Die Glücksspielanbieter LeoVegas und Betsson haben ihre Angebote in den Niederlanden eingestellt. In der ersten Runde haben beide Unternehmen keine Lizenz für den niederländischen Online-Glücksspielmarkt bekommen. Um Sanktion zu vermeiden, haben LeoVegas und Betsson deswegen Ende September ihre Angebote in den Niederlanden abgeschaltet. Beide Unternehmen haben allerdings angekündigt, sich weiterhin um eine Lizenz in den Niederlanden zu bemühen. Der niederländische Markt ist für LeoVegas und Betsson auch unter der neuen Glücksspielregulierung attraktiv. Ob es für den niederländischen Glücksspielmarkt gut ist, dass zwei renommierter Anbieter den Markt verlassen müssen, ist allerdings eine ganz andere Frage.

LeoVegas und Betsson nicht mehr in den Niederlanden

Betsson Sportwetten

Die niederländische Glücksspielbehörde hat ein Jahr Zeit gehabt, um die neue Glücksspielregulierung vorzubereiten. Das Ergebnis ist, dass gerade einmal zehn Lizenzen im ersten Schwung vergeben worden sind. Viele bekannte Glücksspielanbieter haben noch keine Lizenz in den Niederlanden bekommen und müssen sich deswegen zurückziehen. Seriöse Anbieter wie LeoVegas und Betsson machen das selbstverständlich, auch weil beide Unternehmen nach wie vor den Anspruch haben, eine Lizenz in den Niederlanden zu bekommen. Das wäre jedoch unmöglich, wenn beide Anbieter auch in Zukunft niederländische Kunden akzeptieren würden. Vorübergehend müssen LeoVegas und Betsson einen Umsatzverlust einkalkulieren, da die Spieler in den Niederlanden aus dem Kundenkreis wegfallen. Aber in den nächsten Monaten sollte es wieder möglich werden, niederländische Kunden zu akzeptieren.

Derzeit ist nicht ganz klar, warum gerade LeoVegas und Betsson keine Lizenzen in den Niederlanden bekommen haben. Diese beiden Anbieter haben einen exzellenten Ruf und sind in vielen europäischen Ländern populär. Ob es eine gute Idee ist, gerade diese beiden Anbieter nicht mit Lizenzen auszustatten, sei einmal dahingestellt. Auch wenn LeoVegas und Betsson nun keine niederländischen Kunden mehr akzeptieren, wird es doch vermutlich Anbieter auf dem Schwarzmarkt geben, die in die neu entstehenden Lücken stoßen. Das kann nicht gut sein im Sinne einer sinnvollen und wirkungsvollen Glücksspielregulierung. Aber der niederländische Glücksspielmarkt ist erst wenige Tage alt und vielleicht wird sich noch einiges bewegen. Es ist in jedem Fall bemerkenswert, dass LeoVegas und Betsson klar und deutlich reagieren auf die fehlenden Lizenzen. Beide Glücksspielanbieter demonstrieren damit, dass sie sich an die geltenden Regeln halten.

Regulierter Glücksspielmarkt in den Niederlanden startet

Der niederländische Glücksspielmarkt ist vom ersten Tag an relativ klein. Wenn gerade einmal zehn Online-Glücksspielanbieter um Kunden in den Niederlanden werben, ist das ein deutlicher Rückschritt im Vergleich zur Situation vor der neuen Glücksspielregulierung. Aber es ist zu erwarten, dass die niederländische Glücksspielbehörde weitere Lizenzen vergeben wird in naher Zukunft. Ob dann auch LeoVegas und Betsson auf der Liste der Lizenznehmer stehen werden, bleibt abzuwarten. Aber grundsätzlich wäre es wohl eine schlechte Idee, die Anzahl der Lizenznehmer zu begrenzen. Letztlich würde das nur dazu führen, dass die Nachfrage stärker in Richtung Schwarzmarkt tendierten. Auch die niederländische Glücksspielbehörde hat bislang kein Wundermittel präsentiert, um den Schwarzmarkt wirkungsvoll einzudämmen.

Allerdings hat die niederländische Glücksspielbehörde die Möglichkeit, heftige Strafen gegen Glücksspielanbieter zur verhängen. Zuletzt wurde der Glücksspielanbieter Tipico zu einer Strafe von 531.250 Euro verurteilt. Was war geschehen? Tipico nahm trotz der neuen Glücksspielregulierung Kunden aus den Niederlanden an. Bei der Bemessung der Strafe spielte es für die Glücksspielbehörde in den Niederlanden keine Rolle, dass Tipico keine Werbeaktionen in den Niederlanden laufen hatte. Es genügte schon, dass Tipico überhaupt niederländische Spieler als Kunden akzeptierte. Auch die hohe Strafe gegen Tipico dürfte eine Rolle gespielt haben für den Rückzug von LeoVegas und Betsson. Aber Tipico ist ein europäisches Unternehmen, das relativ leicht belangt werden kann. Die niederländische Glücksspielbehörde hätte hingegen große Schwierigkeiten, Glücksspielanbieter mit Sitz außerhalb der Europäischen Union wirksam zu sanktionieren.

Kann Deutschland es besser machen als die Niederlande?

Für den deutschen Glücksspielmarkt im Internet, der deutlich größer ist als der niederländische Markt, wäre es fatal, wenn nur zehn Lizenzen im ersten Schwung vergeben würden. Die Glücksspielaufsichtsbehörde von Sachsen-Anhalt, die übergangsweise die Lizenzierung der Online-Spielbanken übernimmt, ist nicht nur dafür zuständig, verantwortungsbewusstes Spielen zu propagieren. Die Behörde bearbeitet im Moment auch die ersten Lizenzanträge. Allgemein wird erwartet, dass in Deutschland deutlich mehr Lizenzen in der ersten Runde vergeben werden. Das wäre auch wichtig, denn ansonsten könnte der neue Glücksspielmarkt in Deutschland sehr schnell in Schwierigkeiten geraten. In Deutschland dürfte es sehr viel schwieriger sein als in den Niederlanden, unerwünschte Glücksspielanbieter draußen zu halten. Das liegt auch daran, dass es noch keine richtige Glücksspielbehörde gibt. Erst Mitte 2022 wird die neue deutsche Glücksspielbehörde erste Aufgaben übernehmen und dann ab 2023 Glücksspielregulierung im Internet komplett verantworten.

In Deutschland ist keine Begrenzung der Lizenzen für Online-Spielbanken vorgesehen. Jedes Unternehmen, dass die vorgegebenen Bedingungen erfüllen kann, kann somit eine Lizenz bekommen. Allerdings stellt sich durchaus die Frage, wie schnell die Glücksspielaufsichtsbehörde in Sachsen-Anhalt die Lizenzanträge bearbeiten kann. Es könnte deswegen auch in Deutschland dazu kommen, dass in der ersten Runde nicht alle Lizenzanträge bereits berücksichtigt werden. Für die deutschen Glücksspiel-Fans wäre es genauso wie für die niederländischen Glücksspiel-Fans allerdings ein Problem, wenn plötzlich Anbieter wie LeoVegas und Betsson nicht mehr verfügbar wären.