Bet-at-home hat im ersten Halbjahr 2021 erheblich unter der neuen Glücksspielregulierung in Deutschland gelitten. Der Umsatz ist um 8,8 Prozent gesunken. Das ist keine gute Nachricht. Nicht nur bei Bet-at-home stellt man im Moment fest, dass die Übergangsregelung zum neuen Glücksspielstaatsvertrag für die seriösen Glücksspielanbieter ein Problem ist. Im Moment sind die Glücksspielanbieter, die sich an die geltenden Vorgaben halten, deutlich im Nachteil. Das ist ein unhaltbarer Zustand, der dringend adressiert werden muss von den zuständigen Behörden. Ansonsten könnte die deutsche Glücksspielregulierung schneller scheitern als viele Politiker, die sich den neuen Glücksspielstaatsvertrag ausgedacht haben, auch nur ahnen.

Bet-at-home verzeichnet heftigen Umsatzrückgang

Umsatz rückgängig

Für die meisten Online-Glücksspielanbieter waren die letzten 18 Monate eine sehr erfolgreiche Phase. Durch die besonderen Rahmenbedingungen, die durch die Gesundheitskrise verursacht worden sind, hatte das Online-Glücksspiel auch im ersten Halbjahr 2021 einen deutlichen Vorteil gegenüber den Spielhallen und Spielbanken. Deswegen konnten viele Glücksspielanbieter, die auf Online Casinos und Online-Sportwetten gesetzt haben, sehr gute Geschäfte machen. Allerdings wird an den aktuellen Zahlen von Bet-at-home deutlich, dass in Deutschland besondere Spielregeln gelten. Der neue Glücksspielstaatsvertrag, der seit dem 1. Juli 2021 gilt, hat weitreichende Folgen. Schon im Herbst 2020 haben sich die Bundesländer auf eine Übergangsregelung geeinigt, die seitdem dafür sorgt, dass die seriösen Glücksspielanbieter in Deutschland im Internet benachteiligt werden. Wie kann das sein? Die Übergangsregelung schreibt Glücksspielanbietern wie Bet-at-home vor, dass alle wichtigen Elemente der neuen Glücksspielregulierung bereits vor der Erteilung einer Lizenz eingehalten werden müssen. Insbesondere muss Bet-at-home das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat umsetzen. Die direkte Folge ist, dass im ersten Halbjahr 2020 viele High Roller Bet-at-home und andere seriöse Glücksspielanbieter gemieden haben.

Es gibt Glücksspiel-Fans, die ein großes Budget zur Verfügung haben und gerne um hohe Summen spielen. Doch in den seriösen Online Casinos in Deutschland können Glücksspielanbieter nicht mehr als 1.000 Euro pro Monat einzahlen und nicht mehr als 1 Euro pro Runde einsetzen. Für die typischen High Roller ist das indiskutabel. Schon bei den Verhandlungen zum Glücksspielstaatsvertrag gab es heftige Kritik an diesen beiden Regelungen. Deswegen haben sich die Bundesländer darauf verständigt, dass ab 2023 Einzahlungslimits in Höhe von 10.000 Euro und 30.000 Euro möglich sein sollen, wenn ein Kunde nachweisen kann, dass das nötige Kapital vorhanden ist. Im Moment gibt es aber keine Möglichkeit für Glücksspielanbieter wie Bet-at-home, das Limit für einzelne Kunden zu erhöhen. Die unmittelbare Folge der Übergangsregelung ist deswegen, dass die High Roller und die Problemspieler bevorzugt in den Online Casinos spielen, die sich nicht an die neuen Regeln halten. Das ist ein riesiges Problem für die seriösen Casino-Betreiber. Vor allem wird der Spielerschutz aber nachhaltig beeinträchtigt, weil es keine vernünftige Lösung für High Roller auf dem regulierten Glücksspielmarkt im Internet gibt.

Schwierige Situation für Bet-at-home in Deutschland

Was soll Bet-at-home machen? Die gesamte Glücksspielregulierung in Deutschland ist darauf ausgelegt, die Angebote unattraktiver zu machen. Das wäre kein Problem, wenn es nur die legalen Angebote gäbe. Aber das ist nicht der Fall. Es ist sogar so, dass der Schwarzmarkt größer und attraktiver wird, wenn das legale Angebot mit Nachteilen für die Kunden verbunden ist. Neben den bereits angesprochenen Limits für Einzahlungen und Einsätze gibt es in Deutschland auch eine neue Glücksspielsteuer. Jeder Glücksspielanbieter muss 5,3 Prozent von jedem Spieleinsatz an den Staat als Steuer abführen. Das führt dazu, dass die Auszahlungsquoten der Spielautomaten in Deutschland niedriger sind als in anderen europäischen Ländern. Ansonsten wäre es nicht möglich, einen Gewinn zu machen, denn die Auszahlungsquoten lagen bisher durchweg bei 95 bis 97 Prozent. Wenn ein etablierter Glücksspielanbieter wie Bet-at-home einen Rückgang von 8,8 Prozent verzeichnen muss, obwohl die prinzipiellen Rahmenbedingungen sehr günstig sind für Online-Glücksspielanbieter, ist das ein Alarmsignal.

Auch im Sportwetten-Bereich gibt es einige Neuerungen. Beispielsweise ist das Livewetten-Portfolio unter der neuen deutschen Glücksspielregulierung längst nicht mehr so umfangreich wie vorher. Bedauerlicherweise verhalten sich die Sportwetten-Fans genauso wie die Glücksspiel-Fans nicht so, wie sich Politiker und Beamte das vielleicht wünschen und vorstellen. Wenn ein Angebot auf dem legalen Markt nicht verfügbar ist, gibt es ein paar Klicks weiter bei einem Anbieter, der sich nicht an die Regulierung hält, die gewünschten Wetten und Glücksspiele. Diverse Glücksspielanbieter haben zuletzt sinkende Umsätze in Deutschland gemeldet. Vielleicht gibt es sogar Glücksspielgegner, die sich darüber freuen. Doch es wäre ein großer Fehler zu glauben, dass der Spielerschutz besser würde, wenn die seriösen Glücksspielanbieter weniger Geld verdienen. Die Nachfrage nach Glücksspiel ist ungebrochen hoch, sodass die aktuellen Maßnahmen vor allem dazu führen, dass sich die Glücksspiel-Fans anders orientieren. Wer auf dem legalen Markt nicht fündig wird bei der Suche nach passenden Wetten und Glücksspielen, sucht sich Optionen auf dem Schwarzmarkt. Wir empfehlen schon aus Sicherheitsgründen unseren Lesern ausschließlich seriöse Online Casinos und Sportwettenanbieter in Deutschland. Aber letztlich entscheidet jeder Glücksspiel-Fan selbst. Die einzige Möglichkeit, die aktuelle Glücksspielregulierung zu einem Erfolg zu führen, besteht darin, den Schwarzmarkt besser zu bekämpfen als bisher.