Malta und Italien arbeiten zusammen. Das gilt jedenfalls für die beiden Glücksspielbehörden der Mittelmeer-Länder. Vertreter beider Behörden haben sich in Rom getroffen, um über die Regulierung von Sportwetten und Online Casinos zu diskutieren. Bei dem Treffen wurde eine Vertiefung der bereits bestehenden Zusammenarbeit vereinbart.

Glücksspielbehörde von Malta und Italien wollen voneinander lernen

Italien Karte CasinoBeim aktuellen Treffen in Rom traf eine Delegation der Malta Gaming Authority unter der Leitung von CEO Heathcliff Farrugia auf italienische Spitzenpolitiker. An dem Treffen nahm unter anderem Benedetto Minio, der Leiter der italienischen Zoll- und Kartellbehörde, teil. Darüber hinaus saßen auch die zuständigen Abteilungsleiter für Glücksspiel, Anti-Betrug und internationale Beziehungen der beiden Glücksspielbehörden mit am Tisch. Das Ziel des Treffens: Informationsaustausch, Diskussion und Kollaboration. Dabei ging es ausdrücklich um die landbasierten Angebote und das Online-Glücksspiel. Die Malta Gaming Authority lizenziert schon seit vielen Jahren Sportwettenanbieter und Online Casinos in der Europäischen Union. Dadurch hat die Behörde mehr Erfahrung mit den modernen Online-Anbietern als die meisten anderen Glücksspielbehörden in Europa. In Italien ist die Gesetzgebung deutlich anders, sowohl hinsichtlich der Online- als auch hinsichtlich der Offline-Angebote. Aber gerade deswegen ist ein Treffen zwischen den Top-Vertretern der Regulierungsbehörden hilfreich und sinnvoll.

Ein wichtiges Ziel aller Glücksspielbehörden, nicht nur in Italien und Malta, besteht darin, die Player auf dem Markt zu bekämpfen, die sich nicht an die vorgegebenen Spielregeln halten. Malta hat in dieser Hinsicht in den letzten Jahren einige Fortschritte erzielt. Durch die Verschärfung der Lizenzbedingungen und deutlich strengere Maßnahmen bei Lizenzverstößen ist es gelungen, das Niveau der Lizenz für Sportwetten und Casinos erheblich zu verbessern. Aber auf einem schnell wachsenden Markt mit einem riesigen finanziellen Umsatz ist es völlig normal, dass sich die Behörden ständig verbessern müssen, um Schritt zu halten mit den Entwicklungen und Herausforderungen. Auch die italienische Glücksspielbehörde ist daran interessiert, den Markt sinnvoll und umfassend zu regulieren. Nicht nur in Italien gibt es mitunter Probleme mit Anbietern, die sich nicht an die Regeln halten. Beim aktuellen Austausch in Rom ging es auch darum, die Wirksamkeit von einzelnen Maßnahmen zu diskutieren. Die beiden Glücksspielbehörden können von den unterschiedlichen Erfahrungen lernen und das eigene Regulierungssystem verbessern.

Memorandum als Zeichen künftiger Zusammenarbeit unterzeichnet

Die Vertreter der Glücksspielbehörde von Malta und Italien haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet zum Abschluss des Treffens. In diesem Memorandum geht es vor allem darum, die gemeinsamen Ziele zu betonen und die Intensivierung der Zusammenarbeit zu verkünden. Zu den gemeinsamen Zielen gehört zum Beispiel die Verbesserung von Compliance-Anforderungen und die Bekämpfung von Betrug im Glücksspielbereich. Das sind wichtige und große Ziele, die für alle Glücksspielbehörden wichtig sind. Da der europäische Wirtschaftsraum keine Grenzen hat, ist es sinnvoll und logisch, dass Glücksspielbehörden miteinander kooperieren. Dadurch wird es den problematischen Anbietern auf dem Markt deutlich schwerer gemacht. Speziell die maltesische Glücksspielbehörde hat sich in den letzten Jahren ausgezeichnet durch internationale Kooperationen.

