Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt hat zwei weitere Lizenzen (Erlaubnisse) für virtuelle Spielautomaten vergeben. Die übergangsweise zuständige Glücksspielbehörde hat zwei Firmen zur Whitelist hinzugefügt. Allerdings werden aller Voraussicht nach mehr als zwei Online-Spielhallen mit den beiden neuen Lizenzen betrieben werden. Die Lizenz gilt jeweils für das Unternehmen. Aber mit den Lizenzen ist es möglich, mehrere Online-Spielhallen zu unterhalten. Die neuen Lizenznehmer sind The Mill Adventure Limited und Cashpoint Malta Limited. Beide Unternehmen haben ihren Firmensitz in Malta und waren schon vor der neuen Online-Glücksspielregulierung auf dem deutschen Markt aktiv. Insgesamt haben nun fünf Unternehmen eine Lizenz für virtuelle Automatenspiele in Deutschland.

Glücksspielbehörde stellt zwei neue Lizenzen aus

Lizenz Online Casino

Die Sommerpause war lang, aber nun scheint Bewegung in die Regulierung des Online-Glücksspiels zu kommen. Nachdem wochenlang überhaupt keine Lizenz vergeben worden ist, stehen gleich zwei neue Anbieter auf einen Schlag in der maßgeblichen Whitelist. The Mill Adventure Limited ist ein junges Unternehmen, das erst seit 2019 auf dem Markt ist. Cashpoint Malta Limited ist hingegen vielen deutschen Glücksspiel- und Sportwetten-Fans schon seit Jahren ein Begriff. Vor allem im Sportwetten-Geschäft war das Unternehmen in den letzten Jahren sehr aktiv. Es ist ein gutes Zeichen, dass künftig zumindest fünf Unternehmen die Möglichkeit haben, virtuelle Spielautomaten in Deutschland anzubieten. Allerdings bleibt noch einiges zu tun für das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, denn es gibt fast die zehnfache Anzahl an offenen Lizenzanträgen.

Auch auf der aktualisierten Whitelist steht noch kein Anbieter für Online-Poker. Es ist nicht nachvollziehbar, warum das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt nicht einmal einen einzigen Anbieter von Online-Poker bislang lizenziert hat. Bedauerlicherweise gibt es keine Transparenz bei diesem Thema. Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt überprüft die Lizenzanträge und wartet anschließend darauf, dass das Glücksspielkollegium der Länder die Entscheidungen bestätigt. Wie die Entscheidungen aber im Detail zustande kommen und warum es offenbar erhebliche Verzögerungen bei der Lizenzvergabe gibt, ist nicht öffentlich bekannt. Das ist ein großes Problem für die Glücksspiel-Fans, die seit über einem Jahr darauf warten, dass virtuelle Spielautomaten und Online-Poker mit deutscher Lizenz angeboten werden. Zumindest bei den virtuellen Automatenspielen gibt es ein bisschen Bewegung. Aber besonders schnell funktioniert die Erteilung der Lizenzen nicht.

Online-Glücksspielmarkt wächst im Schneckentempo

Nach etwas mehr als 14 Monaten gibt es in Deutschland fünf Lizenzen für virtuelle Automatenspiele. Beim aktuellen Tempo stellt sich die Frage, ob es Jahre oder Jahrzehnte dauert, bis alle Lizenzanträge bearbeitet und entschieden worden sind. Es gibt diverse Spekulationen darüber, warum die Lizenzvergabe so langsam dauert. Ein Grund ist wohl, dass in der zuständigen Glücksspielbehörde nur der Leiter Erfahrung mit der Glücksspielregulierung hatte. Alle anderen Mitarbeiter mussten sich zunächst einarbeiten. Darüber hinaus dürfte es ein Problem sein, dass jedes Spiel für jede Online-Spielhallen individuell freigegeben werden muss. Dadurch entsteht ein riesiger Prüfungsaufwand, für den das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt personell kaum ausgestattet ist.

Deutlich wird dies unter anderem daran, dass die bisher lizenzierten Online-Spielhallen relativ kleine Spiele-Portfolios haben. Das ist ein erheblicher Nachteil gegenüber der Konkurrenz, die ohne Lizenz unterwegs ist. Es ist völlig unklar, wie lange es noch dauern wird, bis die Online-Spielhallen Portfolios im gewohnten Umfang anbieten können. Vielleicht sollte das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt zumindest einmal zu diesem Thema Stellung nehmen: Wie viele Spiele werden täglich im Durchschnitt überprüft und freigegeben? Diese einfache Statistik wäre sehr nützlich, um zumindest ungefähr abschätzen zu können, wie schnell der Online-Glücksspielmarkt in Deutschland etabliert werden kann. Mangelnde Transparenz ist bei der neuen Regulierung des Online-Glücksspiels aber aktuell leider eine der wenigen verlässlichen Konstanten.

Neue Lizenzen für Online-Spielhallen positiv

Die Mitarbeiter im Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt müssen eine Aufgabe erledigen, für die sie weder inhaltlich noch personell optimal ausgestattet sind. Das ist kein Fehler der Glücksspielbehörde, sondern der politischen Entscheider. Die Bundesländer, die den Glücksspielstaatsvertrag ausgehandelt haben, haben, so viel lässt sich mittlerweile feststellen, auf der Basis von völlig praxisfernen Annahmen eine in vielerlei Hinsicht problematische Regulierung des Online-Glücksspiels beschlossen. Vielleicht wird einiges besser, wenn die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ab 2023 die Regulierung übernimmt. Aber das grundlegende Problem, die in vielen Details schlecht durchdachte Online-Glücksspielregulierung, kann auch die neue Behörde nicht ändern.