Ein NHL-Profi hat 500.000 Dollar Spielschulden und will nicht bezahlen? Das klingt fast zu dramatisch, um wahr zu sein. Aber die Geschichte scheint zu stimmen, denn „The Cosmopolitan“, ein Casino in Las Vegas, hat Evander Cane von den San Jose Sharks auf genau diese Summe verklagt.

Erstaunlich freigiebiges Casino macht Schuldenberg möglich

Evander Kane CasinoAuf den ersten Blick scheint es ein bisschen abenteuerlich zu wirken, dass ein Casino-Besucher in einem einzigen Casino Spielschulden in Höhe von 500.000 Dollar anhäufen kann. In einem seriösen Online Casino wie dem Karamba Casino wäre das jedenfalls nicht möglich. Aber das ist gar nicht so ungewöhnlich, denn viele Casinos in Las Vegas bieten ihren VIP-Kunden die Möglichkeit, sogenannte Gambling Marker zu nutzen. Dabei handelt es sich im Grunde genommen um nichts anderes als Kredite, die bei entsprechender Kreditwürdigkeit schnell und unkompliziert abgerufen werden können. Damit stellen die Casinos sicher, dass die vermögenden Kunden spielen können, wenn sie das Bedürfnis haben. Allerdings werden entsprechende Vorkehrungen getroffen, damit am Ende eventuell entstehende Schulden auch bezahlt werden. Doch Evander Cane hat die Verpflichtungen, die aus den Casino-Krediten entstanden sind, offensichtlich auf die leichte Schulter genommen. Denn sonst wäre es kaum erklärbar, warum es nun zu einem Prozess kommt, der das ganze Thema in die Öffentlichkeit bringt.

Evander Cane gehört zum erweiterten Kreis der Top-Profis in der amerikanischen Eishockey-Liga NHL. Erst im letzten Jahr hat der 28-jährige Stürmer einen Vertrag über sieben Jahre im Wert von 49 Millionen Dollar unterzeichnet. Deswegen sollte genügend Geld vorhanden sein, um die Spielschulden in Las Vegas zu bezahlen. Aber ganz offensichtlich sieht der Stürmer das anders. Übrigens handelt es sich bei der eingeklagten Summe von 500.000 Dollar nur um die puren Spielschulden. Insgesamt muss der Eishockeyspieler am Ende wahrscheinlich noch deutlich mehr bezahlen, denn auch die Kosten für die Anwälte sowie eventuell auch anfallende Zinsen werden am Ende auf die Summe aufgeschlagen. Es ist bekannt, dass die Casinos in Las Vegas relativ geduldig sind bei ihrem High Rollern, denn niemand möchte eine intakte Kundenbeziehung mit einem Top-Kunden zerstören. Aber ganz offensichtlich ist das Fass übergelaufen und der Casino-Betreiber muss irgendwann den Eindruck gewonnen haben, dass Evander Cane ohne juristischen Druck nicht bezahlen wird. Deswegen ist es nachvollziehbar, dass nun ein Verfahren gestartet wird, an dessen Ende kaum etwas anderes stehen kann als die Begleichung der Schulden.

Wie kann ein NHL-Profi eine halbe Million Dollar im Casino verlieren?

Es ist sehr leicht, in einem Casino in Las Vegas sehr viel Geld in relativ kurzer Zeit zu verlieren. Laut Anklage wurde das gesamte Geld in Form von Krediten innerhalb kurzer Zeit abgerufen. Die Höhe der Spielschulden legt nahe, dass Kane grundsätzlich um sehr hohe Beträge gespielt haben muss. Da sich der Eishockeyspieler nicht geäußert hat und in der Klageschrift keine näheren Details stehen, ist aber nicht bekannt, welche Spiele dazu geführt haben, dass der NHL-Profi tief ins Minus gerutscht ist. Es ist eher unwahrscheinlich, dass es sich um einen Pokertisch gehandelt hat, denn die ganz großen Spiele, bei denen entsprechend hohe Beträge umgesetzt werden, finden eigentlich in anderen Casinos in Las Vegas statt, zum Beispiel im legendären Bellagio. Aber vielleicht gab es auch ein privates Pokerspiel mit hohen Einsätzen, dem der begabte Eishockeyspieler nicht gewachsen war. Genauso gut ist es aber möglich, dass die Summen am Würfeltisch, am Blackjack-Tisch oder beim Roulette verloren gegangen sind. Selbst an Spielautomaten können High Roller in Las Vegas viel Geld verlieren.

