Die Ergebnisse des gestrigen Spieltages im Überblick:
Italien – Wales 1:0
Schweiz - Türkei 3:1

Beim letzten Spieltag der Gruppe A in der Vorrunde der Fußball Europameisterschaft 2021 kam es zu keinen großen Überraschungen. Vielmehr wurde Italien seiner Favoritenrolle absolut gerecht, und dies sogar mit einer B-Elf. Gegner Wales sicherte sich trotz verlorengegangener Partie Platz zwei und damit das sichere Weiterkommen. Auch die Schweiz ließ gegen die erneut enttäuschenden Türken nichts anbrennen und erhält sich damit die Chance auf eine Teilnahme am Achtelfinale. Die Türkei ist nach mittlerweile drei verlorenen Spielen definitiv ausgeschieden.

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Selbst Italiens B-Elf zaubert auf dem Rasen

Italien Europameisterschaft

Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini tat das, was jeder gute Coach tun würde, wenn seine Mannschaft den Einzug ins Achtelfinale der Europameisterschaft 2021 bereits fest in der Tasche hat. Er schonte die Stammkräfte und gab der vermeintlich zweiten Garde eine Chance im Turnier Glanzpunkte zu setzen. Ganze acht Spieler wurden ausgewechselt. Lediglich Donnarumma, Bonuccie und Jorginho aus der Stammelf standen von Anfang an auf dem Platz. Dies war in sämtlichen Sportnachrichten nachzulesen. Um allen bösen Gerüchte entgegen zu wirken, hatte der italienische Coach schon vor Beginn der Partie betont, dass Italien immer auf Sieg spielen würde. Schließlich sollten keine Missverständnisse aufkommen, dass möglicherweise eine Niederlage sogar besser wäre, um einen leichteren Gegner in der K.O.-Runde zu erwischen, bzw. auch ein Unentschieden okay wäre. Und nach einem unmotivierten Gekicke sah es dann auch nicht aus, was beide Mannschaften im römischen Olympiastadion zeigten. Denn auch den Walisern war klar, dass es besser wäre zu gewinnen oder wenigstens ein Unentschieden zu spielen, um den Einzug ins Achtelfinale perfekt zu machen. Die Schweizer Mannschaft saß ihnen im Nacken. Wales, wie in den vorangegangenen Spielen auch, wartete erstmal ab, was der Gegner machen würde. Auch die italienische Mannschaft musste sich zunächst sortieren - immerhin hatten sie in dieser Formation noch nicht zusammengespielt.

Aber schon nach ein paar Minuten waren sie in ihrem Rhythmus und suchten den Weg zum gegnerischen Tor. Den fanden zwar Pessina (17. und 42. Minute), Belotti (24. Minute) oder auch Chiesa in der 29. Minute, aber der Erfolg blieb aus. Selbst die frühe 2:0 Führung der Schweizer konnte das walisische Offensivspiel nicht befeuern und so spielte in Rom quasi nur eine Mannschaft nach vorne, während die andere sich im schwül-warmen Rund des Stadions auf Abwehrarbeit konzentrierte. Kurz vor der Pause gelang dann den Italienern doch noch ein Tor. Nach einer perfekt einstudierten Freistoßvariante versenkte Verratti Pessina den Ball im gegnerischen Netz. Die zweite Hälfte ähnelte der Ersten, allerdings mit einem Unterschied: Die Waliser standen ab der 55. Minute mit nur noch zehn Spielern auf dem Platz. Ampadu war nach einem rüden Einstieg gegen Bernardeschi zurecht des Platzes verwiesen worden. Die Italiener hatten anschließend noch die ein oder andere gute Chance, aber die Waliser retteten die knappe Niederlage über die Zeit. Beide Mannschaften zeigten ein im Sport faires Verhalten und auch, dass selbst Italiens B-Elf nicht zu unterschätzen ist.

Türkei enttäuscht und scheidet aus dem Turnier aus

Rehabilitation sieht irgendwie anders aus. Auf alle Fälle aus Sicht der türkischen Fans, die bisher arg von ihrer Mannschaft enttäuscht wurden und auf eine Besserung im letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz hofften. In der Arena in Baku wurden sie allerdings im Stich gelassen. Auch die Tipper von Sportwetten, die auf einen motivierten Sieg der Türken gesetzt hatten und auf eine hohe Quote spekulierten, waren am Ende frustriert. Zwar begann die türkische Elf, die auf drei Positionen verändert worden war, recht stürmisch und offensiv, aber auch die Eidgenossen wollten natürlich nicht verlieren, und erwischten eindeutig den besseren Start. Schon nach sechs Minuten schlug der Ball ins türkische Tor ein. Bernardeschi überwand mit einem herrlichen Fernschuss Ugurcan Cakir. Die Mannschaft vom Bosporus zeigte sich daraufhin wenig beeindruckt und stürmte weiter nach vorne. Sie wollte, konnte aber nicht.

Wie man es besser macht, zeigte dann der ehemalige Bayern Spieler Shaqiri in der 26. Minute, der jetzt in Diensten von Liverpool spielt. Mit einem herrlichen Schlenzer erhöhte er auf 2: 0 und hatte kurz darauf auch noch das 3:0 auf dem Fuß, vergab die Chance aber. Die munteren Versuche Tore zu erzielen gingen bis zur Halbzeitpause weiter. Beide Mannschaften hatten ihre Chancen. Die Schweiz wusste, dass die Waliser bereits zurücklagen, das hieß, sie mussten mehr Tore schießen. Und das versuchten sie in der zweiten Halbzeit vehement. Immer wieder wurde das türkische Tor angerannt, bis plötzlich in der 62. Minute die Türkei quasi aus dem Nichts auf 2:1 verkürzte. Mit einem Sonntagsschuss überwand Irfan Kahveci den Schweizer Keeper Sommer.

Die Schweizer Antwort sollte aber nicht lange auf sich warten lassen. Wieder war es Shaqiri, der Mann des Tages, der auf 3:1 erhöhte. Den Türken fiel nichts mehr ein, um das Spiel noch zu drehen, während die Eidgenossen weiterhin versuchten das Torverhältnis zu verbessern. Am Ende blieb es beim dem Ergebnis und die türkische Mannschaft wurde mit Pfiffen von dem Turnier verabschiedet. Die Schweizer Mannschaft macht sich nun Hoffnung auf eine Teilnahme am Achtelfinale.