Die neue Glücksspielregulierung wird in die Praxis umgesetzt. Die ersten Online-Casinos mit deutscher Lizenz (Erlaubnis) sind verfügbar. Das Erstaunen ist allerdings groß bei vielen Glücksspiel-Fans, denn alles ist anders als früher. Viele Regeln haben sich verändert. Angefangen vom Einzahlungslimit über das Einsatzlimit bis zu Sprachregelungen gibt es viele Aspekte, mit denen sich Glücksspiel-Fans in Deutschland auseinandersetzen müssen. Da ein ganz normaler Glücksspiel-Fan kein Interesse daran hat, den Glücksspielstaatsvertrag komplett zu lesen, haben wir das stellvertretend für unsere Leser gemacht.

Wir beantworten die 10 wichtigsten Fragen zur neuen Glücksspielregulierung.

1) Warum kann ich nur 1 Euro pro Spin setzen?

„Der Einsatz darf einen Euro je Spiel nicht übersteigen. Die für die Erlaubniserteilung zuständige Behörde kann zur Erreichung der Ziele des § 1 den Höchsteinsatz je Spiel nach Satz 1 an geänderte Verhältnisse anpassen.“ (GlüStV §22a (7))

Im Glücksspielstaatsvertrag ist festgelegt, dass der Spieleinsatz pro Runde nicht höher sein darf als 1 Euro. Das ist eine Regelung, die viele Glücksspiel-Fans in Deutschland stört. Theoretisch könnte die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder demnächst einen höheren Höchsteinsatz beschließen. Eine Erhöhung des Höchsteinsatzes darf aber nur erfolgen, wenn damit die Ziele des Glücksspielstaatsvertrags besser erreicht werden. Ein gutes Argument für einen höheren Spieleinsatz wäre etwa, dass die Attraktivität der Spiele für High Roller stiege. Auf diese Weise könnte die Kanalisierung, also die Bevorzugung des legalen Markts durch die Spieler, begünstigt werden.

Viele Glücksspiel-Fans haben früher höhere Beträge als 1 Euro gesetzt. Für die meisten Spieler sollte es aber kein großes Problem darstellen, mit einem maximalen Einsatz von 1 Euro zurechtzukommen. Wir empfehlen ohnehin, das vorhandene Budget auf viele verschiedene Spiele zu verteilen, um den Spielspaß auszudehnen.

2) Wieso kann ich nicht mehr als 1.000 Euro einzahlen?

„Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit darf grundsätzlich 1000 Euro im Monat nicht übersteigen. 3In der Erlaubnis kann zur Erreichung der Ziele des § 1 festgelegt werden, dass und unter welchen Voraussetzungen der Erlaubnisinhaber im Einzelfall mit anbieterübergreifender Wirkung einen abweichenden Betrag festsetzen kann.“ (GlüStV §6c (1))

Im Glücksspielstaatsvertrag ist ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro festgeschrieben. Dieses Einzahlungslimit gilt für alle Anbieter übergreifend und nicht für jedes Online-Casino individuell. Allerdings ist vorgesehen, dass die zuständige Glücksspielbehörde das Limit erhöhen kann, wenn dadurch die Ziele des Glücksspielstaatsvertrags besser zu erreichen sind. Wie kann ein höheres Limit dabei helfen, die Ziele des Glücksspielstaatsvertrags besser zu erreichen? Höhere Limits könnten dazu beitragen, dass High Roller auf dem legalen Markt spielen und nicht auf dem Schwarzmarkt. Dadurch wäre der Spielerschutz für die High Roller deutlich besser. Im Gespräch sind Limits von 10.000 Euro und 30.000 Euro.

Es ist allerdings völlig unklar, ob und wann diese Limits eingeführt werden. Es gibt Hinweise darauf, dass zum Jahreswechsel mit der Übernahme der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder höhere Limits eingeführt werden. Die Spieler müssten für die höheren Limits dann wahrscheinlich einen Bonitätsnachweis erbringen. Aber verlässliche Informationen zu diesem Thema gibt es bedauerlicherweise aktuell nicht.

3) Warum kann ich nicht einen neuen Tab aufmachen und zwei Spiele gleichzeitig spielen?

