In der Schweiz stehen die Signale auf Sturm! Die nationalen Anbieter von Online Casinos sind ziemlich verärgert, weil sie sich eindeutig benachteiligt sehen, im Vergleich zu den „illegalen“ ausländischen Unternehmen, die in Konkurrenz zu ihnen stehen. 

Detlef Brose, der Geschäftsführer des Stadtcasinos in Baden, bringt es auf den Punkt: „Es tummeln sich noch immer unzählige illegale Casinos in der Schweiz,“ und fügt hinzu: „Wir erwarten, dass Politik und Exekutive nun endlich viel stringenter gegen diese Kriminellen vorgehen." Nach Schätzungen geht man aktuell von ungefähr 250 Millionen Schweizer Franken pro Jahr aus, die von diesen nicht legalen Online Casinos aus dem Ausland in dem Alpenstaat eingenommen werden. Detlef Brose stand dem Online Magazin "schweizeraktien.net" für ein Interview zur Verfügung und wird dort folgendermaßen zitiert: „Das Ziel muss natürlich sein, möglichst viel von diesem Abfluss in der Schweiz zu erwirtschaften."

Aktuell sind vier Casinos online tätig: Luzern, Baden, Davos und die Swiss Casino Gruppe, denen die Spielbanken in Pfäffikon und in Zürich gehören. Das Casino Pfäffikon hat sich im Übrigen vor Kurzem die Fassade eines Hauses direkt vis-a-vis des Züricher Hauptbahnhofs gemietet, um dort eine monumentale Werbung zu schalten. Das Grand Casino Baden wirbt auf ProSieben sowie beim SRF und das Internet ist randvoll mit Promotion.

Bisherige Planungsvorgaben übertroffen 

Casino Lugano SchweizIm Juli dieses Jahres trat ein neues Spielbankengesetz in der Schweiz in Kraft. Dies besagt, dass nationale Glücksspiel Anbieter mit einer Konzessionserweiterung auch sogenannte Geldspiele online offerieren dürfen. Für ausländische Unternehmen, die Glücksspiele im Internet anbieten, werden in der Schweiz jetzt konsequent Netzsperren verhängt.

Mit „jackpots.ch“ hatte das Stadtcasino Baden direkt im Juli 2019 das erste „legale“ Online Casino der Schweiz im Netz präsentiert. Ebenfalls zur Gruppe gehört das „casino777.ch“ vom Casino Davos, das seit September dieses Jahres auch Geldspiele online anbietet. Der Start dieser Online Offerten scheint gelungen zu sein. Jedenfalls zeigt sich Detlef Brose alles in allem zufrieden: „Bereits nach drei Monaten liegen wir im Grand Casino Baden deutlich über dem Budget. Auch in Davos haben wir, wenn auch in geringerem Maße, unsere Planungsvorgaben bislang übertroffen." 

Das Casino Davos gehört zu 10 % der Davos Destination Organisation (DDD), zu 46 % der Stadtcasino Baden AG und zu 44 % der belgischen Ardent-Gruppe. 

Regulatorische Rahmenbedingungen streng

Die beiden Spielbanken in Baden und in Davos haben sich für das kommende Jahr ein finanzielles Ziel gesetzt und hoffen einen "zweistelligen Millionenbetrag an Bruttospielerträgen" zu erwirtschaften. Der CEO geht davon aus, dass es den Schweizer Casinos gelingt, 150 Millionen Franken im eigenen Land zu behalten. In den ersten vier Monaten seit der Eröffnung hat es das Online Angebot aus Baden immerhin geschafft, 16.000 Spieler zu gewinnen. Das Online Unternehmen aus Davos verzeichnet seit dem Start im September immerhin 4.500 Spieler.  Natürlich liegt der Fokus auf lange Sicht bei höheren Einnahmen, doch mehr ist wohl "erst mittelfristig und mit einem konkurrenzfähigen Spielangebot" zu realisieren. Darüber hinaus betonte der CEO des Stadtcasino Baden: „Zudem ist es relevant, dass die vom Bund getroffenen Blockingmaßnahmen der illegalen internationalen Anbieter greifen." Er sieht sich und seine Kollegen aus Davos gegenüber Anbietern aus dem Ausland nach wie vor im Nachteil. Das läge auch daran, betont er, dass in der Schweiz die Spielbankabgaben "extrem hoch im internationalen Vergleich" wären und erklärt, dass in der Schweiz die regulatorischen Rahmenbedingungen einfach viel strenger gehandhabt werden, als anderswo.

Laut Detlef Brose ging die Plattform „jackpots.ch“ mit 50 Spielen an den Start. Mittlerweile hat sich die Anzahl deutlich erhöht. Etwas mehr als 140 Online Spiele stehen dort aktuell zum Gaming zur Verfügung. Das Casino Davos bietet auf seiner Internet Seite „casino777.ch“ derzeit rund 60 Spiele an. Gemeinsam will man das Angebot erhöhen. Davos und Baden planen die Summe der Spiele auf 500 aufzustocken: „Um dies so bald wie möglich zu erreichen, benötigen wir aber einen speditiven und moderateren Genehmigungsprozess."

Grand Casino Baden | Zufrieden mit dem „Offline-Geschäft 

Was das „Offline Geschäft“ des Grand Casino Baden betrifft, ist der CEO soweit zufrieden. Der Bruttospielertrag von 2018 dürfte auch in diesem Jahr gehalten werden können, sagte Detlef Brose in dem Interview mit dem Online Magazin "schweizeraktien.net". Und das, obwohl die ersten drei Monate dieses Jahres „etwas schwächer ausfielen“, als der gleiche „sehr umsatzstarke Zeitraum“ 2018: „Aber im zweiten und dritten Quartal haben wir die Rückstände wieder aufholen können." Im Grand Casino Baden vergnügen sich rund 300.000 Besucher an 365 Tagen im Jahr. Zum Angebot gehören auch zahlreiche Wettbewerbe und Promo-Aktionen. Unter anderem bieten sie regelmäßig neben Bingo- und Roulette-Nächten eine „Newcomers Night“ an oder auch Special Events wie beispielsweise eine Osterschatzsuche, den sogenannten „Hot Seat“, den „Derby Sunday“, an dem die Gäste an virtuellen Pferderennen teilnehmen, die „Member U-Spin Grandwinners“ oder den „Spin 2 Win Tournament“