Wie bekommt man eine Lizenz für ein Online-Casino in Deutschland? Kürzlich wurde bekannt, dass die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) zahlreiche positiv beschiedene Lizenzanträge vorliegen hat, die jedoch noch nicht zu Casino-Lizenzen geführt haben. Der Grund ist, dass zahlreiche Glücksspielanbieter die geforderten Sicherheitsleistungen noch nicht erbracht haben. Angesichts dieses Umstands bietet es sich an, einen näheren Blick auf die Anforderungen an Lizenznehmer in Deutschland zu stellen. Was ist erforderlich, um eine Lizenz für ein deutsches Online-Casino zu bekommen? Ein Blick auf die Details zeigt, dass die Antragsteller einige Hürden überwinden müssen.

Casino-Lizenz in Deutschland an hohe Anforderungen geknüpft

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Im Grunde genommen kann jedes Unternehmen in der Europäischen Union und dem Europäischen Wirtschaftsraum einen Antrag stellen, um eine Lizenz für virtuelle Automatenspiele in Deutschland zu erhalten. In dieser Formulierung ist bereits die erste wichtige Hürde enthalten: Nur Unternehmen in der EU und dem EWR haben die Berechtigung, einen Lizenzantrag zu stellen. Ferner müssen alle Anträge in deutscher Sprache gestellt werden. Für große Glücksspielanbieter im EU-Ausland dürfte das kein Problem sein. Aber mit der Sprachbarriere müssen die Glücksspielanbieter umgehen, um fehlgeleitete Kommunikation zu verhindern. Zudem muss das Unternehmen einen Handelsregisterauszug vorlegen. Damit wird in erster Linie dokumentiert, dass es sich um ein ordnungsgemäßes Unternehmen handelt. Doch das genügt nicht. Der Geschäftsführer und alle Partner müssen Dokumente vorlegen, mit denen die Identität eindeutig und rechtssicher belegt werden kann. Bei deutschen Personen dürfte dies in der Regel der Personalausweis sein, wobei theoretisch auch ein Reisepass vorgelegt werden könnte.

Alle EU-Länder haben vergleichbare Identitätsdokumente, sodass es leicht sein sollte, die ansprechenden Unterlagen beizubringen. Darüber hinaus muss der Antragsteller ein Führungszeugnis beilegen. Damit soll verhindert werden, dass Personen, die bereits mit dem Recht in Konflikt gekommen sind, eine Lizenz für ein Online-Casino erhalten. Zudem müssen auch die Steuernummern des Unternehmens und der beteiligten Personen vorgelegt werden. Mit den Steuernummern kann unter anderem überprüft werden, ob Steuerschulden vorliegen.

Hohe Anforderungen an Finanzierung von Casino-Lizenzen

Die deutsche Lizenz für virtuelle Automatenspiele muss bezahlt werden. Die Antragsteller müssen nachweisen, woher das Geld kommt. Dies gilt auch für die Sicherheitsleistung, die eine Höhe von 5 bis 50.000.000 Euro haben kann. Wie hoch die Summe im Einzelfall ist, wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder festgelegt. Maßgeblich soll dabei der Umsatz des Glücksspielanbieters sein. Je höher der Umsatz ist, desto höher soll die Sicherheitsleistung sein. Es ist nicht bekannt, ob bereits ein Glücksspielanbieter mehr als 5 Millionen Euro als Sicherheitsleistung hinterlegen musste. Aktuell dürfte es noch schwierig sein, die künftigen Umsätze der Online-Casinos in Deutschland korrekt einzuschätzen. Insgesamt lässt sich feststellen, dass es nicht leicht ist, in Deutschland eine Lizenz für ein Online-Casino zu bekommen. Und das ist auch gut so, denn es muss unbedingt verhindert werden, dass unseriöse Unternehmen eine Lizenz erhalten.

Aktuell erwartet die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, dass insgesamt ungefähr 50 Lizenzen für virtuelle Spielautomaten in naher Zukunft erreicht werden. An dieser Zahl wird deutlich, dass es viele seriöse und finanzstarke Unternehmen in der europäischen Glücksspielbranche gibt, die dazu in der Lage sind, die hohen Auflagen zu erfüllen. Für die deutschen Glücksspiel-Fans ist dies grundsätzlich positiv, denn ein vielfältiger Markt mit einer starken Konkurrenz hilft letztlich allen Kundinnen und Kunden. Allerdings gibt es grundlegende Probleme, die auch dann nicht verschwinden, wenn die Anzahl der verfügbaren Online-Casinos deutlich wächst.

Strenge Glücksspielregulierung bleibt größtes Problem

In Deutschland ist es gelungen, ein Lizenzierungssystem einzuführen, das halbwegs vernünftig funktioniert. Das Tempo der Lizenzvergabe war bislang nicht unbedingt beeindruckend. Aber es gibt die berechtigte Hoffnung, dass die GGL, die erst seit dem 1. Januar 2023 für die Regulierung zuständig ist, die Abläufe deutlich verbessern wird. Dies ändert aber nichts daran, dass die Glücksspielregulierung im europäischen Vergleich sehr streng ausgefallen ist. Entscheidend wird nicht sein, wie viele Lizenzen vergeben werden, sondern wie gut der Schwarzmarkt bekämpft wird. Nur wenn die Spielerinnen und Spieler in Deutschland keine andere Wahl haben, als auf dem legalen Glücksspielmarkt im Internet zu spielen, wird die neue Glücksspielregulierung, die mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 eingeführt wurde, zu einem Erfolg.