Das gleichzeitige Spielen von mehreren virtuellen Automatenspielen ist verboten. Dies gilt auch für das Spielen desselben Spiels. Erlaubnisinhaber haben dies durch geeignete technische Maßnahmen sicherzustellen. Spielern darf nur ein Spiel zur gleichen Zeit angezeigt werden. (GlüStV §22a (10))

Der Gesetzgeber möchte verhindern, dass Spieler gleichzeitig mehrere virtuelle Automatenspiele nutzen. Wäre dies möglich, könnte es unter Umständen problematisch sein, den Höchsteinsatz einzuhalten. Vor allem soll aber verhindert werden, dass die Spieler versuchen, das Glück zu erzwingen.
Auch wenn es einige Glücksspiel-Fans gibt, die gerne mehrere Spielautomaten parallel nutzen, dürfte diese Regelung doch viele Spieler nicht besonders stören. Gerade die Glücksspiel-Fans, die auf einem Smartphone spielen, kommen eher selten auf die Idee, mehrere Slots parallel zu spielen.

4) Warum ist die Auszahlungsquote so niedrig?

„Die Virtuelle Automatensteuer beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage...“ (RennwLottG § 38)

Die Virtuelle Automatensteuer ist pünktlich zum Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags am 1. Juli 2021 eingeführt worden. Die Bemessungsgrundlage ist der Spieleinsatz. Einfacher ausgedrückt: Die Glücksspielanbieter müssen 5,3 Prozent von jedem Spieleinsatz als Steuer an den Staat abführen. Das wirkt sich direkt auf die Auszahlungsquote aus. Ein Blick auf die Auszahlungsquoten der Spiele in den Online-Casinos mit deutscher Erlaubnis (Lizenz) zeigt, dass die Auszahlungsquoten aktuell bei typischen Spielautomaten zwischen 90 und 93 Prozent liegen. Vor Einführung der neuen Glücksspielregulierung waren Auszahlungsquoten von 95 bis 98 Prozent üblich.
Die Glücksspielanbieter hätten mit den alten Auszahlungsquoten keine Chance, wirtschaftlich erfolgreich zu arbeiten. Die einzige Alternative wäre es gewesen, so etwas wie die Wettsteuer auch im Spielautomaten-Bereich einzuführen. Doch die Casino-Betreiber und die Spielehersteller haben sich durchweg dazu entschieden, die Auszahlungsquoten zu senken.

Die Glücksspielsteuer wird von vielen Experten kritisiert, da die Spiele auf dem deutschen Markt mit der Steuer unattraktiver gemacht worden sind im Vergleich mit den Spielen, die auf dem Schwarzmarkt verfügbar sind.

5) Wieso dauern die Spielrunden bei den Slots so lange?

„Ein Spiel muss durchschnittlich mindestens fünf Sekunden dauern.“ (GlüStV §22a (6))

Für virtuelle Automatenspiele gilt seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 eine Mindestspieldauer von fünf Sekunden. Für einige Glücksspiel-Fans ist das eine lange Zeit. Immerhin war es früher möglich, deutlich schneller zu spielen. Viele Slots hatten sogar einen Turbomodus, mit dem es möglich war, den Spielablauf enorm zu beschleunigen.
Die Mindestspieldauer wurde eingeführt, um die Gefahr zu verringern, dass zu große Emotionen beim Spielen entstehen. Die Langsamkeit ist gewollt und kein Fehler der Spielehersteller. In Online-Casinos mit deutscher Lizenz kann niemand mehr als zwölf Euro pro Minute oder 720 Euro pro Stunde einsetzen.

6) Warum kann ich nicht mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen spielen?

