Gibt es bald ein High Roller Limit in Spielbanken mit deutscher Lizenz (Erlaubnis)? In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Tipwin ist uns ein Paragraf aufgefallen, der nahelegt, dass ab dem 1. Januar 2023 Einzahlungen von bis zu 30.000 Euro möglich sind. Allerdings wird vorher eine Prüfung der Bonität durchgeführt. Schon in den Verhandlungen zum Glücksspielstaatsvertrag 2021 hatten sich die Bundesländer darauf verständigt, zusätzlich zum monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro auch Möglichkeiten für High Roller zu schaffen. Doch offizielle Verlautbarungen zu diesem Thema gab es in den letzten Monaten nicht. Aber Tipwin wird das höhere Limit wohl kaum auf Verdacht in die eigenen AGB geschrieben haben.

Bald 30.000 Euro einzahlen in Online-Spielhallen mit deutscher Lizenz?

Manchmal lohnt es sich, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Glücksspielanbietern zu durchstöbern. Bei Tipwin findet sich der folgende Paragraf:

„4.2.1 Das monatliche Einzahlungslimit ist nach dem GlüStV auf 1.000,00 EUR begrenzt. Dies gilt bis zum 31.12.2022. Eine Erhöhung wird danach auf Antrag des Kontoinhabers möglich sein. Eine Erhöhung des Limits erfolgt nach Prüfung der Bonität des Kontoinhabers bis hin zu 30.000,00 EUR. Eine Erhöhung des Einzahlungslimits über 10.000,00 EUR ist nur für Kontoinhaber gestattet, die das 21. Lebensjahr vollendet haben.“

Bedauerlicherweise gibt es von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, die ab dem 1. Januar 2023 für die Regulierung der Online-Spielhallen zuständig ist, noch keine Auskünfte zu diesem Thema. Auch das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, das übergangsweise bis Ende des Jahres zuständig ist für die Regulierung des Online-Glücksspiels, hat bislang nichts über eine kommende Regelung für High Roller veröffentlicht. Vielleicht ist Tipwin aber besser informiert und schon ein wenig vorgeprescht.

Die Regelung entspricht zumindest ungefähr dem, was ursprünglich angekündigt worden war. Bei der Einführung des Glücksspielstaatsvertrags hieß es zunächst, dass ein monatliches Einzahlungslimit 10.000 Euro möglich sei, wenn die Kunden nachweisen könnten, dass sie über die entsprechenden finanziellen Möglichkeiten verfügten. Ein monatliches Einzahlungslimit von 30.000 Euro sollte hingegen nur einem ausgewählten Kundenkreis bei jedem Glücksspielanbieter zur Verfügung gestellt werden. Allerdings ist nie geklärt worden, welche Voraussetzungen für die beiden hohen Einzahlungslimits genau gelten sollten.

Tipwin deutet Lösung für Probleme mit High Rollern an

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Sollte das Einzahlungslimit für High Roller so kommen, wie es bei Tipwin in den AGB steht, wäre das eine bessere Lösung als der ursprüngliche Plan. Dann könnte jeder Glücksspiel-Fan, der über die nötige Bonität verfügt, bis zu 30.000 Euro einzahlen. Dieses Limit würde wahrscheinlich dann genauso wie das aktuelle Limit von 1.000 Euro anbieterübergreifend gelten. Aber zumindest hätten die High Roller, die aktuell kein vernünftiges Angebot auf dem deutschen Online-Glücksspielmarkt zur Verfügung haben, wieder Möglichkeiten aktiv zu werden.

Die spannende Frage wäre in der Praxis allerdings, wie viele Glücksspiel-Fans die Bonitätsprüfung machen und überstehen. Aber wer nicht über die nötige Bonität verfügt, sollte auch nicht bis zu 30.000 Euro monatlich in einer Online-Spielbank einzahlen. Insofern wäre die Regel sinnvoll. Das ist auch der Hauptgrund, warum wir noch nicht davon überzeugt sind, dass die Regelung kommen wird. Zudem zeigt der aktuelle Fall, wie schlecht die Kommunikation der zuständigen Behörden ist. Wenn Tipwin über ein neues Einzahlungslimit für High Roller informiert worden ist, sollte auch die Öffentlichkeit diese Information zur Verfügung haben. Ohnehin ist es ein großes Problem, dass selbst im besten Fall wohl noch mindestens fünf Monate vergehen, bis das neue Limit eingeführt wird. Viel besser wäre es gewesen, vom ersten Tag an ein Einzahlungslimit für High Roller zu haben.

Ohne Glücksspielkollegium freie Bahn für GGL?

Es kann gut sein, dass die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder die Entscheidung getroffen hat, ein neues Einzahlungslimit für High Roller zum 1. Januar 2023 einzuführen, weil ab diesem Tag das Glücksspielkollegium der Länder nicht mehr existiert. Bis Ende des Jahres ist das Glücksspielkollegium der Länder noch als übergeordnete Instanz maßgeblich an der Regulierung des Online-Glücksspiels beteiligt. Vermutlich ist es einfacher, ohne Glücksspielkollegium, in dem Vertreter aller Länder sitzen, ein neues Einzahlungslimit durchzusetzen. Es wäre in jedem Fall schön, wenn es bald eine offizielle Verlautbarung oder ein Dementi zu diesem Thema von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder gäbe.