Die Ergebnisse des gestrigen Spieltages im Überblick:
Wales – Dänemark 0 : 4
Italien – Österreich 2 : 1

Im ersten Achtelfinale der Europameisterschaft 2021 standen sich in Amsterdam die Nationalmannschaften aus Wales und Dänemark gegenüber. Die so tragisch ins Turnier gestarteten Dänen waren das deutlich bessere Team und fertigten die Waliser regelrecht ab. Damit zieht die Mannschaft von Trainer Kaspar Hjulmand verdient als erste Elf ins Viertelfinale ein. Die zweite Partie des gestrigen Tages schien bereits im Vorfeld besiegelt. Der krasse Außenseiter Österreich trat im Londoner Wembley Stadion gegen Mit-Titelfavorit Italien an. Doch alles kam ganz anders erwartet. Es hatte nicht viel zu einem österreichischen Sieg und damit zu der ersten richtigen Sensation bei der Europameisterschaft 2021 gefehlt. Erst in der Verlängerung gelang es dem Team von Trainer Roberto Mancini die Partie nach einer wahren Zitterpartie für sich zu entscheiden. Nach 31 Siegen hintereinander überbot seine Mannschaft auch noch Keeper Dino Zoffs italienische Bestmarke, der im Zeitraum 1972 bis 1974 in insgesamt 1.143 Minuten kein Gegentor kassiert hatte.

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Kaspar Dolbergs Doppelpack besiegelt das Schicksal von Wales

Dänemark EM 2021

Zum dänischen Matchwinner wurde ganz klar Ersatzspieler Kaspar Dolberg mit seinem Doppelschlag in der in der 27. und 48. Minute. Wäre der zweifache Torschütze aus der Vorrunde, Yussuf Poulsen, nicht verletzt gewesen, hätte Dolberg gar nicht von Anfang an gespielt. Diesmal stand er bereits in der Startelf Dänemarks und schoss die beiden Führungstreffer. Und dabei waren es eigentlich die Waliser, die deutlich besser in diese Begegnung bei der Europameisterschaft 2021 starteten. Den Statistikern zufolge konnten sie schon nach 20 Minuten insgesamt sieben Abschlüsse verzeichnen, allerdings wurde es nur einmal richtig gefährlich. In der 10. Minute landete ein fulminanter Weitschuss von Gareth Bale nur ganz knapp neben dem Tor. Dies blieb dann auch über weite Strecken die beste Chance des Teams aus Wales, das sich on top mit einem katastrophalen Abwehrfehler von Nico Williams und einer späten roten Karte nach einem Frustfoul von Harry Wilson in der 90. Minute selbst ins Aus katapultierte. Während die Waliser in der gesamten Partie zu harmlos waren, drückten die Dänen bis zum Schlusspfiff. Joakim Maehle gelang in der 88. Minute das 3:0, und Martin Braithwaite traf in der Nachspielzeit zum verdienten Endstand von 4:0.

Im Viertelfinale am kommenden Samstag in Baku trifft das Team von Trainer Kaspar Hjulmand auf den Sieger der heutigen Begegnung zwischen Tschechien und den Niederlanden. Für die walisische Mannschaft, die eine gute Vorrunde gespielt hatten, ist das frühe Ausscheiden bei der EM 2021 bitter. Top-Star Gareth Bale fasste die Niederlage seines Teams direkt nach der Partie in Worte: „So sollte das Spiel nicht laufen. So auszuscheiden, wie wir es gemacht haben, ist enttäuschend, die Jungs sind frustriert und verärgert – verständlicherweise." Nachdem Wales mit einem Rückstand von 0 : 1 in die zweite Halbzeit gestartet war, bemühte sich die Mannschaft „... das Spiel zu machen, aber wir haben einen Fehler gemacht und direkt das Gegentor kassiert. Das hat das Momentum auf unserer Seite getötet,“ erläuterte Bale. Auf Fragen zu seiner Zukunft im Sport und bei der Nationalmannschaft wollte der walisische Superstar, der nach der Sommerpause zu Real Madrid zurückkehrt, jedoch nicht antworten und brach das Interview stattdessen genervt ab.

Italien gegen Österreich: EM-Krimi der Extraklasse

Ein Achtelfinale, wie es dramatischer nicht hätte sein können: Der krasse Außenseiter Österreich bescherte dem Mit-Titelfavoriten Italien enorme Probleme und hätte sogar um Haaresbreite ein Wunder vollbracht. In der ersten Hälfte hatte die zunächst sehr tief stehende ÖFB-Elf wenig Chancen. Für die Azzuri setzten hingegen Nicolo Barella, Leonardo Spinazolla und Ciro Immobile deutliche Akzente, konnten ihre Chancen jedoch nicht verwerten und scheiterten mehr als einmal an Keeper Daniel Bachmann und an der österreichischen Abwehr rund um Ex-Bayern-Star David Alaba, der nun zu Real Madrid wechselt. In der zweiten Halbzeit schien das Team von Trainer Roberto Mancini gedanklich noch mit den vergebenen Chancen beschäftigt zu sein, während die Mannschaft von Franco Foda wesentlich mutiger aufspielte. In der 52. Minute hätte Alaba beinahe den Führungstreffer für Österreich erzielt. Sein exzellent geschossener Freistoß verfehlte das italienische Tor jedoch knapp. 13 Minuten später köpfte Marko Arnautovic ins Netz.

Die Sensation schien perfekt, doch die Prüfung des Videoassistenten ergab Abseits. Erst in den letzten Minuten der regulären Spielzeit kamen wieder gefährliche Aktionen der Italiener, und auch in die Verlängerung starteten sie besser. Mancini brachte Federico Chiesa und Matteo Pessina, die die beiden Joker-Tore erzielten. Auch Franco Foda wechselte ein und brachte Sasa Kalajdzic, der nach einer Ecke zum Endstand von 2:1 traf. Der österreichische Torschütze sagte nach dem Spiel: „Ich glaube, das ist nicht nur das grausamste Spiel in meiner Karriere, sondern auch in der gesamten österreichischen Fußball-Geschichte“. Die Niederlage seines Teams sei „... absolut bitter und unverdient“, dennoch könne „... jeder einzelne Österreicher stolz sein“. David Alaba ergänzte enttäuscht: „Das in Worte zu fassen, ist im Moment gerade wirklich nicht einfach“.

Italien ist somit seit 31 Spielen ungeschlagen und trifft nun im Viertelfinale am kommenden Freitag in München auf Belgien oder Portugal.