Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) wird aktuell in Halle aufgebaut. In den nächsten Monaten sollen wichtige Meilensteine erreicht werden. Die beiden Vorstände der neuen deutschen Glücksspielbehörde, Benjamin Schwanke und Ronald Benter, berichteten auf dem Bundeskongress zum Glücksspielwesen über die aktuellen Fortschritte und Pläne. Gleich zu Beginn wies Schwanke in seinem Vortrag darauf hin, dass die Glücksspielbehörde in der Praxis eine Online-Glücksspielbehörde sein werde, da nur die Spielformen, die länderübergreifend reguliert werden, von der GGL übernommen werden. Die stationären Spielhallen und Spielbanken werden auch in Zukunft von den Ländern und Kommunen reguliert.

Struktur der neuen deutschen Glücksspielbehörde

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Ronald Benter erklärte in seinem Vortrag auf dem Bundeskongress zum Glücksspielwesen detailliert, wie die neue Behörde aufgebaut sein wird. Es wird eine Verwaltungsabteilung, einer Erlaubnis- und Aufsichtsabteilung sowie eine Abteilung für die Bekämpfung des illegalen Glücksspiels im Internet geben. Benter bestätigte, dass die GGL die Bekämpfung des illegalen Online-Glücksspiels schon ab dem 1. Juli 2022 übernehmen werde. Sechs Monate später werde die Glücksspielbehörde dann auch sämtliche Regulierungs- und Aufsichtsaufgaben von den Ländern übernehmen. Bei der Rekrutierung des Personals für die neue Glücksspielbehörde gebe es Fortschritte. Die Aufgabe sei zwar schwierig, aber mittlerweile versuche man, gezielt in den Ländern geeignete Bewerber anzusprechen, um das nötige Personal rechtzeitig zu bekommen. Die Schwierigkeiten bei der Personalsuche waren in den letzten Monaten nicht zuletzt daran deutlich geworden, dass immer wieder neue Stellenanzeigen der Glücksspielbehörde erschienen.

Brigitte Sand, die ehemalige Leiterin der Glücksspielbehörde in Dänemark, berichtete in ihrem Vortrag von ähnlichen Schwierigkeiten bei der Rekrutierung geeigneten Personals wie in Deutschland. Das Problem sei, dass es nicht einfach sei, geeignete Experten zu finden. Auch in Dänemark gab es beim Aufbau der Glücksspielbehörde das Problem, dass zuvor das Online-Glücksspiel nicht reguliert worden war. In Deutschland haben nur wenige Behörden in den letzten Jahren überhaupt Berührungspunkte zum Online-Glücksspiel gehabt, insbesondere in Hessen und in Schleswig-Holstein. Aber es gibt kein großes Reservoir an geeigneten Experten, die sich um die Jobs in der neuen deutschen Glücksspielbehörde streiten. Eine Herausforderung der nächsten Monate wird darin bestehen, die Personallücken zu schließen. Laut Ronald Benter ist die Glücksspielbehörde aber mittlerweile auf einem guten Weg. Immerhin hätten die künftigen Mitarbeiter die Möglichkeit, eine spannende Aufgabe von Anfang an zu begleiten und mitzugestalten.

Auf Glücksspielbehörde warten schwierige Herausforderungen

Die ehemalige Leiterin der dänischen Glücksspielbehörde, Brigitte Sand, wies darauf hin, dass es eine gute Idee sei, auf „Augenhöhe“ mit den Glücksspielanbietern zu kommunizieren. Zudem bestätigte Brigitte Sand die Einschätzung vieler Experten, dass ein attraktives legales Glücksspielangebot die beste Voraussetzung dafür sei, dass den illegalen Glücksspielanbieter das Wasser abgegraben würde. Die Idee, allein mit restriktiven Maßnahmen gegen illegale Anbieter erfolgreich zu sein, wird von vielen Experten kritisch gesehen. Welche Mittel die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder einsetzen wird, um die illegalen Anbieter zu bekämpfen, ist noch nicht vollständig klar. Aber im Gespräch sind Methoden wie IP-Blocking (Netzsperren) und Zahlungsblockaden.

Noch ist unklar, ob es überhaupt möglich sein wird, die im Raum stehenden methoden rechtssicher umzusetzen. Sicher ist aber, dass es ohne eine Bekämpfung des illegalen Online-Glücksspiels schwierig sein dürfte, die neue Glücksspielregulierung zu einem Erfolg zu machen. Nur wenn die legalen Glücksspielanbieter einen deutlichen Vorteil haben durch die Lizenzierung, wird die Glücksspielregulierung attraktiv sein. In den letzten Monaten lässt sich beobachten, dass die Umsetzung der Glücksspielregulierung ohne eine Bekämpfung des nicht zugelassenen Online-Glücksspiels in der Praxis dazu führt, dass die seriösen Glücksspielanbieter Umsatzeinbußen haben.

Noch immer keine Lizenzen für Online-Casinos in Deutschland

Zuletzt ist durchgesickert, dass die Glücksspielaufsichtsbehörde in Sachsen-Anhalt, die zuständig ist für die Vergabe der Lizenzen für Online-Casinos, mindestens bis Ende des Jahres brauchen wird, um die ersten Lizenzierungsverfahren abzuschließen. Es kann sogar passieren, dass die ersten Lizenzen erst im ersten Quartal 2022 vergeben werden. Das ist eine höchst problematische Situation, denn die aktuelle Übergangsregelung ist, anders als oft angenommen, allem Anschein nach nicht rechtssicher. Gegen einige Glücksspielanbieter wird aktuell ermittelt, obwohl sie sich an die Übergangsregelung halten. Auch wenn mit der neuen Gemeinsamen Glücksspielbehörde alles besser werden sollte, könnte es sein, dass in den nächsten Monaten noch viel Porzellan zerschlagen wird. Zudem ist nicht sicher, dass die GGL am Ende besser funktionieren wird als das aktuell zuständige Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt.