Dennis Blieden, ein ehemaliger Manager von StyleHaul, muss sich gerade in den USA in einem Prozess wegen der Veruntreuung von 22 Millionen Dollar verantworten. StyleHaul ist ein Tochterunternehmen von RTL. Besonders spannend bei der Anklage: Blieden hat einen erheblichen Teil des veruntreuten Geldes in Bitcoin-Casinos verzockt. Diese speziellen Online Casinos bieten teilweise anonymes Spielen an.

Ex-Manager bediente sich jahrelang aus der Firmenkasse

Tron Tronix Krypto CasinoStyleHaul war ein Unternehmen, das den wachsenden Influencer-Markt bediente. Aufgrund des Skandals um Dennis Blieden wurde das Unternehmen kürzlich abgewickelt. Daran wird deutlich, wie groß der Schaden ist. StyleHaul war einer der Pioniere im modernen Marketing über Instagram, YouTube und diverse andere soziale Netzwerke. Aber ganz offensichtlich war die Buchführung bei dem jungen Unternehmen nicht besonders gut, denn sonst hätte wesentlich früher auffallen müssen, dass Dennis Blieden immer wieder abenteuerlich hohe Summen in die eigene Tasche abfließen ließ. Im aktuellen Verfahren geht es um 22 Millionen Dollar. Das ist eine gigantische Summe, die bei einer Verurteilung zu einer Strafe von bis zu 22 Jahren führen kann. Aber es bleibt abzuwarten, wie sich die Sache am Ende vor Gericht darstellen wird. Von außen betrachtet ist es jedenfalls schwer vorstellbar, dass ein einzelner Täter derart große Beträge über Jahre aus einer Firma abziehen konnte, ohne dass irgendwer etwas mitbekommen hat. Aber vielleicht war Dennis Blieden auch ein genialer Verbrecher, der es immer wieder neu verstand, seine Taten zu verbergen.

Nach allem, was bisher bekannt ist, sieht die Sache so aus: Blieden hat Ausgaben abgerechnet, die nicht angefallen sind. Mal musste angeblich eine Villa in Südamerika gemietet werden. Ein anderes Mal bezahlte Dennis Blieden angeblich Klienten mit Bargeld, strich dann aber das Geld selbst ein. Das klingt alles sehr abenteuerlich, denn irgendwann müsste es doch jemandem aufgefallen sein, dass es überhaupt keine Gegenleistungen gab für die Ausgaben, die der umtriebige Manager immer wieder anführte. Wenn insgesamt 22 Millionen Dollar im Abfluss verschwinden, ist das definitiv in der Bilanz erkennbar. Die zuständigen Staatsanwälte haben große Teile ihres Wissens jedenfalls direkt aus den Büchern des Unternehmens. Ganz sicher handelte es sich nicht um einen Kleckerbetrag für das relativ junge Unternehmen. Zeitweise war es aber mit Sicherheit so, dass bei StyleHaul die Geschäfte großartig liefen. Aber trotzdem ist es unfassbar, dass ein einzelner Manager dazu in der Lage war, so viel Geld aus einem Unternehmen zu tragen, ohne aufzufallen. Eine genaue Prüfung der Buchhaltung und der Bankkonten hätte er schon viel früher zur Entdeckung der Straftaten führen müssen.

Riesige Ausgaben in Bitcoin-Casinos

Mehr als 8,5 Millionen Dollar zahlte Dennis Blieden nachweislich in Bitcoin-Casinos ein. Das ist ein stattlicher Betrag. Die Hintergründe sind bislang nicht öffentlich bekannt. Es kann durchaus sein, dass Blieden das Geld komplett verspielt hat. Aber genauso gut ist möglich, dass die Bitcoin-Casinos nur als Zwischenstation dienten. Es wird spannend sein zu sehen, was wirklich passiert ist. Besonders interessant wäre es natürlich zu wissen, in welchen Bitcoin-Casinos die Beträge gelandet sind. In den meisten normalen Online Casinos würde es definitiv auffallen, wenn ein Kunde derart hohe Summen im Laufe weniger Jahre einzahlen würde. Aber es gibt auch anonyme Bitcoin-Casinos und vielleicht hat Dennis Blieden solche Anbieter genutzt. Allerdings wird die Situation vielleicht ein bisschen klarer, wenn man sich einmal anschaut, wofür der Rest des Geldes größtenteils eingesetzt worden ist. Es ist nämlich keineswegs so, dass der Ex-Manager von Style Haul das Geld irgendwo sicher im Ausland deponiert hat.

