Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat angekündigt, Casino-Betreiber mit Lizenzantrag nicht zu verfolgen. Die Bekämpfung des illegalen Online-Glücksspiels obliegt seit dem 1. Juli 2022 der neu geschaffenen Behörde. Allerdings war lange Zeit nicht klar, wie diese Bekämpfung in der Praxis umgesetzt würde. Mittlerweile hat sich die neue Glücksspielbehörde aber klar und deutlich positioniert. Das erste Ziel ist es, die Glücksspielanbieter vom Markt auszusperren, die keine Lizenz (Erlaubnis) haben, nicht an einer Regulierung interessiert sind oder gegen die Glücksspielregulierung verstoßen. Alle Glücksspielanbieter, die im Erlaubnisverfahren sind und sich schon jetzt an die neue Glücksspielregulierung halten, müssen nichts befürchten.

Aufatmen bei vielen Casino-Betreibern

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Die neu geschaffene Glücksspielregulierung bringt einige Vorteile. Aber die praktische Umsetzung gelingt bislang nur schleppend. Besonders deutlich wird dies am langsamen Erlaubnisverfahren. Nach über einem Jahr sind gerade einmal drei Unternehmen mit einer Lizenz ausgestattet worden. Viele weitere Glücksspielanbieter warten darauf, eine Lizenz für ihre Online-Casinos zu bekommen. Derzeit ist nicht klar, wie lange es dauern wird, bis alle derzeit vorliegenden Lizenzanträge geprüft worden sind. Aber es wird wohl noch einige Monate dauern, bis ein breiter Markt vorhanden ist. Für die Casino-Betreiber, die aktuell im Erlaubnisverfahren sind, war die Situation bis zur Klarstellung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder schwierig.

Kein seriöser Unternehmer möchte sich einem unnötigen juristischen Risiko aussetzen. Aber es war lange nicht klar, wie die GGL mit den Unternehmen umgehen würde, die einen Erlaubnisantrag gestellt haben, aber noch keine Erlaubnis bekommen haben. Da zwischenzeitlich auch der Umlaufbeschluss, auf dessen Basis lange Zeit viele Casino-Betreiber in Deutschland ihre Angebote trotz fehlender Lizenz weiter betreiben konnten, in den letzten Wochen einkassiert worden ist, hatte die Unsicherheit deutlich zugenommen. Doch mit dem Statement der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, dass keine Maßnahmen gegen Glücksspielanbieter, die im Erlaubnisverfahren sind, geplant sein, ist de facto eine neue Übergangsphase geschaffen worden.

GGL gibt wichtiges Signal für neuen Online-Glücksspielmarkt

Es wäre völlig absurd, wenn die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder anfangen würde, die seriösen Online-Casinos zu verfolgen. Jeder Glücksspielanbieter, der in Deutschland einen Antrag gestellt hat, bringt bereits damit zum Ausdruck, dass die Bereitschaft besteht, die neue Regulierung umzusetzen. Gerade diese Glücksspielanbieter sollten gefördert und nicht behindert werden. Diese Erkenntnis hat man auch bei der GGL gewonnen, zumal ein riesiger Schwarzmarkt als Betätigungsfeld übrig bleibt. Da aktuell keine Maßnahmen gegen Online-Casinos umgesetzt werden, gibt es sehr viele Glücksspielanbieter, die ohne Lizenz und ohne Erlaubnisantrag in Deutschland aktiv sind.

Die neue Glücksspielbehörde hat angekündigt, gegen diese Anbieter konsequent vorzugehen. Schon bald wird die GGL wohl die Internetprovider in Deutschland dazu auffordern, zahlreiche Online-Casinos ohne Lizenz mit einer IP-Sperre zu belegen. Zudem ist geplant, dass zahlreiche Glücksspielanbieter wegen Steuervergehen juristisch belangt werden. Nach wie vor gibt es bei Experten viel Skepsis, ob der angekündigte Weg der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder funktionieren wird. Aber eines ist auch klar: Ein legaler Markt kann ohne eine konsequente Bekämpfung des Schwarzmarkts nicht funktionieren. Wenn verbotene Online Spielautomaten einfach verfügbar sind, gibt es für Glücksspiel-Fans keinen Grund, diese Spiele nicht zu nutzen.

Pragmatischer Ansatz der GGL wichtig

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder könnte theoretisch alle Online-Casinos in Deutschland, die keine Lizenz haben, verfolgen. Aber das wäre keine pragmatische Lösung, denn das Ziel ist es, einen attraktiven legalen Glücksspielmarkt im Internet zu schaffen. Das funktioniert aber nur, wenn die seriösen Glücksspielanbieter in Deutschland bleiben. Eine Verfolgung der seriösen Online-Casinos würde genau das Gegenteil bewirken. Wenn sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen sollte, dass die GGL einen pragmatischen Ansatz verfolgt, der den seriösen Glücksspielanbietern eine vernünftige Chance gibt, ihr Geschäftsmodell zu entfalten, könnte sich dies positiv auf den Gesamtmarkt auswirken.

Vielleicht kommt dann auch die Kindred Group, die sich vor einigen Wochen vom deutschen Markt zurückgezogen hat, zurück. Aktuell ist der Glücksspielmarkt in Deutschland nicht besonders attraktiv für seriöse Casino-Betreiber, da die Bekämpfung des Schwarzmarkts noch nicht funktioniert. Aber das kann sich in den nächsten Monaten ändern. Die GGL macht zumindest Hoffnung, dass es bei der neuen Glücksspielregulierung am Ende doch darum gehen könnte, eine vernünftige Kanalisierung zu erreichen.