LeoVegas hat im zweiten Quartal 2020 in Deutschland einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet. Das Ergebnis ist um 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nach unten gegangen. Der Grund dafür ist nach Angaben von LeoVegas in erster Linie die Übergangsregelung, die in Deutschland schon vor dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags am 1. Juli 2021 galt. LeoVegas konnte im zweiten Quartal einen Umsatz von 96,8 Millionen Euro erzielen. Im Vorjahr lag das Ergebnis noch bei 110,7 Millionen Euro. Rechnet man den deutschen Markt aus dem Ergebnis heraus, hat LeoVegas den Umsatz im zweiten Quartal 2021 um drei Prozent steigern können im Vergleich zum Vorjahr. Daran wird deutlich, dass Deutschland aktuell ein schwieriger Markt für LeoVegas ist.

Übergangsregelung verhagelt LeoVegas Quartalsbilanz

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In Deutschland gehört LeoVegas zu den beliebtesten und erfolgreichsten Glücksspielanbietern. Schon seit Jahren gibt es viele deutsche Glücksspiel-Fans, die gelegentlich oder regelmäßig bei LeoVegas spielen. Doch die Umsätze sind im zweiten Quartal 2021 in Deutschland deutlich nach unten gegangen. Die Übergangsregelung zum neuen Glücksspielstaatsvertrag hat dazu geführt, dass LeoVegas schon vor dem 1. Juli 2021 ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro und ein Einsatzlimit von 1 Euro einführen musste. Dies hat dazu geführt, dass sich viele Glücksspiel-Fans zumindest vorübergehend von LeoVegas verabschiedet haben. Während LeoVegas und viele andere seriöse Glücksspielanbieter sich an die Übergangsregelung gehalten haben, gab es diverse Konkurrenten, die hohe Einzahlungen und hohe Einsätze ermöglichten. Inhaltlich hatten diese Konkurrenten, die sich nicht an die Übergangsregelung gehalten haben, einen erheblichen Vorteil. Die Zahlen bei LeoVegas sind eindeutig. Wenn in allen Märkten eine Umsatzsteigerung möglich war, aber in Deutschland der Umsatz deutlich nach unten gegangen ist, muss in Deutschland etwas Besonderes passiert sein. Die neue Glücksspielregulierung für Online Casinos in Deutschland hat es den seriösen Anbietern schon vor der Einführung schwer gemacht, die alten Umsatzhöhen zu erreichen. Auch von anderen Glücksspielanbietern gibt es mittlerweile Meldungen, dass das zweite Quartal schlechter gelaufen ist als im Jahr 2020.

Der Net Gaming Revenue (NGR) ist im zweiten Quartal 2021 in Deutschland um 81 Prozent gesunken. Im Jahr 2019 konnte LeoVegas in Deutschland im zweiten Quartal noch einen NGR von 19,9 Millionen Euro erwirtschaften. In diesem Jahr lag das Ergebnis im zweiten Quartal bei 3,9 Millionen Euro. Das ist ein dramatischer Einbruch, der sich im Gesamtergebnis von LeoVegas negativ bemerkbar macht. Im zweiten Quartal 2021 konnte LeoVegas nur noch vier Prozent des Gesamtumsatzes in Deutschland erwirtschaften. Im Vorjahr war es noch möglich, 18 Prozent des Gesamtumsatzes in Deutschland zu machen. Das Ergebnis von LeoVegas im zweiten Quartal wurde vor allem gerettet durch den skandinavischen Markt. Immerhin erwirtschaftet LeoVegas 41 Prozent des Gesamtumsatzes in Nordeuropa. Weitere 39 Prozent verteilen sich auf andere europäische Länder. LeoVegas ist auch außerhalb Europas aktiv. Immerhin 20 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet LeoVegas in nicht-europäischen Ländern. Die beste Nachricht in der Quartalsbilanz ist vielleicht, dass der schwedische Markt für LeoVegas sehr gut gelaufen ist. In Schweden konnte LeoVegas einem neuen Umsatzrekord erzielen. Nachdem im letzten Jahr Schweden für LeoVegas und viele andere Glücksspielanbieter ein schwieriger Markt war, scheint sich die Situation langsam zu entspannen. Der Gewinn vor Steuern (EBITDA) ist im zweiten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 13,2 Millionen Euro auf 9,8 Millionen Euro gesunken.

Schwierige Zeiten für Online-Glücksspielanbieter in Deutschland

Die Übergangsregelung zum neuen Glücksspielstaatsvertrag benachteiligt die seriösen Glücksspielanbieter. Warum ist das so? Wenn die seriösen Glücksspielanbieter den finanzstarken High Rollern kein Angebot machen können, weil ein Einsatzlimit von 1.000 Euro pro Monat gilt, ist das schwierig. Solange es viele andere Glücksspielanbieter gibt, die hohe Einzahlung zu lassen, werden sich die High Roller nicht für die seriösen Online Casinos entscheiden. Das ist ein fundamentales Problem, das wohl der Hauptgrund dafür ist, dass Glücksspielanbieter wie LeoVegas im zweiten Quartal 2021 einen Umsatzrückgang vermelden mussten. Schaut man sich in anderen Ländern um, wird nicht nur bei LeoVegas deutlich, dass der Online-Glücksspielmarkt wächst und nicht schrumpft. Somit ist davon auszugehen, dass die deutsche Glücksspielregulierung die Probleme verursacht.

Ändert sich im dritten Quartal alles, weil es einen neuen Glücksspielstaatsvertrag gibt? Dafür spricht im Moment nicht viel, denn das grundlegende Problem wird auch durch den Glücksspielstaatsvertrag zunächst nicht gelöst. Für einen vernünftig kanalisierten Markt, auf dem die seriösen Glücksspielanbieter bevorzugt werden, ist es wichtig, den Schwarzmarkt zu bekämpfen. In diesem Bereich findet bislang aber in Deutschland praktisch nichts statt. Glücksspielanbieter, die sich nicht an die Übergangsregelung halten und auch keine deutsche Lizenz beantragt haben, können nach wie vor uneingeschränkt Kunden aus Deutschland akzeptieren. Wenn sich daran nicht schnell etwas ändert, könnte die deutsche Glücksspielregulierung schneller scheitern als sie eingeführt worden ist. Bei Glücksspielanbietern wie LeoVegas, die sich an alle Regeln halten, muss man sich ein bisschen veralbert vorkommen im Moment. Es kann nicht richtig sein, dass Glücksspielanbieter, die sich an die Regeln halten, am Ende mit schlechteren Umsätzen bestraft werden. Aber einstweilen gibt es keinen Grund zu glauben, dass sich die Glücksspielregulierung insbesondere hinsichtlich der Bekämpfung des Schwarzmarkts in Deutschland schnell verändern wird.