Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist ab dem 1. Juli 2022 dafür zuständig, den Schwarzmarkt zu bekämpfen. Doch es gibt ein großes Problem: In Deutschland hat erst ein Glücksspielanbieter eine Lizenz (Erlaubnis) für virtuelle Spielautomaten erhalten. Alle anderen Glücksspielanbieter, unabhängig davon, ob sie eine Lizenz beantragt haben oder nicht, könnten in Kürze heftig unter Druck geraten. Aber auch für GGL könnte es ungemütlich werden. Viele Glücksspielanbieter, die seit über elf Monaten auf eine Lizenz warten, könnten bei einer Bestrafung seitens der neuen deutschen Glücksspielbehörde auf die Idee kommen, Klagen einzureichen. In jedem Fall ist es schwer nachvollziehbar, warum die Bearbeitung der Lizenzanträge eine halbe Ewigkeit dauert.

Glücksspielbehörde muss gegen Schwarzmarkt vorgehen

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Die komplette Regulierung des Online-Glücksspiels übernimmt die GGL erst ab dem 1. Januar 2023. Aber schon ab dem 1. Juli 2022 ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder zuständig für die Bekämpfung des Schwarzmarkts. Eine einfache Definition lautet: Alle Glücksspielanbieter, die keine Lizenz (Erlaubnis) in Deutschland haben, sind auf dem Schwarzmarkt unterwegs. Es gibt zwar eine Übergangsregelung, aber der sogenannte Umlaufbeschluss der Länder war von Anfang an rechtlich problematisch. Spätestens mit der Vergabe der ersten Lizenz an das Gauselmann-Unternehmen Mernov dürfte es aber für die anderen Glücksspielanbieter schwierig sein, sich auf die Übergangsregelung zu beziehen. Nun bleibt nur noch die Hoffnung, dass das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt und das Glücksspielkollegium der Länder, die beiden Institution, die für die Vergabe der Lizenzen zuständig sind, möglichst schnell weitere Erlaubnisse erteilen.

Ansonsten kann es am 1. Juli 2022 zu einigen unangenehmen Überraschungen kommen, sowohl für die Glücksspielanbieter als auch für die Glücksspiel-Fans. Wahrscheinlich werden sich viele Glücksspielanbieter, die bis dahin keine Lizenz bekommen haben, vorübergehend vom deutschen Markt zurückziehen. Auch die Wettanbieter, die bereits Lizenzen haben und derzeit zusätzlich auch noch virtuelle Automatenspiele anbieten auf der Basis Umlaufbeschluss es, werden sich gut überlegen müssen, ob es nicht besser wäre, die virtuellen Slots vorübergehend zu deaktivieren. Im ungünstigsten Fall gibt es am Ende nur noch die Angebote der Gauselmann-Gruppe und die zahlreichen illegalen Glücksspielanbieter, die nie eine Lizenz in Deutschland beantragt haben. Pech haben dann die seriösen Online Casinos, die rechtzeitig eine Lizenz beantragt, aber bisher keine Lizenz bekommen haben.

Schildbürgerstreich-Streich bei der Glücksspielregulierung?

Mittlerweile ist sehr viel Unmut zu vernehmen auf Seiten der Glücksspielanbieter, die im letzten Jahr unmittelbar nach dem Inkrafttreten der neuen Glücksspielregulierung ordnungsgemäß einen Antrag auf eine Erlaubnis gestellt haben, aber bislang keinen Bescheid bekommen haben. Die meisten Glücksspielanbieter scheinen nicht einmal zu wissen, in welchem Zeitrahmen Sie mit einem Bescheid rechnen können. Schaut man sich allerdings an, was gerade bei Mernov, dem einzigen Lizenzinhaber, passiert, ist es schwierig, vor lauter Kopfschütteln keinen Wirbelsäulenschaden zu bekommen. Mernov musste den für den 1. Juli 2022 angekündigten Start der Online-Angebote um eine Woche verschieben, weil die GGL es nicht rechtzeitig schaffen wird, die gemeldeten Spielautomaten zu überprüfen!

Wenn die Überprüfung der Spielautomaten Spiele für ein einziges Online-Casino das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt bereits überfordert, wie soll es dann in diesem Jahrzehnt noch gelingen, 30 oder 40 weitere Anbieter von virtuellen Spielautomaten den Markteinstieg zu ermöglichen? Vielleicht war doch nicht die beste Idee, den Anbietern vorzuschreiben, dass jeder Spielautomat in jedem Online-Casino individuell von der Glücksspielbehörde überprüft werden muss? Kein Gesetzgeber in Europa ist auf eine ähnliche Idee gekommen. Überall arbeiten die Glücksspielbehörden mit Zertifizierungen, die von Privatunternehmen durchgeführt werden können. Das ist ein praktikabler und sinnvoller Weg.

Seriöse Glücksspielanbieter sind die Leidtragenden

Nach dem, was in den letzten zweieinhalb Jahren in Deutschland durch die Gesundheitskrise zutage gefördert worden ist, angefangen von mangelhafter Digitalisierung bis hin zu unfassbarem bürokratischem Irrsinn, sollte es vielleicht nicht verwundern, dass auch bei der Regulierung des Glücksspiels nichts reibungslos und unkompliziert funktioniert. Aber dass gerade die seriösen Glücksspielanbieter, die viel Aufwand betreiben, um sich an die anspruchsvollen neuen Regeln in Deutschland zu halten, am Ende diejenigen sein könnten, die den größten wirtschaftlichen Preis für die neue Glücksspielregulierung bezahlen müssen, ist doch ein starkes Stück. Noch gibt es ein Stück Resthoffnung, dass alles ganz anders kommen. Aber die Hoffnung ist klein.