Das Leben an der Spitze macht einsam, sagt man. Ob das auf den 14-jährigen Dänen Anders Vejrgang zutrifft, wissen wir zwar nicht, aber eins ist ganz sicher: Er ist am Gipfel angelangt. Sagenhafte 420 Spiele hat er bei FIFA nicht mehr verloren. Damit hält er den absoluten Weltrekord, wenn auch nicht ohne Wermutstropfen - zumindest für den blonden Jungen aus unserem nördlichen Nachbarland. Denn trotz all seiner Erfolge darf er nicht bei den Profis mitmischen. Dafür ist er noch zu jung.

Prämien werden ins Ultimate FIFA Team investiert

FIFA eSport 2021

Es gibt sie immer mal wieder, diese Ausnahmetalente, diese Wunderkinder, diese Menschen die eine besondere Begabung haben. Natürlich gehört darüber hinaus auch Fleiß, Ausdauer und ein unbeugsamer Wille dazu, zu den Besten zu zählen. Aber den ganz entscheidenden Punkt, der manch einen ganz oben an der Spitze agieren lässt, der lässt sich nur schwer erklären. Da spielen möglicherweise auch die Gene, die Begabung oder einfach Glück eine große Rolle. Man weiß es nicht genau. Fest steht nur, dass ein 14-Jähriger die eSport Szene bei FIFA gehörig durchmischt und Ausrufezeichen setzt. Das Ausnahmetalent vom RB Leipzig hat tatsächlich seit 420 Spielen nicht mehr verloren. Und zu seinem Bedauern „nur“ in der Weekend League. Die Regularien des Verbandes sehen vor, dass man erst ab 16 Jahren an Profi-Wettkämpfen teilnehmen darf. Dies bedeutet wiederum nicht, dass Profis nicht an der Weekend League teilnehmen dürfen. Zum Teil machen sie das sogar ausgiebig, da diese League ein toller Sparring-Ground ist. So konnte es auch geschehen, dass Andres Vejrgang den amtierenden Weltmeister Harkous besiegte. Und dies einmal mit 6:0. „Keiner findet aktuell ein richtiges Mittel gegen ihn", sagte der Deutsche, der sich 2019 in London zum Weltmeister gekrönt hatte und fügte hinzu: „Er kann den Gegner offensiv und defensiv sehr gut lesen." Bisher brachten ihm diese Erfolge nur leider nicht viel mehr als Ruhm und Ehre. Finanziell lohnt sich sein Engagement bisher nicht. Zwar ist nicht genau bekannt, wie viel ihm der RB Leipzig für seine Dienste zahlt, aber von kleineren Prämien kann er sicherlich noch nicht leben. Abgesehen davon werden diese in sein Ultimate FIFA Team investiert. Da gibt es in anderen eSport Disziplinen auch für jüngere Spieler schon wesentlich mehr zu gewinnen, wie der 13-jährige Mini-Zocker Thiago "King" Lapp bewies, der 2019 bei der Fortnite WM 900.000,- US Dollar gewonnen hatte. So ganz kann Anders Vejrgang dann auch nicht verstehen, warum er nicht mit den „Großen“ spielen darf. Jüngst sagte er einer bekannten deutschen Tageszeitung: „FIFA ist eine Fußballsimulation, und viele kleine Kinder und Jugendliche spielen es. Warum dürfen wir nicht teilnehmen? Sollten nicht - unabhängig vom Alter - die Besten antreten?" Altersbeschränkungen gibt es selbstverständlich auch beim Online Glücksspiel. Für die beliebten Slots der seriösen Online Casinos existieren ebenfalls Altersbeschränkungen. Nur volljährigen Spielern ist es erlaubt, Starburst, Book of Dead, Gonzo’s Quest und Co zu zocken.

Von der Weekend League zum eSport Profi

Es weiß natürlich niemand so ganz genau, wie es mit der Karriere des jungen Dänen weitergehen soll. Logisch wäre natürlich ein Engagement in der Profiliga, wenn er das sechzehnte Lebensjahr erreicht hat. Zuletzt konnte er immerhin schon einmal erleben, wie es sich anfühlt, zu verlieren. Zwar nicht in der Weekend League aber in einem Freundschaftsspiel. Dort verlor er doch tatsächlich gegen einen Spieler mit dem Gamertag "RastaArtur" 4:3 im Elfmeterschießen. Das soll angeblich zu einem Tränenfluss seinerseits geführt haben. Jedoch wird er sich irgendwann auch damit auseinandersetzen müssen, dass jede Serie einmal reißt und auch er vermutlich den Nimbus des Unbezwingbaren verliert. Man kann nur hoffen, dass ihm dann jemand beiseite steht, der dies mit auffängt und ihn bei der Verarbeitung der Niederlage hilft. Dass seine aktuellen Erfolge natürlich auch Neider auf sich ziehen, auch damit muss sich das Wunderkind beschäftigen. So tauchen während seiner Spiele immer wieder Kommentare auf, die darauf abzielen, dass er ohne sein erstklassiges FUT-Team niemals diese Leistungen erbringen könnte. Bisher scheint eine solche Form der Kritik spurlos an ihm vorüber zu ziehen. Auch der Medienrummel, der gerade um seine Person herrscht, scheint ihn in seiner Konzentration und seiner Fokussierung auf das Spiel nicht zu stören. Seine Eltern managen ihn und achten darauf, dass erstens auch die schulischen Leistungen nicht zu kurz kommen und zweitens er den ganzen Rummel auch reflektieren kann. Es kann ja durchaus passieren, dass er sich zum Beispiel in seiner ersten Profi Saison erstmal zurechtfinden muss und dort nicht sofort zum Superstar aufsteigt. Möglicherweise wird dann der ein oder andere hämisch mit dem Finger auf ihn zeigen. Er steht also nicht nur vor der Aufgabe sich sportlich immer weiter zu verbessern, sondern sich auch mental zu festigen und die Außenwelt ein wenig auszublenden. Sollte ihm das gelingen, dann steht seiner Profi-Karriere nichts mehr im Wege.