MGA arbeitet mit vielen Glücksspielbehörden zusammen

Die Malta Gaming Authority (MGA) hat in den letzten Jahren mit mehreren Glücksspielbehörden in Europa diskutiert und kooperiert. Unter anderem gab es erst vor einigen Monaten ein Treffen mit der schwedischen Glücksspielbehörde Spelinspektionen. Die Idee, die hinter diesen Kooperationen steckt, ist immer gleich: Die Behörden möchten von den unterschiedlichen, aber doch ähnlichen Erfahrungen gegenseitig profitieren. Das ist nicht zuletzt auch deswegen sinnvoll, weil es die meisten Anbieter auf dem Markt in vielen verschiedenen Ländern aktiv sind. Die meisten Inhaber einer Casino-Lizenz in Schweden haben zum Beispiel auch eine Casino-Lizenz der Malta Gaming Authority. Insofern liegt es nahe, durch einen Informationsaustausch zu verhindern, dass problematische Anbieter von einer Glücksspielbehörde zur nächsten laufen und gleich mehrfach Schaden anrichten. Glücklicherweise sind die Lizenzierungsbedingungen mittlerweile bei den großen Glücksspielbehörden in Europa so streng, dass es kaum noch zu ernsthaften Problemen kommt. Aber für die gesamte Branche ist es wichtig, dass Anbieter, die sich nicht an die vorgegebenen Regeln halten, möglichst schnell vom Markt ausgeschlossen werden.

Auch Kooperationen mit deutscher Glücksspielbehörde denkbar?

In Deutschland wird aktuell über einen neuen Glücksspielstaatsvertrag verhandelt, der Sportwetten und eventuell auch Casinos neu regulieren soll. Allerdings ist bislang nicht bekannt geworden, dass sich die deutschen Bundesländer, die für den Glücksspielstaatsvertrag zuständig sind, mit der Malta Gaming Authority oder den italienischen Regulierungsbehörden getroffen hätten. Auch eine Kooperation mit der schwedischen Glücksspielbehörde, die seit Anfang des Jahres Online Casinos lizenziert, scheint es nicht zu geben. Das ist erstaunlich, denn Deutschland hat nur sehr wenig Erfahrung mit der Lizenzierung von Online Casinos. Lediglich in Schleswig-Holstein gibt es eine Lizenz für Glücksspielanbieter. Deswegen wäre es vielleicht keine schlechte Idee, den Erfahrungsschatz der Malta Gaming Authority oder andere Glücksspielbehörden anzuzapfen, um bei der neuen Regulierung Fehler zu vermeiden. Es gibt nicht wenige Glücksspiel-Experten, die derzeit befürchten, dass die deutschen Bundesländer eine Casino-Regulierung schaffen, die nicht praxistauglich ist. Das bedeutet konkret, dass eine Casino-Regulierung denkbar wäre, die so streng ist, dass die großen Player auf dem Markt den Status Quo mit EU-Lizenzen weiter bevorzugen würden.

Es ist definitiv eine gute Idee, mit erfahrenen Behörden zu kooperieren. Eine Kooperation bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Regeln der anderen Behörde übernommen werden. Das ist auch bei Malta und Italien nicht der Fall. Aber Deutschland könnte von beiden Behörden lernen. Der deutsche Glücksspielmarkt ist aktuell sehr schlecht reguliert, sowohl offline als auch online. In jedem Bundesland gibt es individuelle Regeln für Glücksspielanbieter. Die fehlende Regulierung für Online Casinos sorgt dafür, dass die meisten Casinos, die in Deutschland aktiv sind, eine EU-Lizenz der Malta Gaming Authority nutzen. Für die Glücksspiel-Fans ist das in Ordnung, aber noch besser wäre eine moderne deutsche Casino-Lizenz in Kombination mit der dazu erforderlichen Regulierung. Das würde vor allem den Spielerschutz, der immer wieder als Argument für Glücksspielgesetze genannt wird, jedenfalls deutlich begünstigen. Es bleibt abzuwarten, ob die Politiker, die zuständig sind für die Regulierung des Glücksspiels, irgendwann auf die Idee kommen werden, mit anderen europäischen Fachleuten zu diskutieren. Derzeit sieht es aber eher so aus, als ob Deutschland einen ganz eigenen Weg gehen würde. Es bleibt abzuwarten, ob am Ende des Wegs eine Erfolgsgeschichte steht.