Für manche ist es das „eigentliche“ Glücksspiel, für andere eine Wissenschaft: der Aktienmarkt. Sagenumwoben, undurchsichtig, glückstiftend, bereichernd und noch vieles mehr. In Zeiten schwächelnder Zinsen auf Spareinlagen und sogar Strafzinsen, setzen immer mehr Anleger auf Aktien, um überhaupt noch etwas Rendite mit ihrem Geld zu erzielen. Gehören die deutschen Sparer eher zu den vorsichtigen Playern auf dem Aktienmarkt, so werden z.B. in den Vereinigten Staaten komplette Renten ausschließlich über Aktien abgesichert. Natürlich hat das alles Vor- und Nachteile, aber mit der Zinsentwicklung der letzten Jahre ist auch das Interesse an Aktieninvestitionen in Deutschland rasant gestiegen. Manch einer riskiert auf der Suche nach lohnenden Einlagen auch schon mal einen Blick auf die sogenannten „Nischenprodukte“ des Marktes. Dazu gehörten sicherlich anfangs auch die Werte der Anbieter von Online-Glücksspielen. Dies hat sich in den letzten Jahren aber zusehend verändert. Waren Aktien der klassischen Casinos wie Wynn Resorts, MGM oder Las Vegas Sands & Cop immer schon beliebt - gerade auf dem amerikanischen und britischen Markt - kamen in der Vergangenheit noch Werte aus Macau hinzu. Und jetzt boomen die Investitionen in Aktien von Online Casinos. „Getrunken und gegessen wird immer“, lautet ein geflügeltes Sprichwort. Und ähnliches kann man auch vom Spielen behaupten: „Gespielt wird immer!“ Der Mensch scheint das Gaming im Blut oder in den Genen zu haben. Demnach erscheint auch eine Investition „ins Spielen“ eine sichere Sache zu sein.  

Viele Faktoren bestimmen das Glück

australische dollarFast alle Anleger-Gurus geben immer wieder denselben Tipp heraus: Kaufen sie keine Aktien von einem Unternehmen, das sie nicht kennen. Und so lohnt es sich, einen Blick auf all die Firmen zu werfen, die sich auf dem Markt tummeln. Man wird so gut wie keine deutschen Online Casino AGs finden, zumindest keine, die ihren Firmensitz in Deutschland haben. Denn bis auf Schleswig-Holstein vergibt kein Bundesland irgendwelche Lizenzen für Online Glücksspiel. Dies hat zur Folge, dass sehr viele Konzerne ihren Firmensitz auf Malta haben und von dort aus im Rahmen des EU-Rechts agieren. Das bedeutet aber nicht, dass es sich hierbei um unseriöse Firmenmodelle handeln muss. Ganz im Gegenteil! Viele der börsennotierten Anbieter zeichnen sich durch einen hohen Grad an Professionalität und Seriosität aus und konnten damit besonders in den letzten Jahren einen enormen Anstieg auf dem Aktienmarkt verzeichnen. Als ein Beispiel sei z.B. der Wert der „888 Holdings Public Limited Company“, einem Anbieter von Sportwetten und Casinospielen, mit Hauptsitz in Gibraltar genannt. Das Unternehmen wird an der Londoner Börse gehandelt und konnte dort in den letzten drei Jahren einen Anstieg von 80 Prozent verzeichnen. Wir sagen: Nicht schlecht Herr Specht, oder?  Andere Unternehmen konnten mit ähnlich guten Zahlen aufwarten und rücken somit immer stärker in den Fokus der Fondsmanager und auch in den der privaten Anleger. Zu nennen sind als weitere Beispiele auch GVC Holdings PVC oder der führende chinesische Anbieter 500.com Ltd. Wer nicht zu den Anbietern von Online Casinos gehört, aber dennoch Glücksspiele anbietet, ist die Lotto24 AG. Sie erzielte in Deutschland ziemlich respektable Gewinne. Dorthin lohnt ein Blick unbedingt.   

Und wie geht es den alten Global-Playern?

Soweit so gut, wäre man geneigt zu sagen. Aber chauen wir uns drei Klassiker mal etwas genauer an. Die Rede ist von Las Vegas Sands (LVS), Wynn Resorts und MGM Resorts International. Insgesamt ist bei allen drei Unternehmen ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen und zu keinem Wert gibt es bei führenden Händlern eine Verkaufsempfehlung. Das sah nicht immer so aus und alle, die die Nerven behalten hatten, konnten und können sich heute freuen. Im Zuge der Finanzkrise vor zehn Jahren war z.B. die Aktie von Las Vegas Sands von 134 US-Dollar 2007 auf 1,34 US Dollar im März 2009 regelrecht eingebrochen. 2014 waren sie dann schon wieder bei 90 US-Dollar angelangt und werden momentan mit über 50 US-Dollar gehandelt - Tendenz steigend. Das liegt zum einem daran, dass sich die klassischen Geschäftsmodelle gewandelt haben. Heute heißt es: weg vom reinen Casino-Geschäft zum Anbieter verschiedenster Leistungen und Produkte wie z.B. Hotels, Erlebniswelten etc. Zum anderen liegt es an der Erschließung des asiatischen Markts und der Beteiligung daran. Funkt der Handelsstreit zwischen Amerika und China einer noch besseren Bilanz dazwischen und vermiest besonders MGM, als einer der größten Anbieter auf dem asiatischen Markt, die ganz große Freude, so profitieren alle Drei von den niedrigen Zinsen auf dem amerikanischen Markt. Das im Zuge von der Expansion beschaffte Geld durch Kredite, ist nun nämlich nicht von einer hohen Tilgung aufgebraucht worden, sondern steht zur Verfügung. Das freut nicht nur die Aktionäre, die „zu recht“ mit einer Dividendenausschüttung von 2,00 bis zu 5,00 Prozent rechnen, sondern auch die Vorstände, die in wachsende Märkte investieren können. Und die liegen aktuell, wie überall auf der Welt, auf dem Online-Glücksspielmarkt. Man steht quasi in den Startlöchern und wartet in einigen Ländern nur noch auf endgültige bzw. sattelfeste gesetzliche Regulierungen, die es endlich ermöglichen, in einem rechtssicheren Rahmen zu agieren. Also, wie bei vielen Aktien, auch hier der Rat: Ruhe bewahren und abwarten.