Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat mit den großen deutschen Glücksspielverbänden diskutiert, wie die Hotline der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Zukunft finanziert werden kann. Die Hotline ist eine wichtige Anlaufstelle für Spieler, die Probleme entwickeln und fachliche Hilfe suchen. Darüber hinaus möchte die GGL zusammen mit den Verbänden weitere Präventionsangebote für besseren Spielerschutz schaffen, wenn die nötige Finanzierung auf die Beine gestellt werden kann. Es ist eine gute Idee der neuen Glücksspielbehörde, die Glücksspielverbände ins Boot zu holen, um wichtige Präventionsprojekte zu finanzieren.

Glücksspielbehörde will BZgA-Hotline erhalten

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Ein sehr kleiner Teil der Casino-Kunden entwickelt große Probleme. Für die betroffenen Spieler ist es wichtig, eine seriöse Anlaufstelle zu haben. Da es vielen Problemspielern schwerfällt, sich vertrauensvoll an das direkte Umfeld zu wenden, ist es wichtig, dass eine Hotline vorhanden ist. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung betreibt schon lange eine einschlägige Hotline. Die Problemspieler können anrufen und sich kostenlos beraten lassen. Das ist für viele Betroffene der erste Schritt auf dem Weg zu einer professionellen Hilfe. Aber die Hotline ist nicht ganz billig, denn die Fachleute müssen bezahlt werden. Zudem wird die Hotline kostenlos angeboten, sodass auch die Telekommunikationskosten finanziert werden müssen.

In der Glücksspielbranche wird allerdings viel Geld verdient, sodass es eine gute Idee der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist, die Glücksspielverbände dazu aufzufordern, eine Lösung zur Finanzierung der BZgA-Hotline zu entwickeln. Am Gespräch mit der GGL waren der Deutsche Lottoverband (DLV), der Bundesverband privater Spielbanken in Deutschland (BupriS), der Deutsche Online Casinoverband (DOCV), der Deutsche Spielbankenverband (DsbV), der Deutsche Sportwettenverband (DSWV), der Deutsche Lotto- und Totoblock (DLTB) sowie Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) beteiligt. Von allen Verbänden gab es positive Signale, die Finanzierung zu bewerkstelligen.

Prävention ist wichtig für Glücksspielbranche

In den Anfangsjahren vor über zwei Jahrzehnten war das Online-Glücksspiel noch so etwas wie der Wilde Westen. Aber mittlerweile ist mit der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und vielen anderen Glücksspielbehörden in Europa ein ganzes Arsenal an Sheriffs in die Städte und Länder eingezogen. Deswegen ist es wichtig und sinnvoll, eine durch und durch seriöse Gestaltung der Glücksspielbranche zu gewährleisten. Zur Seriosität gehört auch, dass vernünftige Präventionsangebote für potenzielle Problemspieler geschaffen werden. Die BZgA-Hotline hat sich als wichtiges Hilfsmittel für die Prävention in den letzten Jahren erwiesen. Deswegen ist es richtig, dass dieser Hotline auch in Zukunft angeboten wird.

Warum finanziert der Staat die Hotline nicht? Wenn der Staat die Hotline finanzierte, müsste jeder Bundesbürger die Hotline mit bezahlen. Letztlich ist es inhaltlich sinnvoller, wenn die Glücksspielbranche, die mit Glücksspielen online und offline viel Geld verdient, die Finanzierung der Hotline gewährleistet. Das Vorgehen der GGL, die Verbände anzusprechen, ist in erster Linie pragmatisch. Es wäre deutlich aufwendiger, alle Glücksspielanbieter individuell zu kontaktieren. Die meisten Glücksspielanbieter, die in Deutschland aktiv sind, sind in den beteiligten Verbänden organisiert. Besonders positiv ist hervorzuheben, dass sowohl das Online-Glücksspiel als auch das terrestrische Glücksspiel beim Treffen mit der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder vertreten waren.

Prävention wird zum Standard in der Glücksspielindustrie

In anderen Ländern ist es längst üblich, dass Glücksspielanbieter einen Teil ihres Gewinns für Präventionsarbeit zur Verfügung stellen müssen. Allerdings wäre auch eine freiwillige Lösung der deutschen Glücksspielbranche denkbar. Der Fairness halber muss allerdings erwähnt werden, dass sich vor allem die großen Glücksspielanbieter in Deutschland schon seit vielen Jahren sozial engagieren, und zwar in unterschiedlichster Weise. Als leuchtendes Beispiel kann an dieser Stelle die Gauselmann-Gruppe erwähnt werden. Aber vielleicht wäre es an der Zeit, einen etwas strukturierteren Ansatz zu verfolgen. Seriosität ist auf lange Sicht das wichtigste Qualitätsmerkmal der Glücksspielbranche. Das gilt für Spielhallen und Spielbanken in Deutschland, aber selbstverständlich auch für die Online-Casinos, die seit Jahren auf Wachstumskurs sind. Es ist wichtig, die wenigen Spieler, die Probleme bekommen, frühzeitig zu erkennen und zu unterstützen. Auf diesem Weg sind bereits wichtige Meilensteine erreicht worden, unter anderem durch die neue bundesweite Spielersperrliste. Aber gerade bei den Präventionsprogrammen gibt es noch viel zu tun.