Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist gut vorbereitet auf die Übernahme der Glücksspielregulierung zum 1. Januar 2023. Die GGL wird zuständig sein für die Regulierung der Online-Casinos, der Online-Buchmacher und der Online-Pokeranbieter. Das Glücksspielkollegium, das übergangsweise eine wichtige Rolle bei der Lizenzvergabe spielte, kam am 13. Dezember zur letzten Sitzung zusammen. Zu diesem Anlass wurden der GGL sämtliche Akten übergeben. Die Übernahme der Glücksspielregulierung durch die neue Glücksspielbehörde ist ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Bislang war die GGL nur zuständig für die Bekämpfung des Schwarzmarkts und der unzulässigen Werbung.

Neue Glücksspielbehörde übernimmt im Januar Regulierung

GGL

Ronald Benter und Benjamin Schwanke, die beiden Vorstände der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, äußerten sich anlässlich der Übergabe der Akten bei der letzten Sitzung des Glücksspielkollegiums positiv zu den weiteren Aussichten. Benter wies darauf hin, dass die „Bündelung der Kompetenzen“ in der neuen Behörde wichtig sei für eine erfolgreiche Glücksspielregulierung. Laut Schwanke wurden die erforderlichen „Strukturen und Prozesse aufgebaut“, um den neu geschaffenen Online-Glücksspielmarkt vom ersten Tag an vernünftig zu regulieren. Seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags wird die neue Glücksspielbehörde aufgebaut. Die Regulierung der Online-Casinos wurde übergangsweise vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt gehandhabt. Die beiden GGL-Vorstände wiesen darauf hin, dass etwa 20 Mitarbeiterinnen um Mitarbeiter des Landesverwaltungsamts von der GGL übernommen würden.

Für die künftige Arbeit der neuen Glücksspielbehörde kann es nur ein Vorteil sein, dass zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den letzten anderthalb Jahren mit der Glücksspielregulierung befasst waren, übernommen werden. Somit muss die GGL nicht von vorn anfangen, sondern kann auf den Erfahrungsschatz der übernommenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgreifen. Das sollte dabei helfen, eine reibungslose Übergangsphase zu gestalten. Wie reibungslos die neue Glücksspielregulierung funktioniert, dürfte vorrangig daran erkennbar werden, wie flott in Zukunft Lizenzen für virtuelle Automatenspiele und Online-Poker vergeben werden. Das bisherige Vergabetempo war nicht unbedingt beeindruckend. Allerdings kann die GGL in Zukunft allein entscheiden und muss, anders als das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, nicht jede Entscheidung vom Glücksspielkollegium der Länder bestätigen lassen. Das Glücksspielkollegium wird zum Jahresende aufgelöst.

GGL steht vor großen Herausforderungen

Für die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder ist die Schonzeit vorbei. Die Regulierung des Online-Glücksspiels ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die bislang in Deutschland nicht auf einem ausreichend hohen Niveau abgewickelt wurde. Die große Hoffnung ist, dass sich das mit der GGL ändern wird. Ein gutes Zeichen ist, dass der Personalbestand vergrößert werden soll. Schon zum Jahreswechsel sollen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt werden. Viel Personal benötigt die neue Glücksspielbehörde, denn die Lizenzierungsverfahren sind aufwändig. Zudem müssen alle Online-Spielautomaten, die in Deutschland zugelassen werden, individuell für jedes einzelne lizenzierte Online-Casino geprüft werden.

Die Prüfung der Online-Casinos und der virtuellen Automatenspiele ist wichtig. Aber nicht vergessen werden darf, dass die GGL darüber hinaus auch noch für Online-Sportwetten und Online-Poker zuständig ist. Es gibt viele kleine und große Fragen, auf die es hoffentlich bald Antworten geben wird. Eine wichtige Frage lautet: Wird die GGL für die Online-Casinos individuelle Einzahlungslimits in Höhe von 10.000 Euro und 30.000 Euro ermöglichen? Die Online-Buchmacher haben bereits die Möglichkeit, ihren Kundinnen und Kunden derartige Limits anzubieten, wenn die wirtschaftlichen Voraussetzungen passen. Aktuell gibt es jedoch kein Angebot für High Roller, die in Online-Casinos mit deutscher Lizenz spielen möchten. Das ist ein großes Problem. Die GGL hätte auch die Möglichkeit, den Höchsteinsatz von 1 Euro zu verändern. Aber es ist nicht davon auszugehen, dass dies in naher Zukunft geschehen wird.

Schwarzmarkt bleibt größtes Problem bei Glücksspielregulierung

Es ist eine Sache, seriöse Online-Casinos mit Lizenzen auszustatten. Eine ganz andere Sache ist es, dafür zu sorgen, dass die nicht ganz so seriösen Glücksspielanbieter keinen Zugang zum Markt haben. Auch wenn mittlerweile angeblich bereits Payment Blocking stattfindet, scheinen die Anbieter auf dem Schwarzmarkt in Deutschland weitgehend unbehelligt arbeiten zu können. Vielleicht wird sich dies ändern, wenn die GGL die gesamte Glücksspielregulierung übernimmt. Aber die Schwarzmarktbekämpfung ist schon seit einem halben Jahr Aufgabe der GGL und getan hat sich nicht allzu viel. Eines ist völlig klar: Die Glücksspielregulierung kann nicht funktionieren, wenn der Schwarzmarkt floriert.