William Hill hat Stress mit einer Tochter. Evoke Gaming hat Schwierigkeiten in Schweden, die nun auch auf das Mutterunternehmen zurückfallen. Konkret geht es darum, dass Evoke Gaming von der schwedischen Glücksspielbehörde aufgefordert worden ist, Kundenkonten erneut zu verifizieren, die seit 2019 bestehen. Nach Einschätzung der schwedischen Glücksspielbehörde gibt es Zweifel daran, dass die Spieler die nötigen Voraussetzungen erfüllen, um in Schweden am Online-Glückspiel teilzunehmen. Doch wie ist die schwedische Glücksspielbehörde auf diese möglichen Problemfälle aufmerksam geworden? Dem Vernehmen nach hat die schwedische Glücksspielbehörde Zweifel am Registrierungsprozess, den Evoke Gaming im Jahr 2019 genutzt hat.

Evoke Gaming steht in Schweden unter Druck

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Es ist immer schlecht, wenn eine Glücksspielbehörde fundamentale Kritik an einem Glücksspielanbieter übt. Die schwedische Glücksspielbehörde Spelinspektionen hat sich den Ruf erworben, durchzugreifen bei Verstößen gegen die Lizenzregeln. Allerdings dauert es manchmal auch eine Weile, bis Verstöße auffallen. Bei den aktuellen Vorwürfen geht es um das gesamte Jahr 2019. Während dieser Zeit sollen die Verifizierungsregeln bei Evoke Gaming nicht optimal gewesen sein. Insbesondere befürchtet die schwedische Glücksspielbehörde, dass auch Kunden registriert worden sein könnten, die damals keinen Wohnsitz in Schweden hatten. Nun liegt es an Evoke Gaming nachzuweisen, dass dies nicht der Fall war. Gegebenenfalls müsste Evoke Gaming wohl mit Konsequenzen rechnen, wenn bei den Überprüfungen herauskommen sollte, dass tatsächlich Spieler zum Online-Glücksspiel zugelassen worden sind, die keine Berechtigung hatten. Welcher Art diese Konsequenzen wären, lässt sich schwer abschätzen. Die aktuellen Vorwürfe sind bei einer Untersuchung im Jahr 2020 entstanden, als die schwedische Glücksspielbehörde überprüft hat, wie Evoke Gaming die Migration bestehender Kunden in das neu geschaffene Lizenzierungssystem in Schweden umgesetzt hat.

Der Knackpunkt war wohl, dass die Kunden von Evoke Gaming zeitweise die Möglichkeit hatten, manuell Daten zu bestätigen, zum Beispiel durch das Einsenden von kopierten Dokumenten. Das klingt noch nicht verdächtig. Aber es hat anschließend nach Überzeugung der Glücksspielbehörde wohl zumindest nicht in allen Fällen die nötigen Überprüfungen gegeben. Immerhin soll Evoke Gaming aber Überprüfungen durchgeführt haben, wenn das Risikoprofil darauf hindeutete, dass es sich um einen gefährdeten Spieler handeln könnte. Evoke Gaming ist aktuell damit beschäftigt, die betroffenen Kunden zu kontaktieren und die Verifizierung der Konten erneut durchzuführen. Am Ende wird man sehen, in wie vielen Fällen die Verifizierung im Jahr 2019 nicht ordnungsgemäß abgelaufen ist. Erst dann wird auch klar sein, welchen Umfang das Problem hat. Die schwedische Glücksspielbehörde hat einen genauen Ablauf festgelegt, innerhalb dessen Evoke Gaming das Problem zufriedenstellend lösen muss. Positive Nachrichten gibt es auch: Seit August 2019 hat Evoke Gaming einen ordnungsgemäßen Verifizierungsprozess.

Kundenverifizierung wichtig beim Online-Glücksspiel

Wie stellt ein Glücksspielanbieter fest, dass ein Kunde volljährig ist? Wie wird sichergestellt, dass der Spieler einen Wohnort hat, der zur Teilnahme am Spiel berechtigt? Diese beiden Fragen allein genügen schon, um deutlich zu machen, warum jeder seriöse Glücksspielanbieter eine Kundenverifizierung durchführen muss. Der Ablauf ist in der Regel ganz einfach. Die Kunden müssen einen amtlichen Ausweis vorlegen und oft zusätzlich auch noch eine aktuelle Verbrauchsrechnung, mit der die Adresse bestätigt wird. Dieser Prozess hat sich in den letzten Jahren etabliert, wobei an dem Problem von Evoke Gaming in Schweden deutlich wird, dass es dann doch auf die Details ankommt. Es gibt noch ein ganz anderes Thema, warum die Kundenverifizierung wichtig ist: Geldwäsche. Mit der Verifizierung der Kunden wird sichergestellt, dass die Behörden gegebenenfalls nachvollziehen können, welche Spieler Geld eingezahlt und abgehoben haben. Damit wird gewährleistet, dass Kriminelle, die Geldwäsche betreiben wollen, abgeschreckt werden.

In Deutschland und auch in Schweden gibt es noch einen anderen Grund, warum die Kundenverifizierung wichtig ist. In beiden Ländern gibt es eine nationale Sperrliste, auf der sich Spieler eintragen lassen können, die nicht am Online-Glücksspiel teilnehmen möchten. Ohne eine Verifizierung der Kunden ist es schlichtweg nicht möglich zu überprüfen, ob ein Spieler auf der Sperrliste steht. Der Spielerschutz könnte somit nicht gewährleistet werden. In Deutschland gibt es eine Limitdatei, die jeder Glücksspielanbieter abrufen kann und muss, wenn sich ein Kunde registriert oder anmeldet. Schon aus diesem Grund wäre es fatal, wenn in Deutschland unter der neuen Glücksspielregulierung ein Anbieter Fehler machen würde bei der Verifizierung eines Kunden. Welche Konsequenzen eine fehlerhafte Kundenverifizierung in Deutschland hätte, ist noch unklar, da die neue Glücksspielregulierung gerade erst eingeführt worden ist. Aber es wäre verwunderlich, wenn die zuständige Behörde nicht mindestens genauso konsequent vorgehen würde wie die schwedische Glücksspielbehörde.

Anonyme Casinos bleiben ein unerfüllbarer Traum

Es kann keine seriösen anonymen Casinos geben. Das bedeutet nicht, dass nicht irgendwo im Internet ein libertärer Freidenker versucht, anonyme Glücksspiele anzubieten. Aber grundsätzlich ist es keine gute Idee, anonyme Glücksspiele anzubieten. Anonymität öffnet zum Beispiel Kriminellen, die Geldwäsche betreiben wollen, Tür und Tor. Zudem wäre es aus Kundenperspektive auch nicht gut, in einem anonymen Casino zu spielen, denn wer gewährleistet, dass die Gewinne am Ende ausgezahlt werden? Seriöse Online Casinos werden immer darauf achten, dass nur Kunden, die alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllen, zum Spiel zugelassen werden. Deswegen sollten sich die Glücksspiel-Fans nicht darüber beschweren, dass eine Verifizierung der Kundendaten erfolgt, entweder direkt bei der Kontoeröffnung oder aber vor der ersten Auszahlung.