Aber ganz unabhängig davon, wie die Verluste entstanden sind, spricht es gegen Evander Kane, dass die Spielschulden nicht beglichen worden sind. Dafür gibt es aller Wahrscheinlichkeit nach keine vernünftige Rechtfertigung. Das Casino kann detailliert nachweisen, dass der Spieler insgesamt achtmal einen Gambling Marker genutzt hat. Die Beträge lagen zwischen 20.000 und 100.000 Dollar. Jeder vernünftige Mensch würde sich bei Spielschulden in Höhe von 500.000 Dollar über sich selbst ärgern. Aber natürlich ist diese Summe in einem Bereich, den ein Top-Spieler der NHL problemlos begleichen kann. Es wird spannend sein zu sehen, ob Evander Kane versuchen wird, die Bezahlung des offenen Betrags in irgendeiner Form zu vermeiden. Vielleicht gibt es einen findigen Anwalt, der kreative Gründe vorlegen kann, warum sein Klient die Spielschulden nicht begleichen muss. Aber die Faktenlage scheint klar zu sein. In jedem Fall ist das aktuelle Verfahren schlecht für das Image des bekannten und beliebten Spielers. Auch die NHL sieht es nicht gerne, wenn ihre Spieler mit solchen Schlagzeilen in der Presse auftauchen.

Casinos sind schon vielen US-Sportlern zum Verhängnis geworden

Die Casino-Betreiber in Las Vegas lieben Profisportler. In den vergangenen Jahrzehnten hat es unzählige Spitzensportler gegeben, die riesige Beträge in Las Vegas verloren haben. Ein bekanntes Beispiel ist der ehemalige Top-Basketballer Charles Barkley, der eingestanden hat, bei Glücksspielen 30 Millionen Dollar verloren zu haben. Der wahrscheinlich beste Basketballer aller Zeiten, Michael Jordan, soll auch immer wieder riesige Summen im Verlaufe der letzten Jahrzehnte in Casinos verloren haben. Bis heute gibt es Gerüchte darüber, dass sein Rücktritt nach den ersten drei NBA-Meisterschaften damit zusammenhing, dass die NBA seine Glücksspiel-Exzesse nicht mehr tolerieren wollte. Michael Jordan ist längst Milliardär und hat genügend finanzielle Mittel, um jede Casino-Bank der Welt zu sprengen. Aber es gibt viele andere Profisportler in den USA, die nicht über diese extremen finanziellen Ressourcen verfügen. Die Liste der Spieler, die durch schlechte Investments und zu lange Aufenthalte in Las Vegas riesige Summen verloren haben, ist erstaunlich lang.

In den USA ist der Profisport nach wie vor für viele Menschen die einzige Möglichkeit, der Armut zu entfliehen. Junge Menschen, die durch ihr besonderes Talent plötzlich sehr viel Geld besitzen, verfügen oft nicht über die nötige Weitsicht, um das Geld sinnvoll zu verwalten oder anzulegen. Las Vegas ist schon seit Jahren bekannt dafür, für High Roller nahezu alles möglich zu machen. Die Einsätze können beinahe beliebig gesteigert werden, wenn der Spieler das entsprechende Kapital zur Verfügung hat. Die interessante Frage im aktuellen Fall lautet: Ist das der erste Sündenfall von Evander Kane? Die Summen sprechen dafür, dass der junge Mann nicht zum ersten Mal in Las Vegas unterwegs war. Man kann in diesem Fall nur hoffen, dass der Eishockeyspieler ein gutes privates Umfeld hat, das auf ihn einwirkt und dafür sorgt, dass das Geld besser eingesetzt wird als für Spiele mit Mega-Einsätzen in Las Vegas. Glücksspiele können viel Spaß machen, aber bei Summen im sechsstelligen Bereich hört irgendwann der Spaß auf, selbst wenn der Spieler Millionen verdient.