In Thüringen ist ein neues Landesglücksspielgesetz beschlossen worden. Die Gesetzesänderung war nötig, um den neuen Glücksspielstaatsvertrag auf Landesebene umzusetzen. Doch bevor der Gesetzentwurf vom Thüringer Landtag angenommen und beschlossen worden ist, gab es eine interessante Expertenanhörung, die nicht viel Presse bekommen hat. Es lohnt sich jedoch, etwas näher hinzuschauen, denn die Experten, die zum Thüringer Glücksspielgesetz gehört wurden, lieferten überzeugende Beiträge zur neuen Glücksspielregulierung in Deutschland. Besonders wichtig war einigen Experten dabei das Thema Spielerschutz. In Deutschland sind erstmals seriöse Online Casinos mit deutscher Lizenz möglich. Im Moment laufen die ersten Lizenzanträge und schon bald wird es die ersten Glücksspielanbieter im Internet mit deutscher Lizenz geben.

Experten begrüßen Zertifizierung und Qualitätsgedanken

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Bei der Expertenanhörung in Thüringen gab es viele interessante Wortmeldungen. Das Landesglücksspielgesetz ist mit Augenmaß entworfen worden. Das wurde unter anderem auch an den Äußerungen der Vertreter der Glücksspielverbände deutlich. Besonders positiv wird aufgenommen, dass der Qualitätsgedanke im Mittelpunkt steht. Was bedeutet das? In Thüringen sollen Spielhallen-Betreiber, die eine besonders hohe Qualität gewährleisten, Vorteile haben. Beispielsweise können bestimmte Einzelbeschränkungen aufgehoben werden, wenn ein Spielhallen-Betreiber eine entsprechende Zertifizierung hat. Genau das fordert die Glücksspielbranche sollen seit vielen Jahren. Der Bedarf nach Glücksspiel ist riesig und muss vernünftig kanalisiert werden. Das geht aber nur, wenn ein attraktives Glücksspielangebot im legalen Bereich vorhanden ist. In Thüringen wird mit dem neuen Landesglücksspielgesetz nach Einschätzung vieler Experten bei der Anhörung zum Landesglücksspielgesetz genau das erreicht. Thüringen geht damit bewusst einen anderen Weg als Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern. In diesen beiden Bundesländern geht es den Regierungen im Moment vor allem darum, die Anzahl der Spielhallen zu reduzieren. Qualität spielt dabei keine wesentliche Rolle.

Für den Spielerschutz ist es auch wichtig, dass vor allem die Glücksspielanbieter bevorzugt werden, die eine hohe Qualität in allen Bereichen bieten. Wenn es um die Qualität von Spielhallen geht, meint der Gesetzgeber damit vor allem die Qualität hinsichtlich des Spielerschutzes. Attraktiv sind die meisten Spielhallen für die Besucher ohnehin. Aber das ist nicht der entscheidende Faktor. Wichtig ist, dass die Spielhallen-Betreiber in Thüringen gewährleisten, dass Problemspieler gut geschützt werden. Ohnehin bringt der neue Glücksspielstaatsvertrag eine wichtige Neuerung, die auch für die Spielhallen-Betreiber hilfreich ist. In Zukunft gibt es eine Spielersperrdatei, die es den Spielhallen-Betreibern in Deutschland ermöglicht, Problemspieler auf einfache Weise draußen zu halten. Wer in der Spielersperrdatei steht, darf nicht in Spielhallen, Spielbanken und Online Casinos mit deutscher Lizenz als Kunde akzeptiert werden. Wie kommen die Spieler in die Spielersperrdatei? Jeder Spieler hat die Möglichkeit, sich selbst eintragen zu lassen. Aber es ist auch möglich, einen Verwandten mit entsprechenden Nachweisen in die Spielersperrdatei zu bekommen. Die Spielersperrdatei hat nur indirekt mit dem Landesglücksspielgesetz zu tun, da es sich um eine bundesweite Regelung handelt. Aber die Spielersperrdatei ist der wichtigste Fortschritt beim Spielerschutz seit vielen Jahren.

Abstandsregeln gelten auch in Thüringen

Der neue Glücksspielstaatsvertrag bringt wichtige Abstandsregeln für Spielhallen. Grundsätzlich muss der Abstand zwischen zwei Spielhallen mindestens 500 Meter betragen. Auch zu Einrichtungen, in denen Jugendliche oder Kinder aktiv sind, muss ein Abstand von wenigstens 500 Metern eingehalten werden. In der Praxis ist das aufgrund des historischen Bestands aber nicht immer der Fall. Doch anstatt einen Kahlschlag zu beginnen, der die Schließung zahlreiche Spielhallen zur Folge hätte, geht die Thüringen einen anderen Weg. Zertifizierte Spielhallen können in gut begründeten Ausnahmefällen vom Abstandsgebot ausgenommen werden. Das ist vielleicht die wichtigste Regelung im neuen Landesglücksspielgesetz. Für viele Spielhallen-Betreiber in anderen Bundesländern bringt das Abstandsgebot das Ende, während in Thüringen alle Spielhallen-Betreiber die Möglichkeit haben, über eine Zertifizierung die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass eine Ausnahmeregelung umgesetzt wird. Das ist nach Einschätzung vieler Branchenvertreter der richtige Weg, um die Qualität auf dem landbasierten Glücksspielmarkt hochzuhalten oder sogar noch zu verbessern. Die Spielhallen-Betreiber, die keine Zertifizierung beantragen oder die Zertifizierung nicht schaffen, müssen allerdings damit rechnen, dass das Geschäft geschlossen wird. Die Ansprüche bei der Zertifizierung sind hoch, sodass Spielhallen-Schließungen auf der Basis des neuen Landesglücksspielgesetzes und des neuen Glücksspielstaatsvertrags auch in Thüringen nicht ausgeschlossen sind.

Der neue Glücksspielstaatsvertrag, der nun auch im Landesglücksspielgesetz in Thüringen umgesetzt wird, wird die Glücksspielbranche in Deutschland auf vielfältige Weise verändern. Aber in Thüringen wird mit dem neuen Landesglücksspielgesetz sichergestellt, dass die Spielhallen-Betreiber einen fairen Wettbewerb haben. Wer hohe Qualität bietet, darf auch weiterhin stationäre Glücksspiele anbieten. Die Konkurrenz aus dem Internet ist für viele Spielhallen-Betreiber ohnehin schon ein Problem. Rund um die Uhr gibt es Online Casinos, die in Deutschland in Zukunft mit deutscher Lizenz ein riesiges Portfolio an Automatenspielen zur Verfügung stellen. Die virtuellen Automatenspiele bieten zwar nicht das klassische Spielhallen-Erlebnis, da der soziale Aspekt fehlt. Aber dafür können die Glücksspiel-Fans im Internet mit einem simplen Smartphone viele unterschiedliche Spielautomaten erleben. Nicht einmal Öffnungszeiten gibt es. Das landbasierte Glücksspiel ist in Deutschland durch die anhaltende Gesundheitskrise ohnehin schon unter Druck. Deswegen ist es ein wichtiges Signal, dass zumindest in Thüringen eine Lösung gefunden worden ist, die den Spielhallen-Betreibern die Teilnahme an einem fairen Wettbewerb ermöglicht.