Das Spielersperrsystem OASIS ist vielleicht die größte Errungenschaft der neuen Glücksspielregulierung. Zum ersten Mal können sich Problemspieler bundesweit von nahezu allen legalen Glücksspielangeboten ausschließen lassen. Aktuell gibt es noch Probleme bei der Umsetzung, da der Anschluss an das neue System nicht ganz reibungslos verläuft. Es wird wohl noch ein paar Monate dauern, bis alle Glücksspielanbieter online und offline das neue Spielersperrsystem nutzen werden. Für die Problemspieler, die sich selbst schützen möchten, aber auch für die Angehörigen und die Veranstalter, ist das neue System ein echter Fortschritt. Erstmals ist es möglich, Problemspieler gezielt vor sich selbst zu schützen.

Spielersperrsystem OASIS umfasst fast alle Glücksspiele

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Welche Glücksspielanbieter werden vom neuen Sperrsystem erfasst? Das ist ein wichtiges Thema, denn nur wenn ein umfassender Schutz stattfindet, kann ein Sperrsystem eine sinnvolle Wirkung entfalten. Während der Glücksspielstaatsvertrag an vielen Stellen von Experten heftig kritisiert wird, ist man sich bei OASIS erstaunlich einig. Das liegt vor allem daran, dass Spielhallen, Spielbanken, Lottoanbieter, die mehr als zwei Lotterien wöchentlich veranstalten, Buchmacher, Anbieter von Online-Poker, Anbieter von Online-Casinospielen (Tischspielen), Anbieter von virtuellen Automatenspielen und sogar die Aufsteller von Spielautomaten in Gaststätten das neue Spielersperrsystem integrieren müssen. Was wird dadurch in der Praxis erreicht?

Alle Spieler, die im Spielersperrsystem OASIS erfasst sind, dürfen nicht an den genannten Glücksspielen teilnehmen. Die Anbieter müssen vor einer Teilnahme durch eine OASIS-Abfrage überprüfen, ob der Spieler auf der Sperrliste steht. Ist dies der Fall, muss eine Teilnahme verweigert werden. Da mit Ausnahme der großen Lotterien, die nicht öfter als zweimal pro Woche stattfinden, alle wesentlichen legalen Glücksspiele vom Spielersperrsystem erfasst werden, dürfte die Wirkung in der Praxis erheblich sein. Spielerschutz bedeutet in der Praxis nicht zuletzt, die kleine Gruppe der besonders gefährdeten Spieler vor sich selbst zu schützen. Mit dem neuen Spielersperrsystem sollte das deutlich besser funktionieren als in der Vergangenheit. Doch wie kommt ein Spieler auf die neue Sperrliste?

Selbstschutz und Fremdschutz mit OASIS

Es gibt drei Wege, als Spieler auf die neue Sperrliste zu gelangen. Jeder Erwachsene mit Wohnsitz in Deutschland kann sich selbst auf der Spielersperrliste OASIS eintragen lassen. Das funktioniert sehr unkompliziert. Unterschieden wird zwischen der befristeten und der unbefristeten Sperre. Bei einer unbefristeten Sperre ist es frühestens nach einem Jahr möglich, eine Aufhebung zu beantragen. Es ist aber auch möglich, eine befristete Sperre zu beantragen, die mindestens für drei Monate gilt. Die Sperre kann aktuell beim Regierungspräsidium Darmstadt oder bei allen Glücksspielanbietern, die an das Spielersperrsystem OASIS angeschlossen sind, beantragt werden. Es ist auch möglich, eine Sperre für eine andere Person zu beantragen.

Die Fremdsperre ist hauptsächlich für Angehörige von Problemspielern gedacht. Bei der Fremdsperre ist keine Befristung möglich. Allerdings ist es auch nicht so, dass eine Fremdsperre sofort umgesetzt wird. Vielmehr wird die Person, die gesperrt werden soll, benachrichtigt. Anschließend hat die Person die Möglichkeit, sich zu äußern und gegebenenfalls die Fremdsperre zu verhindern. Die Fremdsperre kann auch von Anbietern beantragt werden. Wenn ein Spieler sich offensichtlich selbst schadet, kann dieses Mittel nützlich und hilfreich sein. In Spielbanken in Deutschland ist es schon seit Jahrzehnten üblich, dass Spieler gesperrt werden, die sich selbst in Schwierigkeiten bringen.

OASIS bietet keinen perfekten Schutz

Auch wenn OASIS ein großer Fortschritt ist beim Spielerschutz, gibt es doch eine erhebliche Schutzlücke. Die Glücksspielanbieter auf dem Schwarzmarkt beachten das Spielersperrsystem nicht und akzeptieren auch Problemspieler. Das ist sowohl online als auch offline ein Problem. Allerdings lässt sich dieses Problem nicht ganz einfach lösen, denn die Bekämpfung des Schwarzmarkts ist eine komplexe Aufgabe. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist in Deutschland damit beschäftigt, den Online-Schwarzmarkt auszutrocknen. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, welche Strategie die Behörde umsetzen wird, um dieses Ziel zu erreichen. Einstweilen lässt sich aber feststellen, dass durch die Legalisierung der Online-Casinos und die Einführung des Spielersperrsystems OASIS der Spielerschutz in Deutschland auf ein völlig neues Niveau gehoben worden ist. Das ist eine gute Nachricht für alle seriösen Glücksspielanbieter und die Glücksspiel-Fans in Deutschland.