Mybet ist der dritte Inhaber einer deutschen Lizenz für virtuelle Spielautomaten. Der bekannte Glücksspielanbieter hat damit nach der Sportwetten-Lizenz auch die Slots-Lizenz für den deutschen Markt. Das ist eine gute Voraussetzung, um in Zukunft gute Geschäfte in Deutschland zu machen. Für viele deutsche Glücksspiel-Fans ist die Lizenzvergabe ebenfalls positiv, denn die Marke ist sehr populär. Hinter Mybet steckt die Ruelo Alpenland AG, ein österreichisches Unternehmen mit Sitz in Salzburg. Nach der Lizenzvergabe an Mybet gibt es nun drei Anbieter von virtuellen Spielautomaten mit deutscher Lizenz. Die spannende Frage ist: Wann bekommen die anderen Glücksspielanbieter ihre Lizenzen?

Mybet erhält neue Lizenz für virtuelle Automatenspiele

Mybet Logo

Mittlerweile ist es schon Standard, dass Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt keine Pressemitteilung herausgibt, wenn eine neue Lizenz vergeben wird. Vielmehr wird nur die Whitelist aktualisiert. Auf der neuesten Whitelist steht nun auch Mybet. Der Glücksspielanbieter ist ein alter Bekannter in Deutschland. Die Marke Mybet ist vor allem mit Sportwetten in Deutschland populär geworden. Aber auch die Online-Spielhalle hat einen hohen Bekanntheitsgrad. Einen kleinen Schandfleck gibt es allerdings in der Geschichte von MyBet. Im Jahr 2018 musste der Betreiber Insolvenz anmelden, übrigens kurz nach dem Börsengang. Aber die Marke ist erhalten geblieben und wird nun von der Ruelo Alpenland AG in Deutschland wiederbelebt.

Es wird sich schnell zeigen, ob die Qualität der neuen Online-Spielhalle von Mybet an das frühere Niveau anknüpfen kann. An der Seriosität scheint es jedenfalls keine Zweifel zu geben, denn ansonsten bekäme Mybet wohl nicht als eines der ersten Unternehmen eine Lizenz für virtuelle Spielautomaten in Deutschland. Die nächste Frage ist, wie schnell Mybet mit den virtuellen Spielautomaten starten kann. Da jedes Spiel individuell vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt überprüft werden muss, könnte es unter Umständen noch ein paar Wochen dauern, bis das erste Angebot verfügbar ist. Aber zumindest hat Mybet als einer der ersten Lizenzinhaber in Deutschland einen echten Vorteil auf dem Markt für virtuelle Automatenspiele.

Glücksspielbehörde vergibt Lizenzen weiter im Schneckentempo

Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt ist übergangsweise zuständig für die Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland. Da die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, die ab 2023 die Regulierung übernehmen wird, erst noch aufgebaut werden muss, ist diese Übergangslösung geschaffen worden. Allerdings zeigt sich in der Praxis, dass das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt mit der Aufgabe, Dutzende Lizenzanträge zu bearbeiten, überfordert ist. Immerhin liegen die meisten Lizenzanträge nunmehr schon fast ein Jahr im Landesverwaltungsamt. Aber erst drei Glücksspielanbieter haben eine Lizenz für virtuelle Spielautomaten erhalten. Das ist keine Glanzleistung, wobei das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt wahrscheinlich nicht die alleinige Verantwortung für das Schneckentempo hat. Auch das Glücksspielkollegium der Länder dürfte eine Rolle spielen.

Das Glücksspielkollegium der Länder ist geschaffen worden, um eine finale Instanz für die Glücksspielregulierung während der Übergangsphase zu haben. Jede Entscheidung bezüglich einer Lizenzvergabe des Landesverwaltungsamts Sachsen-Anhalt muss vom Glücksspielkollegium abgesegnet werden. Da das Glücksspielkollegium aber nur alle sechs Wochen zusammenkommt, ist der Ablauf schon von vornherein nicht besonders schnell. Nun stellt sich allerdings die Frage, warum die Lizenz für Tipwin wenige Tage vor der Lizenz für MyBet vergeben worden ist. Sollte das Glücksspielkollegium die beiden Lizenzvergaben nicht zum gleichen Zeitpunkt geprüft haben? Mehr Transparenz würde der Glücksspielregulierung nicht schaden. Ansonsten werden irgendwann noch Wetten angeboten auf den nächsten Glücksspielanbieter, der in Deutschland eine Lizenz bekommt.

Seltsames Verfahren bei Lizenzvergabe

Wie kann es sein, dass die Lizenzanträge für virtuelle Automatenspiele nicht innerhalb weniger Wochen oder Monate überprüft werden können? Warum haben nicht längst alle Unternehmen, die zum 1. Juli 2021 einen Antrag gestellt haben, einen Bescheid erhalten? Warum werden die Lizenzen tröpfchenweise vergeben und nicht in einem großen Schwung? Vielleicht gibt es gute Antworten auf diese Fragen. Aber bislang bleibt das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt diese Antworten schuldig. Die Öffentlichkeitsarbeit der aktuell zuständigen Glücksspielbehörde ist verbesserungswürdig. Genauso wie die Glücksspielanbieter können Journalisten im Moment nur raten und spekulieren, was hinter den Kulissen passiert. Besonders professionell wirkt die Vergabe der Lizenzen für virtuelle Automatenspiele in Deutschland bislang jedenfalls nicht.