Die deutsche Bundesregierung richtet eine neue Behörde ein, die sich ausschließlich um das Glücksspiel in der BRD kümmern wird. In Sachsen-Anhalt, genauer gesagt in Halle, soll in Zukunft sowohl die Lizenzvergabe, als auch die Überwachung des legalen Glücksspiels unter einem Dach beheimatet sein. Nicht nur die Spielerinnen und Spieler sollen sich mit ihren Fragen und Beschwerden an diese neue Glücksspielbehörde wenden können, auch die lizenzierten Glücksspiel-Anbieter und Online Casinos haben dort ihre erste Anlaufstelle mit entsprechenden Ansprechpartnern. Was erstmal gut klingt ist allerdings noch nicht gut gemacht. Jedenfalls aktuell noch nicht, denn die besagte Behörde ist zur Zeit mit gerade mal zwölf Mitarbeitern noch völlig unterbesetzt. Hinzu kommt, dass diese Mitarbeiter größtenteils erst eingearbeitet werden müssen.

Fehlen der Glücksspielbehörde die technischen und personellen Voraussetzungen?

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Wer sich nun die Frage stellt, warum nicht bereits im Vorfeld die entsprechenden Vorbereitungen und Maßnahmen getroffen worden sind, dem kann man nur Recht geben. Mit dem normalen Menschenverstand ist es nur sehr schwer nachvollziehbar, weshalb die neue Behörde nicht bereits zum 1. Juli dieses Jahres handlungsfähig war, zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen deutschen Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV). Dieser Zustand ist wohl nur dadurch zu erklären, dass der Gesetzgeber selbst zu lange in der Luft hing, da die Bundesländer so viel Zeit brauchten, um sich zu einigen. Es gab sogar Zeiten, in denen mit einem kompletten Aus für den GlüStV zu rechnen war. Doch mittlerweile steht die neue Regulierung, der sich sowohl die Glücksspielanbieter als auch deren Kunden anpassen müssen. Schön und gut! Nur: Wie soll die Überwachung funktionieren, wenn die neue Glücksspielbehörde ihren Aufgaben noch gar nicht nachkommen kann? Nehmen wir als Beispiel das Einsatzlimit von 1.000,- Euro. Es ist geplant, dass sämtliche Anbieter mit einer Lizenz bei der Behörde gemeinsam erfasst sind, und auch für die Spielerinnen und Spieler soll es eine zentrale Datei geben, in der sämtliche monatlichen Einzahlungen addiert werden. Übersteigen diese Beträge die festgelegte Grenze, dann sollen keine weiteren Einzahlungen mehr möglich sein.

Die lizenzierten Online Buchmacher und Online Spielbanken haben die neuen Regeln schon in die Tat umgesetzt, so dass diese Maßnahme bereits greift. Aber wo bleibt die Überwachung durch die Glücksspielbehörde? Mit den derzeit nur zwölf Mitarbeitern ist das Amt viel zu schwach besetzt, um eine verlässliche Kontrolle zu gewährleisten. Es ist im Moment auch vollkommen unklar, ob bereits die technischen Voraussetzungen geschaffen wurden, um diese Überwachung zu garantieren. Aktuell liegt diese Aufgabe noch bei den einzelnen Bundesländern, doch sie ist derzeit noch nicht länderübergreifend realisierbar. Demnach geht der Plan offensichtlich noch nicht auf. Es bleibt abzuwarten, wann das neue Konzept tatsächlich funktioniert. Mit einer Erweiterung der neuen Glücksspielbehörde ist nicht vor 2022 zu rechnen und in vollem Umfang wird sie wohl erst 2023 funktionstüchtig sein.

Viele Online Casinos halten sich bereits an die neuen Regeln

Da das Glücksspiel in Internet Casinos und Co nun auch in der BRD endlich in geordneten Bahnen laufen soll, ist es logisch, dass hierfür zunächst die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Eine Regulierung von Spielern und Anbietern ist demnach nur dann möglich, wenn die Online Glücksspiel-Anbieter Lizenzen erhalten, damit sich beide Seiten in einem legalen Rahmen bewegen. Viele der großen Online Buchmacher haben bereits eine solche Konzession erhalten und sind somit den Online Spielbanken um eine Nasenlänge voraus. Der neue Glücksspielstaatsvertrag sollte nun auch den seriösen Online Casinos die Chance bieten, sich um eine deutsche Lizenz zu bewerben. Doch wer vergibt diese Lizenz? Ist es noch immer das Regierungspräsidium in Darmstadt, oder hat diese Aufgabe bereits die neue Glücksspielbehörde übernommen? Es bleibt festzuhalten, dass sich schon eine Vielzahl von Anbietern an die neuen Regeln hält, um in naher Zukunft eine deutsche Lizenz zu erhalten.

Allerdings haben sie gegenüber den stationären Spielbanken einige Nachteile hinzunehmen, da sie beispielsweise keine der sogenannten Tischspiele, wie Black Jack oder Roulette anbieten dürfen. Online Glücksspiel-Anbieter mit einer gültigen EU-Lizenz haben diese Probleme nicht, ebenso wenig wie sie über limitierte Einsätze, bzw. Einzahlungen verfügen. Wen wundert es unter diesen Voraussetzungen, wenn die deutschen Spielerinnen und Spieler auch in Zukunft bei illegalen Betreibern ihr Glück herausfordern? Schließlich sind EU-lizenzierte seriöse Online Spielhallen, wie u.a. Karamba oder Gambola nach wie vor problemlos zu erreichen. Und es ist nicht davon auszugehen, dass es der Handvoll Mitarbeiter der Glücksspielbehörde gelingen wird, die in der BRD illegalen Portale so zeitnah aus dem Weg zu räumen, dass dies zu verhindern wäre.

Auch die Kontrolle des Geldtransfers bei unerlaubtem Glücksspiel will der Staat nun überwachen, allerdings ist diese Kontrolle nur bedingt möglich, da es der Regierung und ihren Organen an den entsprechenden Zugriffsmöglichkeiten fehlt. Eine Regulierung der unterschiedlichen Zahlungsvorgänge und -arten wird sehr schwierig, wobei sicherlich hier die Kryptowährungen eine Sonderrolle einnehmen werden. Möglicherweise tritt diesbezüglich eine Änderung ein, wenn die Glücksspielbehörde im kommenden Jahr ihre Kompetenzen erweitert. Aktuell fehlt es jedenfalls an den notwendigen Voraussetzungen, um all die Ziele zu erreichen, die der neue Glücksspielstaatsvertrag vorgibt. Es bleibt spannend, und alle Augen sind nach Halle gerichtet und beobachten die dortigen Entwicklungen.