Auch in Berlin hieß das Motto: „Nach der Gala ist vor der Party!“ Und beides war so glamourös, wie selten. Anlass war die 21. Verleihung der GQ Awards „Man oft he Year“in der Komischen Oper, bei der nationale und internationale Top Stars in neun Kategorien geehrt wurden. Unter den Ausgezeichneten befanden sich unter anderem zwei Weltmeister, ein Mann, der die Modewelt auf den Kopf gestellt hat, eine Hollywood-Diva, eine Humor-Ikone und „viele ehrliche Momente“. In gewisser Weise war dieser Verleihung ein historischer Abend. Der Mauerfall ist 30 Jahre her, und wir leben in einer Zeit, in der es mehr denn je darum geht, Werte wie Offenheit und Toleranz wieder zu verteidigen. Daher wundert es auch nicht, dass die Gala ganz im Zeichen von Freiheit stand und Jessica Peppel-Schulz, die neue Geschäftsführerin von Condé Nast Deutschland, diese Worte zur Eröffnung sprach: „Es berührt uns, dass wir heute fast genau auf den Tag 30 Jahre nach dem Fall der Mauer nicht nur die neue Männlichkeit feiern können, sondern auch Freiheit, freie Meinungsäußerung, Toleranz und Liebe.“ Und das war dann auch gleich die Überleitung zum ersten musikalischen Auftritt des Abends. Obwohl er schon 1987 erschien, gehört der Song „zum Soundtrack der Wende“: Marius Müller-Westernhagens „Freiheit“ – live performed vom Meister himself.

GQ Awards | Zwei Weltmeister in unterschiedlichen Kategorien

GQ AwardsDas Ex-Model Lena Gehrke moderierte die Show und kündigte mit den Worten: "Sein Auto ist silber, aber alles was er anfasst wird zu gold" den ersten Gewinner des Abends an. In der Kategorie „Creativity and Design“ ging der GQ-Award an Lewis Hamilton. Nur noch einen WM-Titel ist der frisch gekürte Formel-1-Weltmeister von Michael Schumachers WM-Rekord entfernt, doch in Berlin wurde er nicht für sein sportliches Können ausgezeichnet, sondern als Fashion-Designer. Schon mit seiner dritten Tommy Hilfiger-Kollektion befindet sich der Brite auf der modischen Pole Position und zeigte sich bei der Preisverleihung sichtlich gerührt: "Das ist der erste Award, den ich nicht fürs Rennfahren erhalte. Und ich fahre seitdem ich acht Jahre alt bin."

Einer, der schon alle Titel hat, wurde in der Kategorie Sport ausgezeichnet: Toni Kroos. Er ist der erfolgreichste deutsche Fußballer, der noch aktiv ist. Mit seinen 29 Jahren hat er nicht nur viermal die Champions League gewonnen, ist vierfacher Landesmeister Weltmeister. 

Klaas Heufer-Umlauf fasste es in seiner Laudatio zusammen: „Toni Kroos spielt Fußball. Das ist ein Understatement. Ein bisschen so, als würde man sagen, Lewis Hamilton hat einen Führerschein." Jupp Heynckes sagte einmal, dass Toni Kroos einer der größten Dirigenten sei, den der Fußball je gesehen hat. Er nahm den GQ Award „Sports Icon“ entgegen und nutzte seine Dankesrede für ernste Worte: „Aktuell habe ich das Gefühl, dass in unserem Land ein paar Dinge in die falsche Richtung gehen." Dann appellierte er an das Publikum: „Es gibt so viele Menschen, denen geholfen werden kann. Und ich sehe viele Gesichter, die viele Fans haben, denen Leute zuhören, und ich finde wir müssen vorweg gehen und müssen den Leuten eine Richtung geben. 