Einsätze und Gewinne dürfen nur in Euro und Cent erfolgen. Die Umrechnung von Geldbeträgen in andere Währungen, Punkte oder sonstige Einheiten vor, während oder nach dem Spiel oder als Ergebnis des Spiels ist unzulässig. (GlüStV §22a (5))

Aktuell gibt es viel Verwunderung darüber, dass die ersten Online-Casinos mit deutscher Lizenz keine Einzahlungen und Auszahlungen mit Bitcoin oder anderen Kryptowährungen zulassen. Aber das ist kein Versehen und auch kein vorübergehender Zustand. Vielmehr dürfen Einzahlungen, Auszahlungen und Spieleinsätze nur in Euro und Cent gemacht werden.
Das bedeutet in der Umkehrfolge, dass der Bitcoin und andere Kryptowährungen in Online-Casinos mit deutscher Lizenz nicht zugelassen werden. Die genauen Hintergründe für diese Entscheidung sind nicht bekannt. Aber es ist zu vermuten, dass der Gesetzgeber keinen zusätzlichen Anreiz für den Erwerb von Bitcoin und anderen Kryptowährungen schaffen wollte.

7) Warum gibt es keine progressiven Jackpot-Slots?

Ein Gewinn muss in einem vor Beginn des Spiels festgelegten Vielfachen des Einsatzes bestehen. Einsätze, Gewinne oder Teile von Einsätzen oder Gewinnen dürfen nicht zu dem Zweck angesammelt werden, Gewinne für künftige Spiele zu schaffen (Jackpotverbot). (GlüStV §22a (8))

Progressive Jackpots sind auf der Basis der aktuellen Glücksspielregulierung in Deutschland nicht möglich, da es nicht gestattet ist, einen Teil des Einsatzes in einen Jackpot fließen zu lassen. Genau das ist aber das Spielprinzip aller progressiven Jackpot-Spiele. Der Begriff „Jackpotverbot“ trifft aber nicht ganz zu in der Praxis, denn es ist kein Problem, einen Jackpot in ein Spiel zu integrieren, der ein Vielfaches des Spieleinsatzes enthält. Es gibt zahlreiche Spiele, bei denen die Jackpots nach diesem Prinzip gestaltet sind.

Es ist nicht ganz klar, warum die progressiven Jackpot-Slots in Deutschland nicht zugelassen sind. Vielleicht möchte der Gesetzgeber Konkurrenz für die staatlichen Lotterien vermeiden. Über Jackpot-Slots sind in den letzten Jahren Millionen an glückliche Gewinner ausgeschüttet worden. Die höchsten Gewinne lagen dabei im zweistelligen Millionenbereich. Bedauerlicherweise gibt es an dieser Stelle keinen Spielraum für die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, anders als zum Beispiel bei der Einsatzhöhe.

8) Warum gibt es keine Tischspiele in Online-Casinos mit deutscher Lizenz?

„Virtuelle Automatenspiele, die herkömmlich in Spielbanken veranstalteten Tischspielen mit Bankhalter, insbesondere Roulette, Black Jack oder Baccara, entsprechen, sind unzulässig.“ (GlüStV §22a (2))

Als virtuelle Automatenspiele werden in Deutschland nur die klassischen Spielautomaten gewertet. Alle Automaten, die klassische Bankhalter-Spiele nachahmen, sind nicht zulässig. Tischspiele wird es in Deutschland nur in einigen Bundesländern geben, da die Länder die Regulierungshoheit haben. Bundesweit werden nur die Online-Slots, die nichts mit Tischspielen zu tun haben, zugelassen.

Aller Voraussicht nach wird es in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sowie noch einigen anderen Bundesländern Roulette, Blackjack, Baccarat und Casino-Poker in irgendeiner Form online geben. Vielleicht werden auch Live-Dealer-Spiele zugelassen. Das liegt aber letztlich bei den Ländern, sodass sich im Moment noch nicht abschließend sagen lässt, wie das Tischspiel-Angebot in Deutschland in den nächsten Jahren aussehen wird.

9) Warum haben die Spielautomaten keinen Automodus?

„Ein virtuelles Automatenspiel darf nur infolge einer entsprechenden Erklärung des Spielers beginnen, die erst nach Beendigung des vorherigen Spiels abgegeben werden darf. 2Unzulässig sind insbesondere Programmabläufe, die nach dem Ablauf des vorherigen Spiels selbstständig ein weiteres Spiel beginnen lassen und Erklärungen eines Spielers, an mehreren Spielen in Folge teilzunehmen.“ (GlüStV §22a (4))

Es ist nicht gestattet, einen automatischen Modus anzubieten, bei dem die Spielrunden ohne Aktion des Spielers ständig neu gestartet werden. Für viele Glücksspiel-Fans ist das nicht schön, auch wenn der Automodus durchaus umstritten ist. Aber die Spielehersteller müssen diese Option ausbauen, um eine Zulassung für den deutschen Markt zu bekommen.

