Auf der neuen Spielersperrliste in Deutschland, die mit dem System OASIS für alle Glücksspielanbieter online und offline verbindlich ist, stehen mittlerweile mehr als 22.500 Spieler. Diese Marke wurde bereits Mitte Dezember erreicht, wie gerade bekannt geworden ist. Das ist ein erster schöner Erfolg der neuen Glücksspielregulierung in Deutschland. Allerdings ist zu erwarten, dass die Zahl noch deutlich steigen wird, denn Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass es ein großes Potenzial für eine Spielersperrliste gibt. Die Spielersperrliste ist ein wichtiger Baustein für den Spielerschutz, denn jeder Spieler hat die Möglichkeit, sich selbst komplett vom gesamten legalen Angebot in Deutschland auszuschließen.

Neue Spielersperrliste in Deutschland gut gestartet

Spielerschutz Online Casino

Für den Spielerschutz ist es wichtig, dass die Spieler, die ein Problem damit haben, sich selbst zu kontrollieren, eine Möglichkeit haben, sich von den Angeboten auszuschließen. Schon seit Jahrzehnten gibt es in den deutschen Spielbanken beispielsweise die Möglichkeit, eine Selbstsperre durchzuführen. Auch zahlreiche Online Casinos bieten ihren Kunden die Möglichkeit, Selbstsperren einzurichten. Doch die neue Spielersperrliste in Deutschland ist ein umfassender Ansatz, denn alle Spielbanken, Spielhallen und Online Casinos werden erfasst. Allerdings gilt das nur für die legalen Angebote. Der große Schwarzmarkt, der im Internet existiert, wird von der neuen Spielersperrliste nicht erfasst. Trotzdem ist es ein Fortschritt, dass Spieler in Deutschland die Möglichkeit haben, sich zentral registrieren zu lassen, um eine Sperre für sehr viele unterschiedliche Glücksspielangebote online und offline umzusetzen.

Wie viele Spieler werden am Ende auf der neuen Spielersperrliste in Deutschland landen? Schaut man sich die Erfahrungen anderer Länder mit ähnlichen Systemen an, ist wohl zu erwarten, dass mindestens eine hohe sechsstellige Zahl möglich ist. Die 22.500 Spieler, die aktuell bereits auf der neuen Spielersperrliste stehen, dürften zum überwiegenden Teil Spieler sein, die schon vorher in OASIS registriert waren. Dieses System wurde bereits in den letzten Jahren in Hessen genutzt, und ist nun erstmals bundesweit verfügbar. Auch die Kritiker der neuen Glücksspielregulierung loben die neue Spielersperrliste. Es gibt jedoch ein fundamentales Problem, das dringend gelöst werden muss. Wie wird verhindert, dass die Spieler, die sich über die neue Spielersperrliste vom legalen Glücksspiel ausschließen, nicht den Schwarzmarkt als Alternative nutzen? Gerade für die Problemspieler dürfte die Versuchung groß sein.

Bekämpfung des Schwarzmarkts besonders wichtig

Eine Spielsperrliste kann grundsätzlich nur die Anbieter erfassen, die auf dem regulären Markt unterwegs sind. Auf dem Schwarzmarkt gibt es allerdings zahlreiche Online Casinos, die sich nicht an die Regeln halten. Dadurch kommen zwei unvorteilhafte Komponenten zusammen: Zum einen sind die Angebote auf dem Schwarzmarkt aus Sicht vieler Spieler deutlich attraktiver, da es zum Beispiel kein niedriges Einzahlungslimit und auch kein allgemeines Einsatzlimit gibt. Zum anderen sind gerade die Problemspieler oft High Roller, die ohnehin nur ein begrenztes Interesse daran hätten, die legalen Online-Glücksspielangebote in Deutschland zu nutzen. Was kann der Staat tun, um diese Spieler zu schützen?

Die Antwort ist erstaunlich einfach: Eine umfassende Bekämpfung des Schwarzmarkts müsste dazu führen, dass die Problemspieler große Schwierigkeiten hätten, irgendwelche Alternativen zum legalen Markt zu finden. Dann wäre die neue Spielersperrliste in Deutschland ein sehr wirkungsvolles Instrument. Auch in der jetzigen Form dürfte es eine deutliche Wirkung geben. Allerdings sollte diese Wirkung nicht überschätzt werden, solange es zahlreiche Alternativen auf dem Schwarzmarkt gibt. Eine wirkungsvolle Bekämpfung des Online-Glücksspiels auf dem Schwarzmarkt findet in Deutschland aktuell nicht statt. Das hat auch damit zu tun, dass die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) noch nicht arbeitsfähig ist. Erst Mitte 2022 soll sich das ändern, zumindest im Hinblick auf die Bekämpfung des Schwarzmarkts.

Funktionierende Spielersperrliste ist gute Basis

Es ist ein riesiger Fortschritt, dass es in Deutschland erstmals eine Spielersperrliste gibt, die alle Spielbanken, Spielhallen und seriösen Online Casinos umfasst. Nun muss sich allerdings zeigen, ob bei der Umsetzung der Glücksspielregulierung die Bekämpfung des Schwarzmarkts so gestaltet wird, dass die Spielersperrliste ihre ganze Wirkung entfalten kann. Wenn am Ende viele Problemspieler, die auf der Liste stehen, in nicht zugelassenen Online Casinos spielen, wäre das fatal. Es ist wichtig zu verstehen, dass eine hohe Anzahl von Spielern auf der Spielersperrliste noch nicht gleichbedeutend ist mit einem erstklassigen Spielerschutz. Die neue Spielersperrliste in Deutschland kann nicht mehr als ein Anfang sein auf dem Weg zu einem besseren Spielerschutz.