Obwohl es mittlerweile vielen seriösen Online Casinos gestattet ist, ihre Dienste jetzt auch in der Bundesrepublik Deutschland anzubieten, so müssen sie doch mit zahlreichen Einschränkungen leben, die der neue Glücksspielstaatvertrag ihnen vorgibt und die von manchen als zu streng angesehen werden. Einen Großteil dieser Einschränkungen findet man in den Bereichen Marketing und Werbung. Andere beziehen sich auf die angebotenen Casino-Spiele und auf das festgelegte Einzahlungslimit. Dennoch ist der bundesdeutsche Markt einer der größten und führenden in ganz Europa und bietet daher auch Online Spielbanken, Online Buchmachern und Co ein attraktives Umfeld, ihren Geschäften nachzugehen.

Online Glücksspiel-Lizenzen gelten fünf Jahre ab Ausstellungsdatum

Online Casino Gesetz Glücksspiel

Am 1. Juli dieses Jahres trat der neue deutsche Glücksspielstaatsvertrag in Kraft, der nach langem und zähem Ringen von den einzelnen Bundesländern verabschiedet worden war. Durch ihn ist nun erstmals in der Geschichte der BRD auch das Online Glücksspiel aus der rechtlichen Grauzone herausgekommen und darf jetzt endlich legal angeboten werden. Allerdings müssen die Betreiber eine ganze Reihe von Auflagen erfüllen, um eine bundesweite Lizenz zu erhalten. Wer keine deutsche Lizenz besitzt, darf in der BRD auch künftig nicht seinen Geschäften nachgehen. Es werden zwar weiterhin Konzessionen für Veranstalter von Sportwetten ausgestellt, doch die Anbieter sind dazu verpflichtet, die neuen Regularien, die neuerdings für Wetten und Spiele bestehen, einzuhalten. Dazu gehört u.a., dass die Spielerinnen und Spieler lediglich auf das Ergebnis eines sportlichen Wettbewerbs setzen können, oder – wie beispielsweise beim Fußball – auch auf die Anzahl der Tore oder darauf, welcher Kicker den ersten Ball im Netz verwandelt. Im Gesetzestext heißt es dazu: „Wetten zu festen Quoten auf den Ausgang von Sportwetten oder Abschnitten von Sportereignissen.“ Bleiben wir beim Fußball und widmen uns anhand dieses Beispiels den sogenannte „Abschnitten von Sportereignissen“, die sich auch auf den Halbzeit-Spielzeit beziehen können. Bei Live-Wetten sieht es schon wieder aus. Es ist nur eingeschränkt gestattet, auf eine bereits angepfiffene Partie noch Wetten abzuschließen.

Im neuen Glücksspielstaatsvertrag steht unter Paragraph 21, Absatz 4 festgeschrieben: „Wetten während des laufenden Sportereignisses sind unzulässig, da sie ein überaus hohes Suchtpotenzial aufweisen. Davon abweichend können Sportwetten, die Wetten auf das Endergebnis sind, während des laufenden Sportereignisses zugelassen werden (Endergebnis-Wetten). Wetten auf einzelne Vorgänge während des Sportereignisses (Ereignis-Wetten) sind ausgeschlossen.“ Die Anzahl der Lizenzen für Online Buchmacher ist nicht begrenzt. Darin unterscheiden sich die Wett-Veranstalter von den Glücksspiel-Anbietern, die Online Slots und andere Casino-Spiele in ihrem Portfolio haben. Grundsätzlich gelten die in der BRD ausgestellten Konzessionen für Buchmacher und Online Casinos insgesamt fünf Jahre ab dem Datum der Ausstellung.  

Neue Richtlinien für die Glücksspielwerbung

Über die Werbung für Sportwetten und Lotterien entscheidet das Bundesland Nordrhein-Westfalen, in dessen Zuständigkeit dieser Bereich liegt. Der hessischen Landesbehörde unterliegt die Zuständigkeit für die Lizenzvergabe an Online Buchmacher. Betreiber von Online Casinos sollen in Zukunft ihre Lizenzen für Online Slots von einer Behörde für die Glücksspielaufsicht erhalten, ohne deren Zustimmung es verboten ist, gravierende Veränderungen an den Spielen vorzunehmen. Diese Behörde hat ihren Sitz in Halle in Sachsen-Anhalt. Sie befindet sich allerdings derzeit noch im Aufbau. Bis sie voll funktionsfähig ist, werden wohl noch ein bis zwei Jahre vergehen, so lautet die aktuelle Einschätzung von Experten. Es soll darüber hinaus ein Gremium installiert werden, das mit der Lizenz-Erteilung betraut wird und welches die konsequente Einhaltung der neuen Regularien und Vorschriften überwacht. Aktuell existiert dieses Gremium noch nicht. Online Buchmacher, Online Casino-Spiele und Online Slots unterliegen im übrigen der deutschen Mehrwertsteuer-Pflicht.

Im neuen Glücksspielstaatsvertrag sind außerdem zahlreiche Maßnahmen vorgeschrieben, die dazu dienen sollen, gefährdete Spieler zu schützen sowie unangemessen häufiges Glücksspiel zu verhindern und Minderjährigen keine Teilnahme daran zu gestatten. Jede Spielerin und jeder Spieler muss zudem ein sogenanntes monatliches Einzahlungslimit für sich selbst festlegen, wenn er sich auf einem Online Glücksspiel-Portal anmelden möchte. Dieses Limit darf den Betrag von 1.000,- Euro pro Monat nicht überschreiten. Auch ist es den Anbietern untersagt sowohl Sportwetten als auch Casino-Spiele von der gleichen Domain aus anzubieten, sofern diese zwei Bereiche nicht komplett voneinander separiert sind. Das sogenannte Cross-Selling ist genauso verboten. Das heißt, dass diese Anbieter keine Reklame für ein Produkt auf einer anderen Plattform machen dürfen. Um eine übermäßige Spielsucht einzudämmen, ist eine zentrale Sperrdatei eingerichtet worden, in der auffällige Spielerinnen und Spieler registriert werden. In puncto Affiliate-Marketing und Werbung gelten durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag inzwischen für die gesamte Branche auch andere Vorschriften. Ebenso wie auf den britischen Inseln, die über ein „Whistle-to-Whistle“-Verbot verfügen, ist es nun auch in Deutschland untersagt, kurz vor dem Start sowie während eines sportlichen Wettbewerbs zu werben. Die Werbung für Online Casinos darf im TV mittlerweile nicht mehr zwischen 6.00 Uhr morgens und 21.00 Uhr abends ausgestrahlt werden.