Bei einigen Spielen ist der Automodus ohnehin nicht empfehlenswert. Wenn es Risikospiele wie das Kartenrisiko oder die Risikoleiter gibt, ist es üblich, dass diese Spiele nicht angeboten werden, wenn der Automodus läuft. Gerade bei den beliebten Spielen von Merkur und Novomatic war das vor der Einführung der neuen Regulierung durchweg der Fall.

10) Warum ist der Begriff Online-Casino immer seltener zu sehen?

„Im Zusammenhang mit der Veranstaltung und dem Eigenvertrieb von virtuellen Automatenspielen oder Werbung hierfür ist die Verwendung der Begriffe „Casino“ oder „Casinospiele“ unzulässig.“ (GlüStV §22a (11))

Es war eine besondere Glanzleistung der Vertreter der Bundesländer, die den Glücksspielstaatsvertrag ausgehandelt haben, die Begriffe „Casino“ und „Casinospiele“ zu verbieten, jedenfalls wenn es um Werbung für virtuelle Spielautomaten geht. Die beiden Begriffe sollen den Tischspiel-Angeboten der Länder vorbehalten bleiben. Diese Spiele werden explizit als „Casinospiele“ im Glücksspielstaatsvertrag bezeichnet.
Ist das die neue Verbotskultur, von der immer wieder die Rede ist? Die Glücksspielanbieter haben allerdings keine andere Wahl, als sich an die neuen Regeln zu halten. Deswegen wird in Zukunft häufig von Online-Spielhallen und Online-Spielbanken die Rede sein, wenn eigentlich doch Online-Casinos gemeint sind. Fraglich ist allerdings, ob sich die Glücksspiel-Fans an diese neue Sprachregelung halten werden.

11) Warum gibt es so wenige Slots in Online-Casinos mit deutscher Lizenz?

Inhaber einer Erlaubnis für die Veranstaltung von virtuellen Automatenspielen dürfen ein virtuelles Automatenspiel nur anbieten, wenn dieses zuvor auf deren Antrag von der zuständigen Behörde erlaubt worden ist. (GlüStV §22a (1))

Für jedes virtuelle Automatenspiel benötigen die Anbieter eine gesonderte Erlaubnis. Die zuständige Glücksspielbehörde muss jedes Spiel individuell prüfen und zulassen. Diese Prüfung erfolgt für jedes Online-Casino neu. Dadurch entsteht ein riesiger Prüfungsaufwand, der wahrscheinlich der Hauptgrund dafür ist, dass die aktuell lizenzierten Online-Casinos vergleichsweise wenige Slots im Portfolio haben.

Auf lange Sicht wird das Spieleangebot wachsen. Aber da noch zahlreiche Lizenzanträge offen sind, könnte es noch eine Weile dauern, bis alle Online-Casinos die nötigen Erlaubnisse für sämtliche Spieler haben. Da nicht alle Spiele erlaubnisfähig sind, die früher in Online-Casinos angeboten wurden, werden die Portfolios etwas schrumpfen. Aber auch auf der Basis der neuen Glücksspielregulierung ist es möglich, umfangreiche Spiele-Portfolios anzubieten.

Fazit: Hoher Spielspaß auch mit neuer Regulierung möglich

Für einige Glücksspiel-Fans sind die neuen Regeln auf dem deutschen Online-Glücksspielmarkt ein Schock. Aber es gibt auch positive Aspekte. Zum ersten Mal ist es möglich, in zweifellos legalen Online-Casinos in Deutschland zu spielen. Die Unsicherheit, die lange Zeit herrschte, ist vorbei. Die neuen Regeln sind speziell für High Roller teilweise problematisch. Aber für ganz normale Glücksspiel-Fans ist es immer noch leicht, Spaß zu haben und um lukrative Gewinne zu spielen. Am besten probieren Sie einfach einmal eines der neuen Online-Casinos aus!