Dennis Blieden ist zumindest in den USA ein relativ bekannter Pokerspieler. Im Jahr 2018 konnte Blieden bei einem Turnier einen Gewinn in Höhe von 1 Million Dollar abräumen. Allerdings glauben die Ermittler, dass Blieden als Pokerspieler vielleicht doch nicht ganz so begabt ist, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint. Laut Anklage sollen etwa 7 Millionen Dollar vom veruntreuten Geld eingesetzt worden sein, um Pokerschulden zu bezahlen. Das ist eine riesige Summe, die aber zumindest für einen High Roller beim Poker nicht völlig ungewöhnlich ist. Als Referenz sei an den legendären Gus Hansen erinnert, der allein beim Online-Poker über 20 Millionen Dollar verloren hat. Aber soweit bekannt ist, hat Gus Hansen das später verlorene Geld vorher bei Pokerturnieren und Live Cash Games gewonnen. Bei Dennis Blieden war das wohl anders, sodass am Schluss ein riesiger Schuldenberg wartete, der irgendwie bezahlt werden musste. Das ist natürlich keine Entschuldigung dafür, 22 Millionen Dollar zu veruntreuen. Aber so wie sie sich die Sache aktuell darstellt, war nicht pure Geldgier das Motiv. Das macht die Sache nicht besser, aber leichter nachvollziehbar.

Spektakuläre Summen im jungen Influencer-Geschäft

Wenn die Veruntreuung von Millionenbeträgen jahrelang nicht auffällt, bedeutet das nicht zuletzt, dass StyleHaul große Umsätze gemacht haben muss. Das ist durchaus spannend, denn die Firma wurde bereits 2011 gegründet. Zu dieser Zeit beschäftigten sich allenfalls einige Experten mit der Influencer-Thematik. Mittlerweile ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Gerade in den Bereichen Mode und Kosmetik ist es mittlerweile kaum noch machbar, alle halbwegs erfolgreichen Influencer zu kennen. Die Firmen machen große Umsätze mit den oft jungen Menschen, die mehr oder weniger offen für ihre Produkte werben. Das ist eine spannende Entwicklung, die einem Pionier wie StyleHaul eigentlich eine riesige Zukunft hätte bescheren müssen. Aber durch die Veruntreuung von 22 Millionen Dollar sind die Zukunftschancen des Unternehmens ganz offensichtlich geplatzt. Das löst vielleicht bei den meisten Lesern nur ein Schulterzucken aus. Aber das Unternehmen hatte zuletzt über 70 Mitarbeiter, die allesamt plötzlich auf der Straße standen. Spätestens an dieser Stelle hört dann der Spaß auf.

Für RTL ist die aktuelle Geschichte alles andere als schön. Auch wenn es sich um ein Tochterunternehmen handelt, das mittlerweile abgewickelt ist, wird die Geschichte noch einige Monate durch die Presse gehen. Für RTL könnten die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft vielleicht sogar noch zu einigen unschönen Überraschungen führen. Beispielsweise könnte auch die Frage aufkommen, warum es in einem Tochterunternehmen von RTL überhaupt passieren kann, dass ein einzelner Mitarbeiter so viel Geld veruntreut. Normalerweise müsste es Mechanismen geben, die das verhindern. In keinem Unternehmen sollte eine einzelne Person die Macht haben, ohne umfassende Belege und Nachweise 22 Millionen Euro abzuzweigen. Ob die Bitcoin-Casinos, die von dem Geld profitiert haben, in irgendeiner Weise etwas zu befürchten haben, bleibt abzuwarten. Die US-Staatsanwälte sind traditionell nicht besonders zimperlich, sodass so mancher Casino-Betreiber vielleicht schon die eine oder andere Panikattacke hatte. Wir bleiben an dem Fall dran und werden berichten, wenn sich neue spannende Wendungen ergeben, die für Fans von Bitcoin-Casinos interessant sind.