Das Geldspielgesetz ist das neueste Glücksspielgesetz der Schweiz. Es wurde Ende September 2017 vom Parlament verabschiedet und hat bereits viel Unterstützung sowie auch Kritik auf sich gezogen. Gegenwärtig ist die Glücksspielbranche der Schweiz in zwei getrennte Fraktionen unterteilt - Casinospiele (Poker, Blackjack usw.) und Lotterien / Wetten. Das Bundesgesetz über Glücksspiele und Casinos (FGA) ist für die Unterhaltung und den Betrieb der Schweizer Casinos zuständig. Die FGA erfordert eine Lizenz für den Betrieb von Land-Casinos, und der Betrieb von Online-Casinos ist strengstens untersagt. Neben der FGA gibt es das Federal Gaming Board (FGB), das die Einhaltung von Casinospielen genauer überwacht.

In der Schweiz wurden 100 Online-Casino Webseiten gesperrt

Online CasinoAls eines der am weitesten entwickelten Länder der Welt ist es überraschend, dass sich die Schweiz mit den globalen Phänomenen des Online-Glücksspiels so verspätet. Der Zugang zu über 100 Internetadressen mit illegalen Geldspielen wird erstmals vom Bund blockiert. Die Schweizer Lotterie- und Wettstelle hat  die schwarze Liste der ausländischen Online-Glücksspielanbieter veröffentlicht, deren Domains von lokalen Internet Dienstanbietern gesperrt wurden, da diese nicht zur Erbringung von Dienstleistungen für Schweizer Glücksspielkunden berechtigt sind. Mitte dieses Jahres wurden die umstrittenen Netzssperren mit dem Geldspielgesetz eingeführt. Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) und die interkantonale Lotterie- und Wettkommission (Comlot) haben über 100 Internetadressen mit Verfügungen im Bundesblatt auf ihre Sperrlisten gesetzt.  Von interwetten.com, bet-at-home.com und 1bet.com bin hin zu wenig bekannten Seiten wie Tosport.lt reichen die Namen der Anbieter. Auch der russische Glücksspielanbieter 1xBet ist in der Schweiz auf der schwarzen Liste. Das Unternehmen landete kürzlich sozusagen im heißen Wasser in Großbritannien und musste seinen lokalen Betrieb einstellen, während die britische Glücksspielkommission die gegen das Unternehmen erhobenen Vorwürfe untersucht, die darauf hindeuten, dass es an umstrittenen und wahrscheinlich illegalen Werbepraktiken beteiligt war. Mit der Veröffentlichung der Liste verpflichten sich die Schweizer Internetanbieter dazu, die Zugriffe auf die betroffenen Websites zu blockieren und diese auf eine Warnseite umzuleiten. Die Veröffentlichung der Blacklist ist Teil der Reorganisation des Schweizer Glücksspielmarktes. Der Prozess begann am 1. Januar 2019, als das neue Glücksspielgesetz des Landes in Kraft trat. Nach diesem neuen Gesetz dürfen nur die stationären Casinos des Landes Online-Glücksspiele auf dem Gebiet der Schweiz anbieten. Anfang Juli gingen die ersten legalen Online-Casinos des Landes online.

Eine umstrittene Bestimmung

Nach dem neuen schweizerischen Glücksspielgesetz sind die lokalen Regulierungsbehörden nun berechtigt, die Internetdienstanbieter anzuweisen, die Domains nicht autorisierter Online-Glücksspielanbieter zu sperren, um sie daran zu hindern, lokale Spieler anzusprechen. Die im neuen Gesetz vorgesehene DNS-Blockierung (Domain Name Server) sorgte letztes Jahr für heftige Kontroversen, als Gegner der Maßnahme die Regierung kritisierten und behaupteten, sie wollen eine unnötige Zensur einführen. Die Reaktion auf die umstrittene Bestimmung führte schließlich zu einem landesweiten Referendum, in dem die Wähler aufgefordert wurden, ihre Stimme darüber abzugeben, ob das neue Glücksspielgesetz die DNS-Blockierungsmaßnahme enthalten sollte. Etwa 73% der Schweizer Wähler stimmten der Überarbeitung des Glücksspiels einschließlich der vorgeschlagenen Sperrung nicht autorisierter Operationen zu. Die Maßnahme soll verhindern, dass Schweizer Glücksspielkunden Geld mit Unternehmen einsetzen, die keine Lizenzen der lokalen Aufsichtsbehörden besitzen, da diese Unternehmen keine Steuern zahlen und die lokalen Behörden sich nicht in Streitigkeiten zwischen ihnen und ihren Kunden einmischen können.

Die schwarze Liste

Die Schweizer Glücksspiel- und Wettregulierungsbehörde hat die schwarze Liste veröffentlicht. Die Liste umfasst derzeit 100 Domains nicht autorisierter Betreiber, wird aber in Zukunft sicherlich aktualisiert und erweitert. Die Domains werden nun von lokalen Internet Service Providern gesperrt. Nur den Firmen, die nach der Durchsetzung des neuen Schweizer Glücksspielgesetzes weiterhin lokale Spieler bedienen, werden ihre Domains gesperrt. Die Betreibern, welche ihre Dienste nach Inkrafttreten des neuen Regulierungssystems eingestellt haben, werden  nicht von den Telekommunikationsanbietern blockiert. Dies ist auch bekannt geworden. Wie bereits erwähnt, trat das neue Glücksspielgesetz der Schweiz am 1. Januar dieses Jahres in Kraft. Erst im August begannen die Schweizer Behörden mit der Sperrung nicht autorisierter Operationen. Die Netzsperre ist technisch aber einfach zu umgehen. Der Zugriff auf die illegalen Websites im sogenannten Domain Name Service (DNS) wird von den Anbietern blockiert. Sobald der User eine nicht erlaubte Adresse anfordert, wird er von dem DNS-Dienst des Providers nicht auf die richtige Seite, sondern auf eine Warnseite umgeleitet. Laut den Worten der Digitalen Gesellschaft, welche die Sperren kritisieren, bedeutet dies: «Die Provider werden gezwungen, Antworten auf Anfragen an das Internet-Telefonbuch DNS zu fälschen.» Einfach vorbeispazieren Mit einem alternativen DNS-Dienst lässt sich die Sperre ganz einfach verhindern. Z.b. macht Google dafür kostenlos ein öffentliches Angebot. Da die Google Server sehr schnell sind und die DNS Geschwindigkeit das Surftempo mitbestimmt, lohnt sich der Umstieg nicht nur für Spieler die Lust am Risiko haben, sondern auch für einige andere. Auch die VPN-Verbindungen, über die ein Spieler in ein anderes Land ins Internet gehen kann, stellen somit den Zugang zu den illegalen Glücksspielen wieder her. Viel Sinn haben die Sperren daher eigentlich nicht.