Wo in Europa gibt es die strengste Glücksspielregulierung? Und wie schneidet Deutschland im internationalen Vergleich ab? Glücksspiel ist eine Freizeitbeschäftigung, die seit der Antike bekannt ist. Überall auf der Welt haben sich Glücksspiele durchgesetzt. Der Reiz, das Glück herauszufordern, ist über alle Kulturen hinweg zu finden. Nimmt man alle Glücksspiele zusammen, also auch Lotto und Sportwetten, kommt man auf abenteuerliche Zahlen: Ungefähr 25 Prozent der Weltbevölkerung spielen nach aktuellen Studien regelmäßig. Wenn es nur um gelegentliches Spielen geht, rechnet man sogar mit über 4 Milliarden Menschen weltweit, die dem Glücksspiel zugetan sind. Es liegt auf der Hand, dass dieses starke Bedürfnis in den meisten Staaten mit Gesetzen kontrolliert und reguliert wird.

Glücksspielregulierung online und offline

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Über Jahrzehnte hinweg bedeutete Glücksspielregulierung für einen Staat, dass Spielhallen, Spielbanken und gastronomische Betriebe, in denen Spielautomaten und andere Spielgeräte angeboten werden, reguliert werden mussten. Dieser Teil der Glücksspielregulierung ist nach wie vor wichtig, denn nicht nur in Deutschland machen die Glücksspielanbieter im terrestrischen Bereich die größten Umsätze. Aber das Online-Glücksspiel hat an Bedeutung gewonnen. Mittlerweile müssen sich die zuständigen Behörden auch darum kümmern, dass das Online-Glücksspiel vernünftig reguliert ist. In Deutschland dauert alles ein bisschen länger, wenn es um das Internet geht. Deswegen wird das Online-Glücksspiel in Deutschland erst seit 2021 reguliert.

Die Europäischen Union hat zwischen 2012 und 2018 einen gesetzlichen Rahmen geschaffen für die Regulierung des Glücksspiels. Aber nach wie vor sind es vor allem die Nationalstaaten, die für die Regulierung zuständig sind. Deswegen gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede in den einzelnen Ländern. In Deutschland ist die Situation noch interessanter, denn die Regulierung des Glücksspiels online und offline wird zu einem erheblichen Teil von den Bundesländern bestimmt. Somit kann es erhebliche Unterschiede innerhalb des Landes geben. Das macht die Situation für Glücksspiel-Fans nicht einfacher. Aber auch in anderen Ländern ist die Situation nicht optimal.

Regulierung des Online-Glücksspiels sehr unterschiedlich

Das Online-Glücksspiel ist in Deutschland sehr streng reguliert worden. Es gibt ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das anbieterübergreifend gilt. Darüber hinaus liegt der Höchsteinsatz bei 1 Euro pro Spielrunde. Es gibt noch einige andere Aspekte, die dazu führen, dass Deutschland im internationalen Vergleich eine der strengsten Regulierungen des Online-Glücksspiels hat. Ähnlich streng ist Schweden, auch wenn die Limits etwas anders gestaltet sind. In diversen EU-Ländern, zum Beispiel auch in Polen, wird das Online-Glücksspiel bisher kaum oder gar nicht reguliert. Diese Lücke nutzen internationale Online-Glücksspielanbieter, die ihre Dienste den polnischen Glücksspiel-Fans anbieten.

In Italien und Spanien, zwei wichtigen Online-Glücksspielmärkten, gibt es eine Glücksspielregulierung, die nicht ganz so streng ist wie in Deutschland oder Schweden. Norwegen hat ein staatliches Glücksspielmonopol und versucht seit Jahren, internationale Online Casinos auszuschließen. Das funktioniert allerdings nur mäßig.

Die liberalste Glücksspielregulierung in Europa gibt es wohl in Malta. Malta hat schon früh erkannt, dass es eine lukrative Sache sein kann, den Online-Glücksspielanbietern in der Europäischen Union eine Heimstätte zu bieten. Mittlerweile gibt es kaum noch einen relevanten Betreiber von Online-Casinos in der Europäischen Union, der nicht zumindest eine Malta-Filiale hat. Die maltesische Glücksspiel-Lizenz der Malta Gaming Authority hat als EU-Lizenz seit vielen Jahren eine wichtige Bedeutung. Allerdings gibt es immer mehr Länder, die eine eigene Online-Glücksspielregulierung einführen. Deswegen wird die Malta-Lizenz mittelfristig wohl deutlich an Bedeutung verlieren.

Flickenteppich bei Glücksspielregulierung in Europa

Es ist einigermaßen erstaunlich: Die Europäischen Union ist normalerweise dazu in der Lage, von der Leistung von Glühbirnen bis zum Krümmungsradius von Bananen alles zu regulieren. Aber wenn es um das Online-Glücksspiel geht, lässt die Europäische Union den Mitgliedsländern weitgehend freie Hand. Das führt dazu, dass es weder eine einheitliche Regulierung noch einen gemeinsamen Kampf gegen den Schwarzmarkt gibt. Beides wäre hilfreich, um das Online-Glücksspiel insgesamt mit einem besseren Spielerschutz auszustatten. Solange die Mitgliedsländer oder, im Fall von Deutschland, sogar die Bundesländer, individuelle Regulierungen schaffen, wird es kaum gelingen, einen optimalen Spielerschutz in der Europäischen Union hinzubekommen.