Die Ergebnisse des gestrigen Spieltages im Überblick:
Schottland – Tschechien 0:2
Polen – Slowakei 1:2
Spanien – Schweden 0:0

Der vierte Tag der EM 2021 hatte einige Überraschungen zu bieten. Bei den Toren war ein ganz großartiges dabei, allerdings auch viele vergebliche Versuche. Man merkt den Mannschaften an, dass sie bisher noch nicht alles riskieren und den neuen Modus ausnutzen. Dennoch kann man durchaus von sehr unterhaltsamen Spielen auf einem ausgesprochen hohen Niveau reden. Wir sind gespannt, was der heutige Tag zu bieten hat, an dem es nur zu zwei Begegnungen kommt, von denen eine das erste Spiel der Deutschen Nationalmannschaft sein wird.  Hier geht's zu unserem EM Kalender 2021!

Für die kämpferischen Schotten reichte es nicht - Traumtor von Schick

Fussball EM 2021 Schottland Tschechien

Für einen deutschen Teilnehmer begann die EM 2021 gestern schon. Der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert leitete das zweite Spiel der Gruppe D im Glasgower Hampden Park. Er machte seine Sache sehr souverän. Für die Highlander ist es die erste Teilnahme an einem großen Turnier seit 23 Jahren. Viele Kinder und Jugendliche haben ihre Mannschaft demnach noch nicht im Turniermodus erlebt und dementsprechend groß waren die Erwartungen. Nun ist die schottische Mannschaft nicht für einen strikten Offensivfußball bekannt, und auch die tschechische Mannschaft spielt gelegentlich gern auf Konter. Dementsprechend verhalten starteten beide Teams in die Partie. Zwar schenkte man sich keinen Zentimeter, aber spielerisch war immer noch Luft nach oben. Viele der Akteure kennen sich bereits aus der Premiere League und wussten sich einzuschätzen. Kombinationen waren eher Mangelware, oftmals versuchte man aus dem Umschaltspiel zum Erfolg zu kommen. So blieben bis kurz vor Ende der ersten Halbzeit echte Chancen Mangelware, bis sich in der 43. Minute der bei Leverkusen spielende Schick nach einer Flanke seines Mitspielers Coufal im Strafraum der Schotten am höchsten schraubt und zum 1:0 für die Tschechen einköpft.

In der zweiten Halbzeit ist es dann wieder Schick, der mit einem Traumtor das Ende der schottischen Träume besiegelt. Er sah, dass der schottische Keeper zu weit vor dem Tor stand,  nahm an der Mittellinie einen verlorenen Ball der Schotten auf und lupfte ihn aus 50 Metern über Keeper Marshall ins Tor. Schottland setzte nun alles auf eine Karte, scheiterte aber nicht zuletzt an der katastrophalen Chancenauswertung. Tschechien übernimmt nicht ganz unverdient die Spitze der Gruppe D.

Pleite-Auftakt für die polnische Mannschaft

Der Mann weiß fast schon gar nicht mehr wie sich Niederlagen im Sport anfühlen. Doch Polens Superstar Robert Lewandowski trug auch seinen kleinen Teil dazu bei, dass die Polnische Nationalmannschaft ihr erstes Spiel 1:2 gegen die Slowakei verlor. Die Polen starteten im 3-3-3-1 System und man merkte ihnen in der ersten Halbzeit an, das dies Neuland für sie war. Harmlos und umständlich im Aufbau kamen sie fast gar nicht gefährlich vor das slowakische Tor. Für die Überraschung sorgten die Slowaken, die immer wieder Nadelstiche setzen konnte. Und einer dieser Stiche wurde durch die Hilfe des polnischen Keepers belohnt. Der lenkte einen Pfostenabpraller von Mak mit seiner Schulter ins eigene Tor. Fulminant starteten dann die Polen in Hälfte Zwei. Schon nach 27 Sekunden erzielte Linetty den Ausgleich zum 1:1. Die polnische Mannschaft bekam nun Oberwasser und drückte auf den zweiten Treffer. Den erzielten allerdings die Slowaken. Polen spielte ab Minute 62 in Unterzahl, und dies nutzten die Männer aus der Slowakei aus. Skriniar besorgte das 1:2 und dieser Vorsprung wurde auch nicht mehr aus der Hand gegeben. Für Polen wird es direkt am Anfang des Turniers eng. Irgendwie war ein Sieg gegen die Slowakei eingeplant, und nun muss man in den nachfolgenden zwei Spielen gegen Spanien und Schweden unbedingt punkten.

Nullnummer für Spanien - Schwedens Bollwerk nicht zu knacken

Jede Mannschaft spielt mit ihren eigenen Mitteln, das ist legitim, aber manchmal ist das nicht ganz ansehnlich. Von den Schweden hatte man nichts Anderes erwartet, als das Spiel gegen den Ball. So wurden alle Experten nicht enttäuscht. Während sie auf ihren Superstar Zlatan Ibrahimovic verzichten mussten, fehlte auf spanischer Seite der iberische Superstar Ramos – beide fallen verletzungsbedingt aus. Die 16.000 Zuschauer in Sevilla sahen in der ersten Halbzeit eigentlich nur Einbahnstraßenfußball. Spanien versuchte alles, um das schwedische Bollwerk zu knacken. Zwar hatte Morata den Führungstreffer schon auf dem Fuß, schob die Kugel aber knapp vorbei. Und dann hatten die Spanier sogar noch Glück nicht in Rückstand zu geraten. Der Schwedische Spieler kam im spanischen Strafraum zu Ballbesitz und schloss flach ab. Der Keeper war schon geschlagen, doch Llorente lenkte den Ball mit dem Schienbein noch an den Pfosten. Eine äußerst skurrile Szene. In Halbzeit zwei ein ähnliches Bild: Spanien rennt an, und die Schweden verteidigen mit Mann und Maus. Aber auch in den letzten 45 Minuten hatten die Schweden eine hundertprozentige Chance. Berg hätte den Ball eigentlich nur noch ins Tor schieben müssen, versagte aber. Dies hätte den Spielverlauf vollkommen auf den Kopf gestellt. Die Spanier erarbeiteten sich immer mehr Chancen, scheiterten allerdings am guten schwedischen Keeper oder machten es zu kompliziert vor dem Tor. So blieb es nach 96 Minuten Spielzeit beim ersten 0:0 in dieser EM. Für die Schweden fühlt es sich vermutlich ein wenig nach einem Sieg an.