Der 7. Bundeskongress zum Glücksspielwesen findet am 20. und 21. September 2022 in Berlin statt. Im Hotel Palace treffen sich bei dieser behördlichen Veranstaltung zahlreiche Fachleute und Entscheidungsträger, um die Glücksspielregulierung in Deutschland zu diskutieren. In diesem Jahr geht es um den Glücksspielstaatsvertrag 2021. Nach 15 Monaten soll darüber diskutiert werden, wie die Umsetzung der neuen Glücksspielregulierung bislang gelungen ist. Dabei sollen auch offene Fragen und Probleme debattiert werden. Das Teilnehmerfeld ist hochkarätig, sodass einiges dafür spricht, dass wichtige neue Erkenntnisse an die Öffentlichkeit gelangen. Vor allem bei der Regulierung des Online-Glücksspiels gibt es einige Themen, die bislang nicht ausreichend öffentlich diskutiert worden sind.

Bundeskongress debattiert Glücksspielstaatsvertrag

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Die Teilnehmerliste, die der Bundeskongress zum Glücksspielwesen in diesem Jahr aufbieten kann, ist beeindruckend. Als Referenten treten unter anderem der Innenminister von Brandenburg, Michael Stübgen, sowie die beiden Vorstände der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Benjamin Schwanke und Ronald Benter, auf. Darüber hinaus gibt es weitere Experten und Politiker, die zur aktuellen Lage Auskunft geben werden. Beim Thema Online-Glücksspiel werden allerdings Benjamin Schwanke und Ronald Benter im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die beiden Vorstände sind mit der Aufgabe betraut, die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder aufzubauen und zu leiten. Aktuell ist die GGL aber noch nicht mit der Regulierung des Online-Glücksspiels befasst.

Erst zum 1. Januar 2023 wird die neue Glücksspielbehörde die Regulierung des Online-Glücksspiels, und damit auch der legalen Online-Casinos und der Online-Pokeranbieter, übernehmen. Allerdings ist die GGL bereits damit befasst, den Schwarzmarkt zu bekämpfen. Zu diesem Thema erhoffen sich die Teilnehmer des Bundeskongresses spannende Einblicke von Benjamin Schwanke und Ronald Benter. Der erfolgreiche Kampf gegen den Schwarzmarkt ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die neue Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland überhaupt funktionieren kann. Solange es attraktive Alternativen auf dem Schwarzmarkt gibt, wird es schwer sein, viele deutsche Glücksspiel-Fans davon überzeugen, dass es besser ist, in den lizenzierten Online-Casino zu spielen.

Weitere spannende Themen auf dem Bundeskongress

Die Werbung für Glücksspiel wird heiß diskutiert, denn die Glücksspielgegner möchten am liebsten die komplette Glücksspielwerbung verbieten. Aber die legalen Glücksspielanbieter argumentieren, dass Werbung notwendig sei, um sich vom Schwarzmarkt abzuheben. Das übergeordnete Thema ist dabei immer der Spielerschutz. Gerade beim Online-Glücksspiel ist es wichtig und sinnvoll, einen pragmatischen Ansatz zu wählen. Wenn der Spielerschutz nur auf dem Papier gut ist, hilft das nicht weiter. In Deutschland gibt es ein neues Spielersperrsystem, mit dem sich jede erwachsene Person in Deutschland freiwillig aus Spielhallen, Spielbanken und Online-Casinos mit deutscher Lizenz ausschließen kann. Das ist ein großer Fortschritt.

Die spannendste Frage beim Bundeskongress dürfte aber sein, wie die Glücksspielregulierung verbessert werden kann. Nach mehr als 15 Monaten gibt es gerade einmal neun Lizenzen für Online-Glücksspielanbieter. Das Tempo der Lizenzvergabe lässt zu wünschen übrig. Die Vertreter der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder werden hoffentlich erklären, warum die Lizenzvergabe so langsam verläuft und wie sich das in Zukunft ändern soll. Die aktuelle Situation ist für viele seriöse Glücksspielanbieter problematisch. Lizenzen werden nur sehr langsam vergeben und der Schwarzmarkt wird nicht wirkungsvoll bekämpft. Das ist eine denkbar schlechte Kombination, die dringend aufgelöst werden muss. Wie das allerdings gelingen soll, ist derzeit noch nicht klar. Vielleicht bringt der Bundeskongress zum Glücksspielwesen an dieser Stelle wichtige neue Informationen an die Öffentlichkeit.

Auch stationäres Glücksspiel steht auf dem Programm

Der Glücksspielstaatsvertrag umfasst das gesamte legale Glücksspiel in Deutschland. Besonders heftig diskutiert wird neben dem Online-Glücksspiel in den letzten Monaten auch die Regulierung der Spielhallen. Zahlreiche Spielhallen in Deutschland sind bereits geschlossen worden, weil es einen Mindestabstand zwischen Spielhallen und von Spielhallen zu sensiblen Institutionen im Glücksspielstaatsvertrag gibt. Die Regulierung der Spielhallen wird in Deutschland oft diskutiert, ohne die Regulierung des Online-Glücksspiels zu berücksichtigen. Wie sinnvoll ist es, Spielhallen, die teilweise seit Jahrzehnten etabliert sind, zu schließen, während gleichzeitig legale Online-Casinos überall im Land verfügbar gemacht werden? Es wäre schön, wenn auf dem Bundeskongress zum Glücksspielwesen kritische Fragen gestellt würden zur aktuellen Glücksspielregulierung. Angesichts der bislang in weiten Teilen doch enttäuschenden Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 sollte es nicht schwer sein, fundierte Kritik auf dem Bundeskongress zu üben.