Der Verband der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland (VA) hat auf seiner jüngsten Sitzung über die neuen Herausforderungen auf dem Glücksspielmarkt debattiert. Beim Glücksspielverband ist man sich einig darüber, dass die Lage schwierig ist für Spielhallen-Betreiber und Automatenaufsteller. Der Verband kümmert sich um die Interessen der Branche in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin. Das große Ziel ist es, auch in Zukunft attraktive Spielhallen in Berlin und Ostdeutschland zu ermöglichen. In einigen Bundesländern gibt es allerdings erheblichen Gegenwind für die Automatenbranche.

Glücksspielverband will legale Spielhallen stärken

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Für den renommierten Verband der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland ist die Sache klar: Nur wenn die Spielhallen-Betreiber und die Automatenaufsteller sich an die neuen Regeln halten und dazu proaktiv den Spielerschutz verbessern, gibt es langfristig eine realistische Chance, die Automatenbranche auf einem hohen Niveau zu halten. Was bedeutet das konkret? Aktuell wird in vielen Spielhallen das neue Spielersperrsystem OASIS umgesetzt. Mit diesem Sperrsystem können sich Spielerinnen und Spieler in Deutschland komplett vom legalen Glücksspiel ausschließen. Das ist ein riesiger Fortschritt beim Spielerschutz. Allerdings funktioniert dieser Fortschritt nur dann, wenn sich alle Glücksspielanbieter an die neuen Regeln halten.

Für die Spielhallen-Betreiber bedeutet dies, dass alle Kundinnen und Kunden vor dem Einlass überprüft werden müssen. Liegt ein Eintrag im Spielersperrsystem vor, muss der Zutritt verwehrt werden. Das ist eine sinnvolle Maßnahme, die aber in der Praxis aufgrund der technischen Anforderungen und aufgrund der personellen Umsetzung nicht ganz leicht umzusetzen ist. Die Spielhallen-Betreiber müssen dafür sorgen, dass das gesamte Personal Bescheid weiß und OASIS bedienen kann. Ein Problem dabei könnte sein, dass sich das System bei der Einführung als nicht sonderlich stabil erwiesen hat. Aber der VA appelliert an seine Mitglieder, dass zumindest vonseiten der Spielhallen-Betreiber alles korrekt und zuverlässig abgewickelt werden muss.

Zertifizierungen für Spielhallen-Betreiber wichtig

Hochwertige Zertifizierungen sind wichtig für Spielhallen-Betreiber. Mit einer Zertifizierung kann nachgewiesen werden, dass bestimmte Standards eingehalten werden. Die Branche hat in den vergangenen Jahren eigene Zertifizierungen geschaffen, um in diesem Bereich voranzukommen. In manchen Bundesländern gibt es aber auch vorgeschriebene Zertifizierungen, die jeder Spielhallen-Betreiber nachweisen muss. Es wäre sinnvoll, ein einheitliches Zertifizierungssystem zu schaffen, am besten für alle Bundesländer übergreifend. Dazu wird es wahrscheinlich nicht kommen, aber es wäre zumindest gut, wenn jedes Bundesland ein transparentes Zertifizierungssystem für Spielhallen hätte. Das wäre ein guter Weg, um die Qualität der Spielhallen insgesamt zu erhöhen.

Generell versucht die Glücksspielbranche seit Jahren, den Qualitätsgedanken bei der Regulierung von Spielhallen in den Mittelpunkt zu stellen. In der Politik dominiert hingegen oft der Quantitätsgedanke. Öffentlichkeitswirksame Schließungen von Spielhallen sind bei manchen Politikern populär. Dem Spielerschutz wird damit aber nicht gedient, denn das illegale Glücksspiel wird auf diese Weise nicht bekämpft. Das beste Mittel gegen illegale Glücksspielanbieter ist ein starkes legales Glücksspielangebot. Erstaunlicherweise ist es aber gerade das legale Angebot, das von der Politik massiv bekämpft wird. Dahingegen gibt es erhebliche Defizite beim Kampf gegen das illegale Glücksspiel.

Legale Online-Casinos als zusätzliche Konkurrenz für Spielhallen

Auch beim Verband der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland weiß man, dass das Online-Glücksspiel in Deutschland langfristig das größte Problem für Spielhallen-Betreiber werden könnte. Digitalisierung hat in der Glücksspielbranche früher bedeutet, dass die mechanischen Slots ausgetauscht wurden durch digitale Geräte mit Bildschirmen. Heute haben die Glücksspiel-Fans die Bildschirme in der Hosentasche und können dementsprechend jederzeit spielen. Verschärft hat sich die Situation in Deutschland dadurch, dass legale Online-Casinos geschaffen wurden. Das terrestrische Glücksspiel ist für Spielerinnen und Spieler nicht mehr alternativlos.

Auch angesichts der legalen Online-Spielautomaten, die in Deutschland verfügbar ist, stellt sich die Frage, wie ein Regulierungsansatz im terrestrischen Glücksspiel funktioniert, bei dem es darum geht, die Anzahl der Spielhallen zu reduzieren. Die Glücksspiel-Fans müssen nicht einmal zur nächsten Spielhalle fahren, wenn ihre bevorzugte Spielhalle geschlossen wird. Es genügt schon, ein Smartphone, ein Tablet oder einen Computer zu nutzen, um online zu spielen. Aber bedauerlicherweise ist das Verständnis bei vielen Politikerinnen und Politikern für diese Thematik nicht besonders ausgeprägt. Somit werden sich die Glücksspielverbände in Deutschland wohl auch in Zukunft mit allen legalen Mittel dagegen wehren müssen, dass weitere Spielhallen geschlossen werden.