Weltweit zählt das Glücksspiel zu den umstrittensten Themen. Dazu gehört seit geraumer Zeit auch das Online Glücksspiel. Der European Gaming and Betting Association (EGBA) zufolge beträgt der Anteil der EU am internationalen Online Markt rund 49 Prozent. Damit führt die Europäische Union den Weltmarkt der digitalen Unterhaltung im Bereich Online Gaming eindeutig an. Allerdings sieht die EU keine einheitliche Standard-Regelung für das Online Glücksspiel vor. Die einzelnen Mitgliedsstaaten wenden ihre eigenen Gesetze an, die zum Teil sehr unterschiedlich sind.

Online Casinos nicht überall legal

Online Casino Gesetz Glücksspiel

Noch immer gibt es keine EU-weite Regelung für Online Casinos. Manche Länder gestatten sämtliche Glücksspiele, in anderen sind nur die klassischen Casinospiele, Wetten oder Poker erlaubt. Dabei hat jede landesspezifische Glücksspielregulierung den gleichen Hintergrund. Allen Regierungen geht es darum ein verantwortungsvolles Spielen zu fördern, Betrug vorzubeugen, Minderjährige und gefährdete Spielerinnen und Spieler zu schützen sowie um die Einhaltung der jeweiligen Steuer-Gesetze. Nachdem sich die Europäische Union intensiv mit Themen wie E- und Online-Gaming befasst hat, wurde ein entsprechendes Gesetz erlassen, das es allerdings den Mitgliedstaaten freistellt, ihre eigene Glücksspielregulierung umzusetzen. Europaweit gleich ist jedoch ein eher allgemein gehaltenes Gesetz: Know Your Customer (KYC). Hierbei handelt es sich um eine strenge Anforderung, die vorsieht, dass sämtliche Spielerinnen und Spieler bereits vor dem Spielen „ordnungsgemäß identifiziert werden“ müssen. Hinzu kommt eine Verpflichtung, die sich auf den Kampf gegen Geldwäsche bezieht, damit das kriminelle Potenzial minimiert wird. In der EU-Gesetzgebung ist demnach in erster Linie der Verbraucherschutz das oberste Ziel.

Vorschriften, die sich gegen Personen richten, die an virtuellen Spielautomaten zocken möchten, gibt es hingegen nur wenige. Die Gesetze konzentrieren sich vorwiegend auf den  Markt des Online Glücksspiels und der Casino-Spiele, und es wird erwartet, dass in den einzelnen Mitgliedsstaaten immer mehr Vorschriften gelockert werden und sich bald alle Länder dazu entschließen, Online Spielbanken zuzulassen. Schließlich sind manche Formen des Online Glücksspiels noch in zahlreichen europäischen Ländern untersagt, doch diese Verbote kommen oftmals nicht zum Tragen. Hinzu kommt, dass der EU-Online Glücksspielmarkt jährlich um rund 10 Prozent anwächst. Für das Jahr 2022 werden sogar die Brutto-Glücksspieleinnahmen in der EU mit knapp 30 Milliarden Euro prognostiziert.

Neben den geltenden EU-Richtlinien haben wir uns mal die Gesetze einzelner Länder näher angeschaut und geben Ihnen im Folgenden einen kleinen Überblick über die Vorschriften in der BRD und in Österreich sowie über die unserer größeren europäischen Nachbarn. Allerdings können wir nur über den aktuellen Stand berichten, da sich diese Gesetze auch immer wieder ändern können.

Komplexe Gesetze in Deutschland und Österreich

Zum 1. Juli dieses Jahres trat in Deutschland ein neuer Glücksspielstaatsvertrag in Kraft, der nun auch endlich bei uns das Online Glücksspiel legalisiert. Demnach ist es selbst in der BRD möglich geworden, auf legalem Weg einen Bonus ohne Einzahlung bei Online Casinos, die über eine bundesweite Lizenz verfügen, zu ergattern. Bisher war es ausschließlich im Bundesland Schleswig-Holstein erlaubt online zu zocken. Aber dennoch bleibt die Situation angespannt, denn die Gesetze sind ziemlich komplex. Beispielsweise gibt es ein Einzahlungslimit von 1.000,- Euro pro Monat und Spielerin, bzw. Spieler, das nicht überschritten werden darf. Zudem wurde eine Sperrdatei eingerichtet, in der sich gefährdete Spielerinnen und Spieler selbst sperren können. Auch eine ganze Reihe äußerst populärer Casino-Spiele ist in der BRD bisher noch nicht zugelassen.

In Österreich wurde zu Beginn der 2000er Jahre das Glücksspiel in zwei Bereiche eingeteilt: das große und das kleine Glücksspiel. Beim großen werden hohe Geldbeträge eingesetzt und beim kleinen entsprechend geringe. Noch ist das österreichische Glücksspiel in teil-staatlicher Hand, das von dem Bundesfinanzministerium überwacht, geprüft, reguliert und lizenziert wird. 

EU-Länder im Vergleich

Die britische Glücksspielkommission (UKGC) zählt zu den strengsten Kontrollorganen für diesen Bereich in der gesamten EU. Dennoch besitzt Großbritannien die „freieste Glücksspielindustrie Europas“. Jeder private Anbieter kann sich im Vereinigten Königreich um eine Lizenz bewerben und sämtliche Glücksspiel-Arten offerieren, sowohl stationär, als auch online. Dazu gehören Sportwetten ebenso wie Casino-Spiele, Spielautomaten oder Bingo.

Auch Belgien hat eine sehr strenge Regulierung für das landbasierte wie für das Online Glücksspiel. Verboten wurde beispielsweise die TV-Werbung für Online Casinospiele. Die Werbung für Sportwetten ist im Fernsehen hingegen erlaubt, wenn auch nur sehr eingeschränkt.

Bis auf zwei Websites, die unter der Verwaltung nationaler Renn- und Sportorganisationen standen, wurden in Italien noch bis 2010 die Seiten von Online Glücksspiel-Anbietern allesamt gesperrt. Sieben Jahre dauerte ein Verfahren, das die EU gegen Italien führte, bis das Land des Rotweins und der Pasta endlich auch seriöse Online Casinos begrüßte. Inzwischen ist das Government Licensing Committee (AAMS) für die Lizenzvergabe zuständig und überwacht den Markt.

Auch auf der Iberischen Halbinsel sind die Glücksspielgesetze in den vergangenen Jahren mehrfach geändert worden. Inzwischen ist das Online Zocken für Spanier legal, sofern der Betreiber der entsprechenden Website über eine spanische Lizenz verfügt. Online Glücksspielanbieter können sich mittlerweile um eine Konzession bewerben und ihren Geschäften nachgehen, wenn sie die strengen Regularien der nationalen Glücksspielkommission erfüllen.

Nicht alle Arten des Online Glücksspiels sind in Frankreich legal. Lizenzen erhalten Unternehmen, die in ihrem Portfolio Sportwetten und Poker anbieten. Casino-Spiele sind hingegen nicht erlaubt.