Den Casino-Influencern geht es in Deutschland an den Kragen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder ist (GGL) übernimmt zum 1. Juli 2022 die Glücksspielaufsicht. Ab diesem Datum ist die neue Behörde dafür zuständig, den Schwarzmarkt zu bekämpfen und die Werberichtlinien durchzusetzen. Das bedeutet auch, dass Influencer-Werbung für Casinos in Deutschland nicht mehr zulässig ist und entsprechend verfolgt werden muss. Einigen Casino-Influencern könnten erhebliche Schwierigkeiten drohen. In den letzten Jahren haben Influencer wie Knossi und Montana Black angeblich Millionen verdient mit Werbung für Online-Casinos. Es ist durchaus denkbar, dass die GGL sich genau anschaut, was die Influencer in den letzten Jahren gemacht haben.

Goldene Zeiten für Casino-Influencer in Deutschland vorbei

GGL

Letzte Woche hat der Fall von Ron Bielecki große Wellen geschlagen. Der Youtube-Star hat angeblich Werbung für illegale Glücksspiele gemacht. Deswegen ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen den jungen Mann. Sollte dieses Verfahren zu einer Verurteilung von Bielecki führen, wäre das ein klares Warnsignal an andere Influencer. Unabhängig davon könnte sich die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder veranlasst sehen, bekannte Casino-Influencer wie Knossi und Montana Black näher unter die Lupe zu nehmen. Neben Werbung für nicht zugelassene Glücksspielanbieter könnten auch potenzielle Steuerverstöße auf der Liste der neuen Glücksspielbehörde stehen. Ob es am Ende zu Verfahren und Verurteilungen kommt, lässt sich im Moment nicht abschätzen.

Eines ist aber sicher: Die Casino-Influencer, die in den letzten Jahren enorm erfolgreich waren auf dem deutschen Markt, können im Moment wohl nicht ruhig schlafen. Bei den im Raum stehenden Summen und den damit verbundenen potenziellen Steuerverstößen könnten auch Haftstrafen drohen. Sobald die GGL die Glücksspielaufsicht übernimmt, wird wohl klarer werden, in welcher Form die Casino-Influencer verfolgt werden. Wer jetzt noch versucht, in Deutschland als Casino-Influencer Geld zu verdienen, darf sich in jedem Fall nicht beschweren, wenn demnächst eine empfindliche Strafe droht. Werbung für Glücksspielanbieter ohne Zulassung ist in Deutschland strikt verboten. Das ist nicht neu, aber bislang fand keine umfassende Verfolgung von Vergehen und Verstößen statt.

Steuervergehen als Hebel gegen illegale Glücksspielanbieter?

Die Verantwortlichen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder haben anscheinend die Geschichte von Al Capone studiert. Der legendäre Boss der Unterwelt von Chicago wurde nicht aufgrund seiner zahlreichen klassischen Verbrechen verurteilt, sondern aufgrund von Steuervergehen. Diesen Ansatz wählt nun auch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder beim Kampf gegen illegale Glücksspielanbieter. Die Idee dabei ist einfach: Die deutschen Steuerbehörden gehen davon aus, dass Glücksspielanbieter, die in Deutschland aktiv sind, die Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent bezahlen müssen. Das gilt auch und gerade für die Glücksspielanbieter, die keine Lizenz in Deutschland haben. Wahrscheinlich ist es aber so, dass kaum ein Glücksspielanbieter dieser Aufforderung nachkommen ist in den letzten Jahren.

Deswegen könnte die GGL versuchen, über Steuervergehen die Glücksspielanbieter, die nicht auf dem deutschen Markt sind, zurückzudrängen. Angesichts der Summen, um die es bei vielen Unternehmen gehen dürfte, könnten auch Haftstrafen drohen. Spätestens an dieser Stelle wird es wahrscheinlich möglich sein, ein erhebliches Entgegenkommen der verfolgten Unternehmen zu erreichen. Allerdings hängt alles daran, dass die Steuer tatsächlich gezahlt werden muss. Da bislang niemand versucht hat, die Umsatzsteuer auf dem Rechtsweg einzufordern, ist unklar, wie Gerichte die Sache beurteilen würden. Aber es spricht einiges dafür, dass die Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder dies in den nächsten Monaten herausfinden wird. Schon die Einleitung von Steuerverfahren könnte viele Glücksspielanbieter, die ebenfalls betroffen sein könnten, abschrecken.

GGL soll legalen Glücksspielmarkt schützen

Es ist völlig klar, dass der legale Online-Glücksspielmarkt in Deutschland nur dann funktionieren kann, wenn der Schwarzmarkt eingeschränkt wird. Deswegen ist es ein gutes Signal, dass die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder massiv gegen die illegalen Glücksspielanbieter vorgehen will. Ob diese Anstrengungen am Ende zu Erfolgen führen, muss sich noch zeigen. Aber hinter vorgehaltener Hand wird schon darüber getuschelt, dass eine ganze Welle von Verfahren gegen Glücksspielanbieter und Casino-Influencer in den nächsten Monaten eingeleitet werden könnte. Eines ist aber auch klar: Bislang ist es keinem Land in der Europäischen Union gelungen, die nicht lizenzierten Glücksspielanbieter wirkungsvoll und nachhaltig zu bekämpfen.