In Schleswig-Holstein wird es demnächst möglich sein, in bis zu fünf Online-Spielbanken Tischspiele wie Roulette, Blackjack und Baccarat zu spielen. Der schleswig-holsteinische Landtag hat ein Gesetz beschlossen, auf dessen Basis es möglich ist, fünf Lizenzen für Anbieter von Online-Tischspiele zu vergeben. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer besseren Kanalisierung des Online-Glücksspiels in Schleswig-Holstein. Aktuell werden in Deutschland ausschließlich Online-Spielautomaten lizenziert. Aber die Bundesländer haben auf der Basis des Glücksspielstaatsvertrags die Möglichkeit, individuelle Lizenzen für Online-Tischspiele zu schaffen. Schleswig-Holstein gehört zu den ersten Bundesländern, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Vier der fünf Lizenzen werden ausgeschrieben, denn eine Lizenz bekommt das staatliche Casino Schleswig Holstein.

Online-Tischspiele für Spieler in Schleswig-Holstein

Roulette Online

Für die Glücksspiel-Fans in Schleswig-Holstein könnte sich die Situation beim Online-Glücksspiel schon in Kürze deutlich verbessern. Bislang gibt es, genauso wie in allen anderen Bundesländern, ausschließlich virtuelle Spielautomaten im Rahmen der deutschen Glücksspielregulierung. Online-Tischspiele sind hingegen nicht zugelassen unter der bundesweiten Regulierung. Aber der Glücksspielstaatsvertrag enthält eine wichtige Zusatzregelung. Demnach können die Bundesländer Lizenzen vergeben für Anbieter von Online-Tischspielen. Die Anzahl der Lizenzen ist dabei begrenzt auf die Anzahl der Spielbanken-Lizenzen, die es im jeweiligen Bundesland gibt. Es ist allerdings auch möglich, dass sich Bundesländer zusammenschließen. Dann werden die Spielbanken-Lizenzen zusammengezählt.

Schleswig-Holstein hätte theoretisch auch die Möglichkeit, ein Monopol für Online-Tischspiele zu etablieren. Aber die Landesregierung geht einen anderen Weg und schafft fünf Lizenzen, mit denen Online-Tischspiele angeboten werden können. Der staatliche Glücksspielanbieter, der die Spielbanken in Schleswig-Holstein betreibt, erhält eine Lizenz und die anderen vier Lizenzen werden ausgeschrieben. Es spricht einiges dafür, dass sich die großen deutschen Glücksspielanbieter um diese Lizenzen bemühen werden. Aber auch internationale Glücksspielanbieter werden versuchen, eine der begehrten Lizenzen für Online-Tischspiele zu bekommen. Das Geschäft mit den Online-Tischspielen ist sehr lukrativ.

Hohe Steuersätze für Anbieter von Online-Tischspielen

Schleswig-Holstein führt die Lizenzen für Online-Tischspiele nicht ein, um die zahlreichen Glücksspiel-Fans glücklich zu machen. Es gibt zwei wichtige Gründe, diesen Weg zu gehen. Betont wird vor allem die angestrebte Kanalisierung des legalen Online-Glücksspiels. Wenn es kein legales Angebot mit Online-Tischspielen gibt, wie dies im Moment der Fall ist, suchen sich die Tischspiel-Fans Anbieter, die nicht in Deutschland zugelassen sind. Das führt am Ende dazu, dass eine schlechte Kanalisierung vorhanden ist. Deswegen ist es sinnvoll, ein legales Angebot mit Online-Tischspielen zu ermöglichen. Aber es gibt auch eine finanzielle Seite, die nicht unterschlagen werden sollte. Schleswig-Holstein könnte mit den Online-Tischspielen viel Geld einnehmen. Allerdings ist es wichtig zu verstehen, dass ausschließlich Spieler mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein die zukünftigen Angebote nutzen können.

Die Besteuerung der Online-Tischspiele wird auf der Basis des Bruttospielertrags stattfinden. Bis zu einer Summe von 300.000 Euro pro Monat wird der Steuersatz bei 34 Prozent liegen. Der Steuersatz steigt bei höheren Beträgen bis zu einer Grenze von 750.000 Euro auf 39 Prozent. Alle Beträge, die über 750.000 Euro liegen, werden mit 44 Prozent besteuert. Das bedeutet, dass erfolgreiche Anbieter von Online-Tischspielen in Schleswig-Holstein fast die Hälfte des Bruttospielertrags an den Staat abführen müssen. Das ist nicht wenig. Erstaunlich ist allerdings, dass der Bruttospielertrag als Bemessungsgrundlage genutzt wird. Bei der Glücksspielsteuer, die für die virtuellen Spielautomaten gilt, ist der Spieleinsatz die Bemessungsgrundlage. Realistischer und sinnvoller ist allerdings die Besteuerung des Bruttospielertrags, da es sich um das Geld handelt, das der Glücksspielanbieter einnimmt.

Wird Deutschland ein Glücksspiel-Flickenteppich?

Wenn Schleswig-Holstein demnächst fünf Anbieter mit Online-Tischspielen hat, werden die Glücksspiel-Fans aus den anderen Bundesländern, die kein legales Angebot mit Online-Tischspielen vorfinden, neidisch in das nördliche Bundesland schauen. Es spricht einiges dafür, dass noch andere Länder ebenfalls Anbieter mit Online-Tischspielen bekommen. Aber genauso wahrscheinlich ist, dass nicht alle Bundesländer in Deutschland entsprechende Gesetze auf den Weg bringen werden in absehbarer Zeit. Deswegen wird es so sein, dass der Zugang zu legalen Online-Tischspielen davon abhängig sein wird, in welchem Bundesland ein Glücksspiel-Fan lebt. Kann das wirklich sinnvoll sein? Immerhin gibt es zahlreiche Glücksspielanbieter im Netz, die Tischspiele im Programm haben, aber die deutsche Glücksspielregulierung nicht beachten. Eine Bekämpfung des Schwarzmarkts findet aktuell nur in einem sehr begrenzten Umfang statt. Im Moment spricht nicht vieles dafür, dass die deutsche Glücksspielregulierung auf der Basis des Glücksspielstaatsvertrags 2021 zu einem großen Erfolg wird.