob die Spielautomaten vielleicht sogar manipuliert waren. Dann würde sich die Situation für die Wettbüro-Betreiber weiter verschärfen. Eines ist sicher: Der Einsatz für sich für die Polizei gelohnt. Aber eine Frage muss auch erlaubt sein: Wie konnte es passieren, dass ein Wettbüro-Betreiber derart frei dreht?

Warum ist Wettbüro-Betreiber nicht früher aufgefallen?

Es ist nicht schwierig, sehr viel Bargeld in einem Wettbüro zu verstecken, ohne dass ein Besucher etwas mitbekommt. Aber wie versteckt man neun Spielautomaten in einem Wettbüro? Hat es keine Kontrollen gegeben? Waren die Kontrollen vielleicht nicht ausreichend? Zudem zeigt sich gerade bei Anbietern von illegalen Glücksspielen immer wieder, dass die Tippgeber oft enttäuschte Kunden sind. Glücksspiele sind immer so gestaltet, dass auf lange Sicht der Anbieter gewinnt. Aber es ist ein großer Unterschied, ob ein legaler Anbieter mit einer kleinen Gewinnmarge auf lange Sicht einen respektablen Gewinn erzielt, oder ob ein illegaler Glücksspielanbieter mit manipulierten Automaten die Kunden komplett ausnimmt.

Das Verhalten des Wettbüro-Betreibers deutet entweder darauf hin, dass es sich um einen völligen Amateur handelte, der sehr leichtsinnig unterwegs war. Oder aber der Wettbüro-Betreiber hat in den letzten Monaten oder Jahren die Erfahrung gemacht, dass er von den Behörden nichts zu befürchten hat. Deswegen wäre es wichtig, dass nun von Seiten der lokalen Presse, aber auch von Seiten der Politik überprüft wird, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass ein Polizeieinsatz zu derart beeindruckenden Fundstücken führt. Interessant dürfte zudem werden, wie der Wettbüro-Betreiber versuchen wird, seine 120.000 Euro zurückzubekommen. Wahrscheinlich wird es darauf hinauslaufen, dass der Wettbüro-Betreiber nachweisen muss, woher das Geld stammt. Ob das möglich ist, darf nach Lage der Dinge zumindest bezweifelt werden. Aber vielleicht hatte der Wettbüro-Betreiber auch eine reiche Oma mit einem prall gefüllten Sparstrumpf.

Regulierung und Kontrolle wichtig – online und offline

Der Kampf gegen das illegale Glücksspiel ist online und offline wichtig. Am aktuellen Wettbüro-Fall in Dillenburg lässt sich erkennen, dass illegales Glücksspiel nicht nur etwas ist, dass im Internet stattfindet. Online und offline gilt gleichermaßen: Gut regulierte und kontrollierte Glücksspielanbieter sind sicher und zuverlässig. Deswegen ist es grundsätzlich ein gutes Signal, dass der unseriöse Wettbüro-Betreiber in Dillenburg aus dem Verkehr gezogen wird. Auch für die Online-Casinos gilt, dass eine vernünftige Regulierung stattfinden muss. Deswegen ist es ein gutes Zeichen, dass aktuell das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt und demnächst die neue Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) die Regulierung des Online-Glücksspiels übernimmt.