Glücksspielwerbung im Fernsehen ist nicht nur Deutschland ein umstrittenes Thema. Auch in Norwegen gibt es aktuell viel Ärger für Fernsehsender, die Glücksspielwerbung schalten. Die norwegische Medienaufsichtsbehörde hat bekannt gegeben, dass mehrere Fernsehsender angewiesen worden seien, die Werbung für in Norwegen nicht zugelassene Glücksspiele nicht mehr auszustrahlen. Vor allem auf den Fernsehsendern des amerikanischen Anbieters Discovery sollen diverse Werbespots in letzter Zeit gelaufen sein. Norwegen hat eine sehr strenge Glücksspielregulierung, die in erster Linie aus einem staatlichen Monopol besteht. Trotzdem gibt es zahlreiche ausländische Glücksspielanbieter, die norwegische Kunden akzeptieren.

Glücksspielwerbung ohne Lizenz in Norwegen

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Der eine oder andere deutsche Glücksspiel-Fan dürfte nicht überrascht sein von der Nachricht, dass in Norwegen Glücksspielwerbung läuft, obwohl die Glücksspielanbieter keine norwegische Lizenz haben. Auch in Deutschland gab es lange Zeit Glücksspielwerbung im Fernsehen, ohne dass die Anbieter eine Lizenz in Deutschland hatten. Durch die neue Glücksspielregulierung in Deutschland wird sich an diesem Umstand einiges ändern. Aber in Norwegen hat sich eine Situation ergeben, die der zuständigen Medienaufsichtsbehörde nicht gefällt. Wenn zahlreiche Glücksspielanbieter im Fernsehen Werbung machen, ohne dass die Glücksspielangebote in Norwegen lizenziert sind, ist das ein Problem.

Allerdings ist Norwegen dann doch erstaunlich liberal, denn die Fernsehsender müssen erst bis zum 15. August dafür sorgen, dass keine Werbung für Glücksspiele mehr läuft. Bis dahin gibt es eine Übergangsfrist, sodass vermutlich der eine oder andere lukrative Vertrag noch eingehalten werden kann. Norwegen kämpft seit Jahren damit, dass ausländische Glücksspielanbieter um norwegische Kunden aktiv werben. Da auch in Norwegen der Bedarf nach Glücksspiel sehr hoch ist, gibt es entsprechend viele Glücksspiel-Fans, die diese Angebote annehmen. Zugelassen sind die Glücksspielanbieter in Norwegen aber nicht. Doch der norwegische Staat hatte bislang kaum Möglichkeiten, wirkungsvoll gegen den Schwarzmarkt vorzugehen.

Glücksspielanbieter von hohen Strafen bedroht

Die Glücksspielaufsicht der norwegischen Lotteriebehörde hat erst kürzlich angedroht, dass Glücksspielanbieter mit erheblichen Strafen sanktioniert werden könnten, wenn sie weiterhin norwegische Kunden akzeptieren, ohne eine Lizenz in Norwegen zu haben. Von Strafen bis zu 1,2 Millionen Euro pro Tag ist die Rede. Die aktuelle Aktion der norwegischen Medienaufsicht muss wohl auch in diesem Licht gesehen werden. Anscheinend hat die norwegische Regierung den Plan gefasst, die Maßnahmen gegen nicht zugelassene Glücksspielanbieter deutlich zu verschärfen. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob die Maßnahmen ausreichen, um das Problem zu lösen.

Dem Vernehmen nach geht es in erster Linie um Glücksspielanbieter, die eine lange Tradition in den nordischen Ländern haben. Ob es eine gute Idee ist, gerade die Anbieter von Sportwetten und Online-Casinos auszusperren, die seriös arbeiten und Kunden fair behandeln, ist eine interessante Frage. Dass Norwegen es als erstes europäisches Land schaffen könnte, das nicht zugelassene Online-Glücksspiel wirkungsvoll zu unterbinden, darf bezweifelt werden. Bislang ist es nirgendwo in Europa gelungen, Online-Glücksspielanbieter ohne Lizenz effektiv auszuschließen. Das bedeutet nicht, dass die aktuelle Aktion nicht erfolgreich sein kann. Aber sobald sich die ersten seriösen Glücksspielanbieter vom norwegischen Markt zurückgezogen haben, stoßen die nächsten Glücksspielanbieter, die dann aber vielleicht weit außerhalb Europas ihren Sitz haben, in die Lücken.

Glücksspielwerbung wichtig für Kunden

Ein oft übersehener Aspekt der Glücksspielwerbung ist, dass die Werbung wichtig ist für die Kunden, die auf der Suche sind nach einem Glücksspielanbieter. Wenn ein Glücksspiel-Fan Werbung im Fernsehen sieht, geht er in der Regel davon aus, dass es sich um einen legalen Anbieter handelt. Deswegen pochen in Deutschland die Glücksspielanbieter darauf, dass die Werbung nicht verboten oder erheblich eingeschränkt wird. Gerade die Werbung kann hilfreich sein, um die Kanalisierung des Marktes zu fördern. Wenn ausschließlich lizenzierte Glücksspielanbieter Werbung machen dürfen, ist das ein erheblicher Vorteil. Aber bevor es so weit ist, müssen in Deutschland die ersten Online-Casinos mit Lizenzen ausgestattet werden. Wann das sein wird, ist noch unklar. Doch hinter den Kulissen wird bereits gemunkelt, dass schon in Kürze die ersten Anbieter mit deutscher Lizenz verfügbar sein werden. Vielleicht schaffen es die zuständigen Politiker und Behörden dann auch zeitnah, die neuen Werberichtlinien zu beschließen und umzusetzen.