England – Dänemark 2:1  nach Verlängerung

Bei der Europameisterschaft 2021 hat die englische Mannschaft am gestrigen Abend das erste Gegentor kassiert. Dennoch gelang es dem Team von Trainer Gareth Southgate die Partie noch zu drehen und durch einen verdienten 2:1-Sieg ins Finale einzuziehen. Geholfen hat dabei auch eine Schiedsrichterentscheidung, die man durchaus als schmeichelhaft bezeichnen könnte. Der Holländer Danny Makkelie hat eine Strafraumszene möglicherweise nicht richtig eingeschätzt. Ohne einen Videoassistenten zu Rate zu ziehen, entschied er auf Elfmeter und zeigte auf den Punkt. Der großartige dänische Keeper Kasper Schmeichel konnte Kanes Schuss zunächst noch abwehren, doch im Nachschuss war der Ball dann drin. Das Ergebnis geht letztendlich in Ordnung, da insbesondere in der Verlängerung die Engländer das bessere Team waren. Sie spielten weiter druckvoll nach vorn, während die Dänen sehr erschöpft wirkten und ihnen offensiv einfach nicht mehr gelingen wollte. Das englische Team steht somit im Finale und kämpft am Sonntag gegen Italien um seinen allerersten EM-Titel.

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Umstrittener Elfmeter entscheidet über Englands Finaleinzug

Europameisterschaft England

So gut, wie gegen Ende der Partie, spielten die Engländer nicht konstant. Gerade am Anfang waren sie erstaunlich schwach und wirkten beinahe wie gelähmt. Möglicherweise trug das mit 60.000 Zuschauern besetzte Londoner Wembley Stadion dazu bei. Vor dieser beeindruckenden Kulisse ging es schließlich um eine „historische Chance“: den Einzug ins Finale der Europameisterschaft 2021 und somit überhaupt das erste Mal um das Erreichen eines EM-Finales. Nach dem Anpfiff ging für die Three Lions nach vorn zunächst einmal nichts und auch hinten wackelte die Defensive, die in diesem Turnier bisher makellos verteidigt hatte. Sie leistete sich Fehler um Fehler und auch Keeper Jordan Pickford machte einen ausgesprochen nervösen Eindruck. Zweimal warf er den Ball zum gegnerischen Team, obwohl er nicht in Bedrängnis war. Er hatte großes Glück, dass die Dänen diese Chance beide Male nicht ergriffen. Kurz darauf verlor auch noch Harry Kane einen Ball an Vestergard, der den Dänen um ein Haar die Führung beschert hätte. Allerdings schoss Mikkel Damsgaard danach ebenfalls knapp daneben. Er war allerdings nur fünf Minuten später deutlich treffsicherer, als er einen Freistoß aus 25 Metern verwandelte. Der Ball war zwar klasse geschossen, aber nicht unhaltbar, dennoch schnappte Pickford ins Leere.

Dänemark baute nach dieser Führung weiter Druck auf, und das englische Team schien langsam aufzuwachen. Die Dänen verloren nach einem Positionswechsel offensichtlich ein wenig den Überblick, als Mount auf rechts rückte und seinen Spielmacher-Posten aufgab. Raheem Sterling hatte daraufhin zwei großartige Chancen, vergab jedoch beide. Dennoch spielte England in dieser Phase der Begegnung ausgesprochen druckvoll, während die Dänen zu tief standen. Und dann passierte, was durchaus hätte verhindert werden können. Kane passte in Bukayo Sakas Lauf und Sterling wollte daraufhin die Hereingabe von Saka gekonnt über die Linie schieben. Allerdings rauschte Simon Kjaer heran und sorgte für das elfte Eigentor dieser EM. Damit verzeichnet dieser Sport einen verrückten Rekord mehr in seiner Geschichte: Bisher hatte es bei Europameisterschaften noch nie so viele Eigentore in den Endrunden gegeben. Von diesem Moment an war das Spiel zwar nicht mehr langweilig, aber trotzdem auch kein fußballerisches Feuerwerk. Gefährlich wurden die Engländer nur bei Standards und scheiterten ein ums andere Mal an Kasper Schmeichel.

Laserpointer irritiert Dänemarks Keeper Schmeichel

Auch in der zweiten Hälfte der Partie schien es beiden Teams mehr darum zu gehen, Risiken zu vermeiden, als Tore zu schießen. Die Zuschauer mussten erst bis zur Verlängerung warten, um wieder Torchancen zu sehen. Die beste hatte Harry Kane in der 93. Minute, doch sein Flachschuss wurde von Kasper Schmeichel exzellent pariert. Die Engländer spielten sehr dominant, während sich das Team von Kasper Hjulmand immer mehr zurückzog. Trotz des eingewechselten Stürmer-Stars Yussuf Poulsen wollte den Dänen nach vorn rein gar nichts gelingen. Poulsen verstolperte fast jeden Ball. Im dänischen Strafraum kam es dann zu einem Zweikampf, für den die Engländer einen Elfmeter forderten, allerdings entschied Schiedsrichter Makkelie auf Stürmerfoul. Wenig später gelang es Raheem Sterling in den dänischen Strafraum einzudringen. Dort ging er nach einem harmlosen Schubser von Jensen direkt zu Boden, und es gab den geforderten Elfmeter. Offensichtlich hatte Makkelie noch das vorangegangene Foul im Kopf, daher fällte er seine Entscheidung ohne Video-Assist. In der 104. Minute parierte Kasper Schmeichel zunächst den Elfer von Harry Kane, konnte den Ball jedoch nicht festhalten. So gelang dem englischen Topstürmer im Nachschuss das 2:1, das dann auch der Endstand wurde.

Als eine unangenehme Begleiterscheinung dieses Tors ist die Tatsache zu werten, dass Kasper Schmeichel in diesem Moment vermutlich von einem Laserpointer geblendet wurde, den gegnerische Fans auf ihn gerichtet haben sollen. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass der Ball selbst ohne diese Attacke ins Netz gegangen wäre. Auch in der letzten Viertelstunde der Nachspielzeit konnten die Dänen das Spiel nicht mehr rumreißen. Sie wirkten müde und erschöpft und hatten dem englischen Team nichts mehr entgegenzusetzen. Martin Braithwaite vergab noch eine kleine Torchance, als er aus der Distanz knapp am linken Pfosten vorbeizog, doch dann war es dann auch schon. England steht nun im Finale der Europameisterschaft 2021 und kämpft am kommenden Sonntag gegen Italien um den Titel.