Es kann nur einen geben | GQ Awards 

Den QG Award „Entertainment“ erhielt in diesem Jahr kein Geringerer als Hape Kerkeling – eine Ikone „deutschen“ Humors. Seine Rolle der „Königin Beatrix“ ist legendär, sein „Hurz“ hat Musikgeschichte geschrieben und seine Bücher sind allesamt Bestseller. Mit der Verfilmung seines autobiografischen Romans „Der Junge muss an die frische Luft“ wurde ihm ein Denkmal gesetzt, das mehr als 4 Millionen Besucher in die Kinos lockte. Bei der GQ-Gala zeigte er sich unerwartet ernst und teilte aus. Ursprünglich wollte er nichts sagen, doch dann platzte es aus ihm heraus: „Ich will keinen Shitstorm, auch politisch." Und dann holte er zum Rundumschlag aus. Er wetterte gegen die SPD und „ihre Suche nach dem Vorsitz“, und gegen die Kanzlerkandidaten der CDU. "Die, die es werden wollen, können nicht und die, die können, wollen nicht." Auch an Angela Merkel lässt er kein gutes Haar und zum Thema AfD sagt er: „Nein, es ist keine schöne Zeit, in der wir leben. Wir haben im Moment so einen scharfen Wind im Land, die schärfste Opposition überhaupt. Und so wenig Kanzler wie heute war noch nie."

GQ Awards | Von Mode und #metoo

Als Kim Jones sich 2018 von Louis Vuitton verabschiedete, hielt die Modewelt die Luft an – allerdings nur kurz. Denn schon zwei Monate später wurde er als Creative Director bei Dior Homme präsentiert. Dem Briten gelingt immer wieder der Balanceakt zwischen Haute Couture und lässiger Streetwear. Dafür erhält er den GQ Award in der Kategorie „Designer“. Mode ist auch das Thema beim „Man oft he Year“ in der Kategorie „Style“. Wer könnte es anderes sein, als Billy Porter? Der Autor, Regisseur und Schauspieler glänzte beim Golden Globe in Anzug, über dem er ein bodenlanges Cape mit rosafarbenem Innenfutter trug. Bei der Oscar-Verleihung trug er dann einen gekonnten Mix aus Smoking und Samtrock in schwarz. Er gilt als ein Mann, der Grenzen überschreitet und einen neuen Männer-Stil prägt.

Und noch einmal dreht sich alles um Fashion. Der Influencer Mariano di Vaio ist Dauergast bei den Fashion-Galas dieser Welt. Und das nicht nur als Gast, sondern auch auf dem Laufsteg. 6,1 Millionen Instagram-Follower gehen auf sein Konto und aus diesem Grund ist er „Man oft he Year“ in der Kategorie „Influencer“. In der Kategorie „Bester Film des Jahres“ sahnte die neue Komödie von Bora Dağtekin (“Türkisch für Anfänger", “Fack ju Göhte"-Reihe) ab.„Das Geheimnis“ besticht durch treffsicheren Humor und der André Pollmann sagte in seiner Laudatio: „Diese Gesellschaftskomödie hat den besten Cast, den unser Land zu bieten hat."

Und wo wir schon einmal beim Thema Film sind: Hollywood-Diva Sharon Stone wurde der „Woman oft he Year“-Award von VOGUE-Chefredakteurin Christiane Arp überreicht. Ihre Dankesrede stand ganz im Zeichen von Ungerechtigkeit und ihren Kampf für #metoo. Begonnen und beendet wurde der feierliche Abend von Marius Müller-Westernhagen, der einen GQ-Award in der Kategorie „Legend“ erhielt. Auch der Rockmusiker fand ernste Worte: „Wir haben ein globales Problem. Das ist immer zurückzuführen auf Ungerechtigkeit, auf Unfairness, auf die Überbewertung von Geld und auf die Überwertung von Wichtigkeit."  Wenn auch Sie einmal voten wollen und dadurch mitbestimmen, wer einen Preis erhält und wer nicht, dann steht Ihnen jetzt der AskGamblers Award zur Verfügung. Noch bis zum 17. Januar 2020 können Sie Ihre Stimme für die besten Online Casinos in unterschiedlichen Kategorien abgeben.